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Unsere Tribüne · 1924-06-27 · 5 (27.06.1924) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
5 (27.06.1924)
Date
1924-06-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Unsere Tribüne ti.....^ ii n Ii nnt fil., . »iit i Ii ..... A. Nr. 5 Klasse de$ arabischen Volkes nützen die Schwäche der arbeitenden Masse aus und stellen in ihrem' 'Nameö Forderungen auf, die ihren Bedürfhissen und ihren "Wirklichen Interessen widersprechen. Aber mit der fortschreitenden wirtschaftlichen Entwicklung des Landes durch das Wachsen der jüdischen Einwanderimg und Kolonisation, wie auch durch den Einfluß und die aufrichtige Mithilfe der jüdischen Arbeiterbewegung, wird das Niveau der arabischen Arbeiter gehoben und sie werden imstande sein, ihre politische und soziale Aufgabe als arbeitende, kämpfende und schaffende Klasse, gemeinsam mit der jüdischen Arbeiterklasse zu erfüllen. Die Konferenz beauftragt die Exekutive der „Achdut Haawoda", Mittel und Wege zur Verwirklichung eines jüdisch-arabischen Arbeiterverbandes zu suchen. Die Tätigkeit in der Weltbewegung Die Vereinigung der Zionisten-Sozialisten. 1. Die vierte Konferenz der „Achdut Haawoda" stellt nochmals fest, daß die Verwirklichung des sozialistischen Zionismus und die Interessen der jüdischen {Arbeiterklasse die Vereinigung aller Teile der ziorastisch-sozialistischen Bewegung der Welt in einen Verband erfordern. Die lebensnotwendigen und dringenden Aufgaben, die die zionistisch-kozialistische Bewegung dem arbeitenden Palästina gegenüber zu erfüllen hat, wie z. B.: die Steigerung der Einwanderung, die Erziehung der Chalutz-Jugend, das Gewinnen der jüdisdchen Arbeitermasse zur Mitarbeit für das arbeitende Palästina und eine energische politische Agitation in der internationalen und englischen Arbeiterbewegung; der Schutz der Interessen der Einwanderer und der Kolonisation in der zionistischen Organisation; die intensive Tätigkeit für die Festigung und Vergrößerung der nationalen Kolonisatiorisfönds (Nationalfonds und Keren Hajessod) und der Arbeiterinstitutionen im Lande — all das erfordert dringend und sofort die Vereinigung der Zionisten-Sozialisten. , 2. Die Konferenz würdigt die wichtige politische und erzieherische Tätigkeit des Weltverbandes Poale- Zion in der sozialistischen Internationale und in der (englischen Arbeiterpartei, seine mutige Verteidigung der. jüdischen Rechte in Palästina und der nationalen Rechte im! Golus, seine steten Bemühungen, große jüdische Arbeitermassen für den Aufbau des arbeitenden Palästina zu gewinnen und seine gesteigerte Mitarbeit im Hechalutz und in der Einwanderun gsbewe-. gong. [Die Konferenz weist hin auf die große Bedeutung der zionistisch-sozialistischeh Bewegung Zeirej Zion, welche im Golus treue Mitarbeiter für die jüdischen Arbeiter in Palästina erzogen hat, deren Interesse für die kulturellen und wirtschaftlichen Fordlerungender jüdischen Arbeiter in Palästina wach? ist; sie hat eine Schar von Genossen Chalutzim nach Palästina geschickt, die die Arbeiterbewegung im Lande gestärkt und die Macht der „Achdut Haawoda" vergrößert hat; sie hat dadurch den Beweis für.ihr, sozialistisches Wesen und für ihr Verstehen des nationalen' Interesses der jüdischen Massen erbracht. Die -Konferenz erklärt deshalb, daß die Vereinigung dieser beiden Bewegungen eine Notwendigkeit im jetzigen Zeitpunkte bildet. 3. „Achdut Haawoda" verkennt nicht die .Mdnungsverschiedenheiten in der Sprachenfrage, die zwi-' sehen den jüdischen Arbeitern Palästinas, die bestrebt sind, Hebräisch für die herrschende Sprache im jüdischen Volke zu machen,, und anderen Teilen des.Weltverbande's Poale-Zion bestehen. Aber gleichzeitig konstatiert die Konferenz den . merklichen Fortschritt des Weltverbandes Poale-Zion in der Richtung der Anerkennung, daß die hebräische •Sprache die einzige ist, für deren Auflebung der jüdische Arbeiter im' Lande an der Spitze des jüdischen Jischuw kämpft. Diese Anerkennung kommt zürn Ausdruck in den Resolutionen der sechsten Weltkonferenz des Weltverbandes Poale-Zion in Berlin (26. bis 30. Juli 1923), die die ganze Peale-Zion-Belwegung vterpfhehten, die hebräische Kulturtätigkeit der „Ach- *dut Haawoda" in Palästina zu fördern und allen Landesparteien es zur Pflicht macht, die hebräische Sprache in das Erziehungs- und Kulturprogramm im Golus aufzunehmen. , 'Die Konferenz der „Achdut Haawoda" (erkennt, daß der Befreiungskampf der jüdischen Arbeiterklasse und die Entwicklung der jüdischen Massen im Golus faktisch mit der «Kulturtätigkeit in jiddischer Sprache zusammenhängt, und sie anerkennt die nationale Wichtigkeit dieser kulturellen Tätigkeit in jiddischer Sprühte unserer Genossen in den Golusländern. Aber gleichzeitig mit dieser Tätigkeit besteht, laut der tiefen Ueberzeugung der Achdut Haawoda, die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Verstärkung der hebräischen Erziehungsarbeit unter den jüdischen Arbeitermassen im Golus. Sie ruft deshalb alle Genossen auf, die von der hebräischen Sprache in der jüdischen Erziehung eroberten Positionen zu sichern und weiter auszubauen, wie auch die hebräische Kulturtätigkcit den Bedürfnissen der jüdischen Arbeiterklasse jm' Golus und den Forderungen der Palästinawanderimg anzupassen. 4. Die Konferenz wendet sich an die Genossen l>eider Verbände mit der Aufforderung, die Vereinigung ohne jede weitere Verzögerung durchzuführen. Zu diesem Zwecke sollen Konferenzen beider Verbände am selben Orte und zur gleichen Zeit einberufen werden, welche) die Vereinigung vollziehen sollen. Die Konferenzen) sollen im Laufe von 3—4 Monaten, anschließend an die zionistische Jahreskonferenz, einberufen werden. Die Vereinigung soll ohne Zugeständnisse auf Kosten der Freiheit hebräischer ETziehungstätigkeit im Golus durchgeführt werden. Sollte die Vereinigung bis -zur oberwähnten Frist nicht durchgeführt worden sein, behält sich die Achdut Haafwoda das Recht vor, mit den zionistischsozialistischen Zeirej Zion und mit anderen Teilen der zionistisch-sozialistischen Bewegung in Verbindung zu treten. (Weitere Resolutionen folgen.) Der Erfolg der Aktion der jüdischen Gewerkschaften in Amerika für das arbeitende Palästina. In der letzten Sitzung des Komitees der jüdischen Gewerkschaften in Amerika für das arbeitende Palästina., hat der Vorsitzenide, Genosse Max Pein folgenden Bericht erstatt: Die Monate Februar und März galten der Organisierung von Komitees, die eigentliche Sammeltätigkeit begann erst im April und das Resultat ist ein überaus befriedigendes. Es wurden 60.000 Dollar gesammelt, hiervon 43.000 bar und 17.000 auf gute Pfandverschreibungen. Der Bericht wurde mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und es wurde beschlossen, mit derselben Energie die Sammeltätigkeit bis,zum vollen Erfolge fortzuführen. Die vereinigten sSchneidergewerkschaften — deren Führer regen Anteil an der Aktion nehmen — haben in ihrer letzten Sitzung beschlossen, 500 Dollars für den Palästina-Fonds beizutragen. Für Mitte Juni, bei Beginn der Saison, wird, eine große Sammlung in den Betrieben geplant, von welcher gute-Resultate erhofft werden. Der Hechalutz in Rußland. (Schluß.) Der „Wzik" (Allrussische Exekutive), die höchste Instanz der Sowjetregierung, hat bereits im Jahre 1920 beschlossen, die Tätigkeit des Hechajutz zu gestatten, Solang© sie nicht (den Prinzipien der Räteregierung zuwiderläuft. Aber die „Jewsektie" ließ es nicht ruhen;, sie bediente sich verschiedener Verdächtigungen und Ausreden, um ein Verbot der Tätigkeit des Hechalutz zu erwirken und seine Mitglieder verfolgen zu können. Aber trotzdem gelang es im Juni 1922, die Bewilligung zur Abhaltung einer allrussischen Konferenz des Hechalutz zu erwirken. Mittels Denunziationen gelang es der „Jewsektie", die' Bewilligung rückgängig, zu machen. Jetzt begann die Verfolgung der Hechalutzbewegung.- Alle Ortsgruppen wurden geschlossen, die Führer verhaftet, die wirtschaftlichen Institutionen vernichtet und es schien, als ob der Hechalutz für immer verschwunden sei, 1 Aber die Mitglieder des Hechalutz haben sich nicht einschüchtern lassen. Als man von ihnen eine schriftliche Bestätigung über die tatsächliche Auflösiing de« Hechalutz verlangte, haben sie die Ausfertigung verweigert. Sie haben sich bemüht, die Führer der Räteregierung über die wirklichen Ziele und Aufgaben de« Hechalutz zu informieren, um die Erlaubnis für ein«i legale Betätigung zu erwirken. Und unter den Führer* der allgemeinen kommunistischen Bewegung fanden si© viel mehr Verständnis als bei den jüdischen Kommunisten. Nach vielen Bemühungen gelang es, gegen den Willen der „Jewsektie" bei der Zentralregierung diel offizielle Genehmigung der öffentlichen Tätigkeit de» Hechalutz durchzusetzen. Die Regierung sträubte sich 'anfangs dagegen, daß im Statut Palästina erwähnt werde, aber die Führer des Hechalutz wollten nicht nachgeben, sie haben an die höchste Instanz appelliert und hatten Erfolg. Die Mauer der Verdächtigungen! und Intriguen ist niedergerissen worden. Im 21. Bande der „Sammlung von Gesetzen und Verordnungen der Arbeiter- und Bauernregierung" vom 21. Septemjber 1923 ist das Statut der „Allrussischen Arbeitsorganisation Hechalutz" veröffentlicht. Wir lassen hier einen Auszug folgen. Im Punkte I heißt es : Die Allrussische Arbeitsorganisation \ Hechalutz macht es sich zur Aufgabe, die ökonomische Struktur der jüdischen Massen zu sanieren, und zwar durch Zuziehung zu produktiven Arbeitsformen durch Beteiligung mit der eigenen Arbeitskraft, ohne Ausbeutung anderer, am Aufbau eines Arbeitszentrums in Palästina, wo die jüdischen arbeitenden Massen, im Einklänge mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Interessen konzentriert werden solen. „Um1 dieses Ziel" — heißt es im Punkte II — „im Einklänge mit den Aufgaben des Staates bezüglich des wirtschaftlichen Wiederaufbaues der vereinigten russischen sozialistischen föderativen Republik zu" bringen: a) wirkt der Hechalutz bei der Organisierung landwirtschaftlicher Kommunen, wirtschaftlicher Arbeitsgemeinschaften, Arbeitergruppen und Genossenschaften mit; b) entsendet der Hechalutz seine Mitglieder zur Arbeit in die staatlichen Unternehmungen, Siedlungsgenossenschaften, Garbenstädte, landwirt schaftliche Schulen." „Mitglieder des Hechalutz" — heißt es im Punkte III — „können Frauen und Männer, nicht jünger als 18 Jahren sein, die niemand ausbeuten, das Statut anerkennen und an sich selbst das Prinzip der Arbeit verwirklichen." Für das arbeitende Erez Israel in Wien. Am 7. ds. fand im Arbeiterheim Borochow eine Versammlung statt, die in jeder Hinsicht als gelungen zu betrachten ist. Lange vor der Eröffnung der Versammlung war der große Lesesaal voll gefüllt. Nach der Begrüßung durch Gen. Mayer folgte ein ausführliches Referat des Gen. Bar u (Linke P. Z.) aus Palästina über die Tendenzen und Strömungen in der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas. Nachher erörterte Gen. Golub (Palästina) über die Bedeutung der ^wirtschaftlichen Institutionen Palästinas, die Tätigkeit der Arbeiterbank, , die Wirksamkeit und Verwendung aller für denP. A. F. gesammelten Gelder,' die Schaffung der Produktionsmittel, Erdankauf, Gründung und Ausbau [der Arbeiterkolomen. Den Ausführungen der beiden Redner waren die Zuhörer mit besonderem Interesse .gefolgt. Außer dieim 'moralischen Erfolg ist auch, (ein materieller zu verzeichnen. Es wurden Aktien für, die; Arbeiterbank gezeichnet und 120.0Q0 K für. fP. A. F. gesammelt. Nach der Versaanimlung ist eine Komitesitzung in xinwesonheit des Gen. , Golub (abgehalten worden, auf welcher die Arbeitseinteilung für: alle . Ressorts vorgenommen wurde. Es wurde beschlossen, isämtiiehe Wiener Organisationen zu ersuchen, die Einberufung von aufklärenden Versammlungen in ihren Vereins-, lokalen zu gestatten. Die Leitimg der. Ai;beiterbankr Aktion wurde Gen. Mayer übergeben, die des P.A.*F. hat Gen. Fenichel übernommen. Beide Referenden sind beauftragt* zur Förderung der Aktion einschlägige, Unterausschüsse zu bilden. . . ,. ' i,. In Restaurants und Kaffee* häusern verlanget: Werbet Abonnenten und sammelt Pressefonds für: 44 99 Unsere Tribüne Eifjenlüiner, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher *Re<iakteur: Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19/10. — Druck: „Adria" Wien, IL. Taborstraßa 52 B.

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