Mannheim
Compact Memory

Unsere Tribüne · 1924-05-22 · 3 (22.05.1914) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
3 (22.05.1914)
Date
1924-05-22
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2822530-2822531-2822534--016-2822639
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 4 Unsere Tribüne Mr. sr Eine internationale gewerkschaftliche Organisation in Palästina» Auf der letzten Konferenz der Eisenbahner in: Palästina ist eine aus Vertretern der jüdischen und arabischen Arbeiter bestehende Kommission gewühlt worden, die ein' Statut für eine gemeinsame Organisation abfassen soll. , Im Zusammenhange damit veröffentlicht Genosse Ben Gurion im „Kuntrejs", das Organ unserer palästinensischen Bruderpartei, einen Entwurf, der die Frage der gemeinsamen Organisation für alle Arbeitszweige zu lösen versucht. Ed"soll dem Entwürfe gemäß in Palästina ein internationaler Arbeiterverband geschaffen werden, mit der' Aufgabe, alle Arbeiter, ohne Unterschied der Religion und Nation, in internationalen gewerkschaftlicjien Organisationen einzureihen. Die gewerkschaftlichen Organisationen sollen den Kampf der Arbeiterschaft für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen, für Ar bei förschutz, für die Einwanderung organisierter Arbeiter, für die Schaffung von Institutionen gegensteitiger Hilfe führen. Die Organisation soll sich auch mit der Herausgahe von Arbeiterpresse und Literatur befassen. Hebräisch und arabisch sollen! die offiziellen Sprachen des Verbandes sein.-In den einzelnen inter? nationalen gewerkschaftlichen Vereinen sollen automAm nationale Gruppen, welche sich zu einer allgemeinen nationalen Arbeiterorgaius&tion vereinigen, gebildet werden. Die nationale Arbeiterorganisation erhält weitgehende Befugnisse Und Autonomie in allen Angelegenheiten1, unter der Bedingimg, daß sie den Satzungen des internationalen Verbandes und seiner!kompetefnten Institutionen nicht widersprechen. In jetnuen Berufen, die in nationalen Gruppen organisiert si|nd, kann, ein Arbeiter nur mittels seiner nationalen Gruppe Mitglied des Verbandes werden. Die Leitung der internationalen Organisation soll auf "Grund des Verhältniswahlrechtes von dem Gruppen gebildet vrerdien. Aus unserer Weltbewegung. t Ostgalizien. j>Je ^Partei hat sich' an den WoJalen in die Kulttmgemeinde nicht beteiligt. Sie hat im ganzen Lande Prote^tveorfliammlTiBgm gegen das reaktionäre Wahlsystem veranstaltet. Die Zioniaten, die neuen Sieger in den Kultu9atubeto -«ind förmlich gezwungen worden, den Wählern das Versprechen abzugeben, als erstes, das Wahlrecht in die Kultusgemeixiden zu demokratisieren. Es bleibt abzuwarten, ob döe Herren Wort halten werden. . Der 1, Mai wurde in den meisten Städten durch; j\rl»itAruhe gefeiert. In Lemberg haben eich unsere Genossen als geschlosBepe Gruppe dem allgemeinen Umzug der .Arbeiter angeschlossen. In allen ProviiizorgarusationÄ* fjagväen Temaimmhingm statt. Der Aufruf anlaßlich, des 1. ij&Ä. warde be^hlagnahnifc. Polen. Die Aktion für das arbeitende tf\»Jiißttfna hat auch in iwaegen Beibm viele Kräfte wachgtTuJJan. In den Oxgapimatäp/nen her^ht eine rege Tätiget... "fee'■.■deö, % M^a \T&0^/vasiBp Org^isaticoen j^ch gr^' öffentliche V«r^^ begangen. Unser Partejorgaax w&d, je^zt regehnäßig erscheinen. Die Tätigfceo|3^ .^fäff^U u£l in der Pfeovinz entwickelt sich he> iaeäi^esaäL " ' . ' ' Rumänien. . Tüe, '£fyi$jgt der Partei, auf kulturellen und poli- Ifecben Gebiete war in den vergangenen Wintermonaten eine «ehr rege. Auch für das arbeitende Palästina sind gute ■Krf^l^ an, verzahnen, Trot« der Verfolgungen «eitens de* 3Re|^p^qrjnisni3>* .i^qk-^B^ibg^^ ^^|E&r -^aywc«^, ejfolgreiche Arheijb ungestört wei^r. Amerika. Die Aktion der vereinigten jüdischen Gewerkschat- W für, Baiästina hat die Partei in den letzten Monaten trtoxk. in Anspruch genommen. Doch haben wir unsere so Jtiali^tisch© Aufklärungsarbeit mit Erfolg fortgesetzt. In» Mojjat Mai führen wir eine Aktion für Besteuerung txlgunflten des Verbandabüros durch. Argentinien. .'Die Agitationstournee des Genossen Juris hat die Position der Partei bedeutend gestärkt. Die Versammlungen im ganzen Lande werden von den jüdischen Arbeitern '/ahlreich besucht. Der Erfolg der Geldsammlung für das arbeitende Palästina ist zufriedenstellend. Wir dürfen hoffen, daß die Partei einen großen Aufschwung nehmen wird. Bus unserer Organisation. Maifeier. TJiisetfe Organisation! hat in diesem Jahre ernst, und festlich den 1. Mai gefeiert. Um halb 9 Uhr vormittags haben sieh die in der Leopoldstadt wohnhaften Genossen vor dem Arbciterheiin versammelt und sich dem gemeinsamen Bezirkszuge angeschlossen. Alle anderen CJenossen sind mit dem Bezirkszuge ihres Wohnsitzes marschiert. Um 8 Uhr abends fand im vollbesetzten Theatetsaale eine Festakademie statt, die einen tiefen Eindruck auf die Besucher gemacht hat. Nach der Rede des Gen. Dr. Sokal über diu Bedeutung des Festes der Arbeit folgte ein Trio von Rossowsky für Violine (Else Stein), Cello (Theo Salzmann) und Klavier (Vally Sbein), das! durch seine gefühlvolle jüdisch-russische Weise die Herzen und Gemüter, der Zuhörer eroberte.. Sehr schön war die Vorlesung der drei revolutionären Gedichte von Duschinsky (Raimundtheater). Ein meisterhaft gespieltes CelloSolo (Theo Salzmann) von Achron (Jüdische Melodie) hat den ersten Teil" beschlossen. Im zweiten. Teile der Feier hat Gen., lYL Schapiro (Palästina) das Andenken der Gefallenen am 1. Mai in Jaffa gewürdigt und in packenden Bildern, das Ifest der Arbeit in unserer Heimstätte geschildert. Herr Postollof sang verständnisvoll eine Arbeiterromanze von M. Rosenfeld und Warschawskys „Der P'udim". Am Klavier Herr Prof. Dzimitrowsiki. Erwähnenswert ist noch die Vorlesung des Dr. Feder aus Olgin. (wenn Kajtyn klingen), die die Zuhörer in. andächtige, geslpannte Stimmung versetzt hat und das mit bewtuidernswerter Technik jausgeführte Violinsolo (Else Stein)' voniAchron (Hebräischer Tanz). Den Arrangeuren, insbesondere dem Prof. Dzimitrowsky, gebühren Anerkennung für diese würdevolle Feier. es. ef. Bibliothekswoche Ostermontag am 21. ds. ist im großen Saale des ArbeiterheimJs Borochow eine imposante Bücherausstellung eröffnet worden. Den zahlreich' erschienenen Gästen bot die reiche Auswahl der jiddischen und deutsehen Bücher einen recht erfreulichen Anblick. Zu denen gesellte sich als Novität: Musikalien) jüdischer moderner Kompositionen. Anläßlich der Eröffnung fand eine Mitgliederversammlung statt, die mit einem ausgezeichneten Klaviervortrag eröffnet wurde. Als erster Festredner sprach Gen. Singer über den; Aufbau Palästinas und der Weg zum Sozialismus. Naßh dein Referate folgte ein . Cello-Vortrag mit Klavierbegleitung, für dessen Produktion den Ausführenden besonderer Dank gebührt,. Als nächster Prelegent hielt Gen. Dr. Glanz eine Vorlesung über: Die Bedeutung der Bildung für die Arbeiterbewegung. Sämtliche Punkte des Programme« sind mit Beifall auf genommen] worden. Die Ausstellung war die ganze Woche geöffnet und hat bei den Besuchern großes Interesse erweckt. Den Abschluß der Bibliothekswoche bildete eine kurze Ansprache des Gen. Fenichel und die Büchcrverlosung,. die am 26. ds. stattgefunden hat. Bälgende Lose haben, gewonnen: Nr. 77 I. Preis, Nr. 250 II. Preis, Nr. 231 III. Preis* und Nr. 168 den IV. Preis. Die Besitzer obiger Lose wollen sich ihre Gewinne im Sekretariate abholen. Mit ohiger Veranstaltung ist der erste gnmdlegendie- Scftritt für die Schaffung einer deutschen Abteilung der Bibliothek geschaffen worden. Es ergeht nochmals an alle Genossen und Sympathiker die Bitte, sich mit ausgelesenen Büchern an der Gründung der Bibliothek zu beteiligen. Jüdischer Arbeiterchor. Dem mehrseitigen Wunsche entsprechend, ist i» unserer Organisation ein gemischter Chor gegründet worden. Der Chor steht unter Leitung des Herrn Professor Dzimitrofsky. Prohein finden Mittwoch und Samstag von 6—7 Uhr abends statt. Aufmhme und Auskünfte im Sekretariat .amm^^U.^IUu^ulM Presse der Poale Zion. Der yiddische Arbeiter (jiddisch) Organ deir Poale-Zion Amerikas, erscheint einmal wöchentlich. Der Najer yidischer Arbejter (jiddisch) Organ der Poale Zion Ostgaliziens, erscheint einmal wöchentlich. Unser Schtym (JMdlseh) Organ der Poale Zion in Polen, erscheint zweimal monatlich« Kuntrejs (HebrIUch) Wochenblatt der, „Achdut Haawoqde« in Palfistina „Der jynger jydischer Kämpfer" (jiddisch) Jugendzeitschrift der Poale Zion in Amerika. Arbejter-Zeitung (jiddisch) i ■ Wochenblatt der Poale Zion in Rumänien Die Naje Zayt (jiddisch) Organ der Poale Zion Argentiniens, erseheint zweimal monatlich. Unser Bawegung (jiddisch) Monatsschrift des Verbandsbflros Poale Zion (Berlin) •Dos arbeitende Erez Isroel' (jiddisch) Monatsschrift des Verbandes Poale Zion. Die jiddische Arbeiterjugend (jiddisch) JngendfQrgan der Poale Zloa in Polen. Sämtliche Zeitungen sind durch die Administration „Unsere Tribüne* zu beziehen. iiiSlijgSifft^ff^ In Restaurants und Haffee-II Werbet Abonnenten und hausern verlanget: || sammelt Pressefonds für: €€ PP Unsere Tribüne Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19/10. — Druck: „Adria" Wien. II., Taborstraße 52B.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.