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Unsere Tribüne · 1924-06-07 · 4 (07.06.1924) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
4 (07.06.1924)
Date
1924-06-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 4 Aas unserer Organisation. Protest-Versammlung. Als Einleitung der Wahlkampagne in die Kultusgemeindo hat die* „Wahlvereinigung für soziale Wirtschaft in der KiiHusgemein.de eine Protest-versammlung für Samstag, den 24. Mai im XX. Bezirk einberufen. Trotz des heißen Tages war die Versammlung gut besucht. Die Stimmung gegen den jetzigen Vorstand der Kultusgemeinde, insbesondere gegen die Jüdischnationalen war sehr erbittert. Als erster sprach Gen. Singer ausführlich über den Wahlrechtsraub des Kultusvorstandes an den Mitgliedern der Kultus gemeinde und wies den Verrat der Jüdischnationalen nach. Gen. Moriz schilderte in seiner sachlichen Art die Verhältnisse in der Kultusgemeinde und Herr Pick charakterisierte das Verhalten des Vorstandes, den Kultusangestellten gegenüber. Zum Schlüsse wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Res olu ti on. Die am 24. Mai a. c. im XX. Bezirk, im' Restaurant Stembdch tagende Versammlung von Mitgliedern der israelitischen Kultusgemeinde protestiert feierlich gegen den Beschluß .des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde, der in der Sitzung vom 14. April a. c. gefaßt wurde und der mit kaltblütigen Zynismus, Tausende von'Mitgliedern der Kultusgemeinde, des ihnen unter allen Umständen gebührenden Wahlrechtes' beraubten. Und das in der Republik Oesterreich, dem Lande mit der freiesteri und demokratischesten Verfassung der Welt. Dieser Beschluß, der eine blutige Verhöhnung selbst der primitivsten demokratischen Auffassungen und Voraussetzungen bildet und von allen rechtlich und sozial denkenden Mitgliedern der Kultusgemeinde, als null und nichtig betrachtet wird, hätte nie und nimmer zustande kommen können, ohne die Zustimmung und Billigung der Mandatare der jüdischnationalen Partei im Kultusvorstande. Diese Haltung der maßgebenden -Führer der jüdischnationalen Partei, die sich noch vor wenigen Jahren als ultrademokratische Bewegung gebärdete, ist nicht nur eine feige Fahnenflucht, sondern sie wird auch von allen rechtlich denkenden Menschen unter den Mitgliedern der Kultus- Gemeinde als charakteristisches Anzeichen des tiefsten sittlichen Verfalles und einer Bankerotterklärung der jüdischnationjälen Partei betrachtet »Die gesamte werktätige, ehrlich arbeitende jüdische Bevölkerung ist nach ihrer heutigen Stimmung, angesichts der Vorgänge und der Wirtschaft in der Kultus gemeinde, ernstlich entschlossen, den Kampf gegen die herrschenden, in jeder Hinsicht erzreaktionären Cliquen in der israelitischen Kultusgemeinde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln einer großzügigen unablässigen. Aufklärungspropaganda, mit aller Energie und rastlos bis zur ietndgültigen,und, vollständigen Demokratisierung der Kultusgemeinde zu führen. Die Versammlung, als Ausdruck dieser Stimmung und Tendenz, rechnet zuversichtlich mit der Unterstützung der gesamten modernen, sozial denkenden Judenschaft. Das arbeitende Erez Israel. Laut Muster anderer Länder ist auch in Wien ein Komitee für das •^arbeitende Erez Israel ins Leben gerufen worden Im Komitee sind folgende Organisa-t. tionen vertreten: Poale Zion, Hechaluz und Hitachduth. Als erster Vorsitzender' wurde Gen. Fenichel (Poale £i!on) und als Sekretär Gen. Katz (Hechalutz) gewählt. Das Komitee hat seinen Sitz im Lokale des jüdischen Schulvereines, IL, Zirkusgasse 33 und amtiert jeden Dienstag und Donnerstag von 7 [bis1 9 Uhr abends. Fs ist geplant, in der nächsten Zeit mit einer größeren Aktion in die Oeffentlichkeit zu treten. Als erstes wurde ein Aufruf erlassen, den wir an anderer Stelle bringen. Samstag, den 31. Mai ist die erste Versammlung, beschickt von allen Parteien, abgehalten werden, auf welcher die Gen. Singer, Fenichel u. a.., die Vereinigung aller auf dem Boden des Palästinismus stehenden jüdischen Arbeiter gefeiert haben und die bevorstehenden Aufgaben besprochen wurden1. Montag, den 2. ds., hat die gemeinsame Sitzung des Komitees und geladener Gäste stattgefunden. Anwesend waren die Delegierten zum Internationalen Gewerkschaftskongreß Gen. Hos, Swerdloff und Golob aus Palästina. Es wurden die Möglichkeiten der Entfaltung einer regen Tätigkeit für den P. A. F. und die jüdische Arbeiterbank erörtert und als Einleitung eine Vollversammlung der angeschlossenen Chawerim beschlossen. (Die Versammlung ist für den 7. ds. im Arbeiler'- heim Borochow angesetzt. Sprechen werden die Delegierten der jüdischen Arbeiter Palästinas auf dem. Kongreß der Gewerkschafts-Internationale. S. F. Dr. Schipper in Wien. Am 17. und 18. Mai hat der bekannte jüdische Philologe Dr. I. Schipper zwei lehrreiche Vorträge gehalten, die bei den Zuhörern großes Interesse erweckt haben. Als Thema des ersten Abends hat der Prelegent die mittelalterliche jüdische Poesie in ihren Ursprung gewählt. Am zweiten Abend im Arbeiterheim' Borochow sprach Dr. Schipper über die magischen Strömungen 'der westeuropäischen. Literatur (Spengler). Die erschöpfenden, auf tiefes und langjähriges Studium fußenden Ausführungen haben beim versammelten Publikum, daß sich diesmal aus den intelligentesten jüdischen Arbeiterkreisen rekrutierte, lebhaften Anklang gefunden. begründeten Einwendung gegen die Verifizierung unseres Meisterschaftsspieles gegen den Schachverein Ostmark 12:0 zu unseren Ungunsten hat der Verband die nochmalige Austragung des Kampfes angeordnet. Der Ausgang dessen wird uns eine höhere Stelle in der Meisterschaftstabelle einräumen. — Bei der letzten Vorstandssitzung der Schachzentrale wurde die Mitteilung unserer Vertreters, daßfür Bekanntmachungen unserer Sektion „Unsere Tribüne" eine Rubrik zur Verfügung stellt, freudigst begrüßt. — Die Mitglieder werden aufgefordert, die Samstag- und Sonntag-Nummer der " Arbeiter-Zeitung, enthaltend offiziöse Kommuniques des Arbeiterschachbundes zu lesen, hingegen wird das obligate Abonnement für den ^Arbeitersport" aufgehoben. Spieltage und Mitgliederaufnahme Montag und Mittwoch abends. Reiche Schachliteratur. F. «11®!^ Verband depHngesfellteßdepisraelitisdienKultusgemeinde Einladung zur Uli Schachsektion Borochow. Trotz der heißen Sorninertage wird die Tätigkeit der Sektbion rege fortgesetzt. Die Meisterschaftsspiele haben uns den 8. Platz in der IUI. Klasse gesichert. Obwohl uns nach der Qualität der Spieler eine weit höhere Stelle gebühren würde. Unsere jüngste Mannschaft bewährt sich ausgezeichnet. Das am 16. Mai ausgetragene Wettspiel gegen Makkabäa II. KL, hat der Sektion einen, Sieg 7:3 gebracht. Desgleichen der am 29. Mai aiisgefochtene Sektionskampf gegen S. Favoriten, hat im Siege (7:3) die Ueberlegenheit unserer Mitglieder bewiesen. — fn dem vom österreichischen Schach .verbände veranstalteten. Haupltomier nimmt, unser Gen. Roller Auteil und hat von den bisher gespielten 5 Runden 4 Punkte erzielt. Zufolge unserer des Verbandes der Angestellten der israelitischen Kultusgemeinde Wien, Dienstag, den 10. Juni 1924, V*8 Uhr abends, I, WipplingerstraBe Nr. 8 (Festsaal des Alten. Rathauses) » Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht 2. Kassabericht 3. Bericht der Revisoren 4. Wahl des Präsidiums (1 Obmann, 2 Obmann- Stellvertreter, l Kassier, 1 Schriftführer) 5. Wahl der Revisoren 6. Eventuelles Der Schriftführer: Dr. Freudmann Der Obmann: Josef Pick Sii*[iiäi!iiiiwii6«öi»'i!J& iiiiiiih!!!rii!iiu!!!;iiiiiiii.!^ Presse der Poale Zion, Der yiddische Arbeiter (jiddisch) Organ der Poale-Zion Amerikas, erscheint einmal wöchentlich. Der Najer yidischer Arbejter (jiddisch) Organ der Poale Zion Ostgaliziens, erscheint einmal wöchentlich. Unser Schtym (jiddisch) Organ der Poale Zion in Polen, erscheint zweimal monatlich. Kuntrejs (Hebräisch) Wochenblatt der „Achdut Haawoode" in Palästina „Der jynger jydischer Kämpfer" (jiddiich) Jugendzeitschrift der Poale Zion in Amerika, Arbejter-Zeiüing (jiddisch) Wochenblatt der Poale Zion in Rumänien ie Naje Zayt (jiddisch) Organ der Poale Zion Argentiniens, erscheint zweimal monatlich. Unser Bawegung (jiddisch) Monatsschrift des Verbandsbüros Poale Zion (Berlin) ,Dos arbeitende Erez Isroel* (jiddisch) Monatsschrift des Verbandes Poale Zion. Die jiddische Arbejter-Jugend (jiddisch) Jugend-Organ der Poale Zion in Polen. Sämtliche Zeitungen sind durch die Administration „Unsere Tribüne*4 211 bezieben, In Restaurants und Kaffee* hausern verlanget: Werbet Abonnenten und sammelt Pressefonds für: 99 Unsere Tribüne 4€ Eigentümer, Verlefler, Herausfleber und verantwortlicher Redakteur; Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19^10. — Druck: „Adria" Wien, II., Taboratrajto MB. i

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