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Unsere Tribüne · 1924-05-01 · 2 (01.05.1924) · p. Seite 4

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
2 (01.05.1924)
Date
1924-05-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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35« «•« ^T? '-V ^^^^^"■'^^^T'i^^'^^ *^!'S5»^$ff,,i<^^ fP^T.'.O »' V-.^-Sv^-h ". "•"'<~5fcVi«'.'\"-~<$w» *>r Unsere Tribüne Nr. 2 Jüdische Kommunisten in Sowjet- Rußland. Tm zweiten Heft der „Blätter für jüdische Demographie und Statistik" finden wir interessante Daten über die jüdischen Kommunisten Rätcrußlands. Nach dieser siatistik gibt es in den 21 Gouvernements von Zentral- und Weißrußlands 139.711 registrierte Mitglieder der R. K. P. (Russische Kommunistische Partei) darunter 4288 Juden, das sind 3.1 Prozent. Sogar in den Städten, wo. die jüdische Bevölkerung die Mehrheit bildet, ist nur eine kleine Anzahl jüdischer Kommunisten, so in Minsk 430, im ganzen Hameler Gouvernement 771, im Witebsker '420, im Smolensker 257. In allen zwölf Gouvernements der Ukraine, in denen zwei Millionen Juden wohnen, sind 6981 •registrierte jüdische Kommunisten. Es ergibt sich sohin für ganz Rußland mit der Ukraine, also auf 2,744.757 jüdische Seelen, die Zahl Ton 11.269 jüdische Kommunisten, das sind 0.4 Prozent der jüdischen Gesamtbevölkerung. Dieser Prozentsatz ist bedeutend kleiner als l*ei den Größrussen (3.8 Prozent), Ukrainern (0.94), Polen (10.8), Letten J78), Esther (16.3), Litauer (32.8). Eine StatistikN nach den Berufen der jüdischen Kommunisten ergibt ein ganz anderes Bild als bei den russischen Kommunisten. In der russischen kommunistischen Partei befinden sich 51.3 Prozent Arbeiter, 17.7 Prozent Bauern und 31 Prozent Angestellte und Intellektuelle. In einem ganz, anderem Ergebnis gelangen wir bei den jüdischen Kommunisten. Trotz- dem sich möglichst viele als Arbeiter zu registrieren bestreben, ergibt die genaue Zahl, daß 50.3 Prozent jedenfalls keine Arbeiter sind. Der „Minsber Wecker" konstatiert mit Bedauern, daß unter 4649 in den professionellen Vereinen organisierten jüdischen Arbeitern sich nur 381 Kommunisten befinden, das sind 7.89 Prozent. Arbeiter, die in die Kommunistische Partei eintreten, verlassen bald die Fabriken und Werkstätten und werden Angestellte in verschiedenen Regierungs- und Partoi- -Unternehmungein. Die folgende Tabelle gibt ein übersichtliches Bild rom Wachstum und Rückgang der jüdischen Kommunisten. Im Jahre 1915 machten sie 5.2 Prozent, 1910 6.9 Prozent, 1917 15.1 Prozent, 1918 18.1 Prozent, 1919; 31.8 Prozent, 1920 20.9. Prozent und 1921 nur "2 Prozent aus. Im Jahre 1919/20 nach Petljuras und Denikins Pogromen und nach der deutschen Revolution ist ihre Zahl stark gewachsen. Von welchen Parteien kommen die jüdischen Kommunisten der russischen kommunistischen Partei. Die Mehrzahl von der russischen sozialdemokra- ^scheu Partei (41.6 Prozent), und vom „Bund" (32.8 Prozent). Ferner von Poale-Zion 10.2 Prozent, von .-S. BL (9.9 Prozent) und von den vereinigten jüdischen Sozialisten (4.6 Prozent). Noch vor kurzer Zeit waren sie die erbittertsten Gegner der ßolschewiki, teils aus allgemeinen politisch-prinzipiellen Gründen, teils aus national-jüdischer Einstellung. Sehr schnell haben sie den Frontwechsel vollzogen und sind heute begeisterte Kommunisten. Diese Veränderung bezieht sich auch auf ihre national-kulturellen Anschauungen. Im Jahre 1922 haben in der Ukraine nur 26.8 Prozent der jüdischen Kommunisten Jiddisch als Muttersprache angegeben, der Rest (73.2 Prozent), gab ausdrücklich Russisch als ihre nationale Sprache an. Sozialistische Konferenz der Balkanländer in Bukarest. Im' offiziellen Bericht von der Konferenz heißt u es unter anderem: Die Konferenz beschließt, die Einberufung des leitenden Rates der; sozialistischen Internationale zu fordern, mit der Aufgabe, Klarheit in die außerordentlich schwierige Frage des Balkans zu bringen, die der dringenden Lösung harren.;. Nach einer ausführlichen Deklaration der bulgarischen Sozialdemokraten über ihre Politik und ihr weiteres Vorgehen, beschließt die Konferenz, diese Frage dein Bureau der sozialistischen Internationale Torzulegen. Bezüglich der allgemeinen Balkanpolitik stellt die Konferenz fest:, pie Situation auf dem Balkan bedroht den Weltfrieden. Sie beschließt, sich mit allen Kräften gegen den Weltimperialismus zu stellen, der auch einen Teil der Balkanstaaten mit' einbezogen hat. Iii 4er mazedonischen Frage fordert-die Konferenz die Rückkehr aller mazedonischen Flüchtlinge in ihre Heimat.und Hilfe für den Wiederaufbau derselben. ' I' 1 , . Im Sinne der Beschlüsse von Hamburg erklärt die Konferenz, sich mit allen ihren Kräften für die Gleichberechtigung und Sicherung freier kultureller und politischer setzen. Entwicklung der Minoritäten einzu- Tribüne darf in keiner jüdischen Arbeiterfamilie fefplen." .Als Hauptredner hielt Gen. Df. Sterrtberg einefi> interessanten Vortrag über das Thema: Der käpitalistfsche Mensch. Die Anwesenden folgten den lehrreicheü Ausführungen des Prelegenten mit besonderer Aufmerksamkeit. Die eindrucksvolle Feier schloß mit detr Bücherverlosung zugunsten der Bibliothek, Von welcher an anderer Stelle genauer berichtet wird. Aus unserer Organisation. Feierliches Meeting. Anläßlich des Erscheinens der ersten Nummer unserer Zeitung hat die Organisation für den 26. v: M. ein feierliches Meeting einberufen. Die zählreich erschienen Genossen und Gäste begrüßte Gen. Fenichhel, der die Bedeutung der Zeitung würdigte. „Der Weg ist vorgezeichnet — schloß der Redner — Unsere MlliKtirilKdflll^ Fest-Akademie anläßlich der l.-Mai-Feier. - Anfang punkt 8 Uhr abends. PROGRAMM: i. 1. Dr. S. Sokal: Die Bedeutung des! ersten Mai. 2. R o s s o w s k y: Trio für Violine, Cello und Klavier: Else Stein (Violine), Theo Salzmanjn, (Cello), Vally Stein (Klavier). 3. Duschinsky (Raimundtheater): Rezitation. 4. Aohron: Jüdische Melodie für Cello. (Theo Salzmann.) IL 5. M. S cha p i r o (Palästina): Die Gefallenen am ersten Mai in Jaffa. 6. a) M. Rosenfeld: Arbeiter-Romance, b) L. Warszawsky: Der Fudim, c) Skiar: Vorm Abschied, d) Ich bin a Chosydyl (Volkslied). (S. Postollof.) 7. Dr. T. Feder: Vorlesung aus Olgin. Wenn' die Kajtyn klyngyn. 8. a) Achron: Jüdische Melodie (für Violine), b) Engel: Freilachs, c) Achron: Hebräischer Tanz (für Violine). (Else Stein,) :jniiiii»r.;:«iiiiH:;^ liilliiilliliiiiliiiiiiiiiii!« Arbeiterbibliothek „Borochow*, Die jüdische Bibliothek Borochow ist neuerdings uml viele Neuerscheinungen in jiddischer Sprache vergrößert worden. Die Gesamtzahl der Bücher übersteigt jetzt 600. Stark ist der wissenschaftliche Teil. Es ist Pflicht aller Genossen, sich als Mitglieder einzuschreiben und für den Eintritt in ihrem Bekanntenkreise zu agitieren. Bibliothekstage und Mitglieder.^ aufnähme Mittwoch und Samstag abends. In den nachsten Wochen dürfte die deutsche Abteilung eröffnet werden. Die AbonnementsbedLingungen sind sehr günstig. , - w , t| - I Schachsektion „Borochow". Die Vereinswettkämpfe sind in allen Klassen beendet, somit auch die Winterspielsaison 1923/24. Unsere Sektion dürfte in der III. Klasse den 9. Plate; mit 55 Punkten errungen haben, ein Vorsprung mit 3 Stellen gegen das Vorjahr. Jetzt wird energisch an der Ausführung des Sommerspielplanes gearbeitet Am 26.v.M. sollte ein Freundschaftsspiel gegen Hakoafcb stattfinden, das aber aus uns unbekannten Griindtin; abgesagt wurde. — Am 4. Mai wird ein Sektionjakampf gegen Hernais ausgetragen. — Am 18. Mai ist ein Wettkampf gegen Floridsdorfer Schachklub (II. Klasse) angesetzt — Der österreichische Arbeiter- Schachbund hat am 21. v.M. einen Bundestag einberufen, der sich mit aktuellen Fragen zu beschäftigen» hatte. Es wurden wichtige Beschlüsse gefaßt und die Stellung zum bürgerlichen Schachverbande und der Arbeiter-Schach-Internationale präzisiert. In der Debatte nahmen unsere Vertreter regen Anteil. In den. Bundesvorstand wurden diei Gen. Hitnik (Spielleitung) | und Fenichel (Schiedsgericht) von unserer Sektion gewählt. '■ Spieltage und Mtgliederaufnahme Montag, Mittr woch und Sonntag vormittags. Reiche Schachliteratux'. ■ R 0 flo gef SOJ gel sk wu ter sir gca vo »in die sie .DU kai 'um wi] m kai Neuerscheinungen. S. Kaplansky: Probleme der Palästina-KolonisatiöjQi:: (deutsch). Verlag.Ferdinand Ostertag, Berlin,. B. Borochow: Die jüdische Arbeiterbewegung ja Ziffern (jiddisch), derselbe Verlag. Presse der Poale Zion. Der yiddische Arbeiter (jiddisch) Organ der Poale-Zion Amerikas, erscheint einmal wöchentlich. Arbejter-Zeitung (Jiddisch) Wochenblatt der Poal« Zion in Rumänien Der Najer yidischer Arbejter (Jiddisch) Organ dar Poale Zion Ostgaliziens, erscheint einmal wöchentlich. Die Naje Zayt (jiddisch) Organ der Poale Zion Argentiniern, erscheint zweimal monatlich. Unser Schtym (jiddisch) Organ der Poale Zion in Polen, erscheint zweimal monatlich. Unser Bawegung (jiddisch) Monatsschrift des Verbandsbüros Poale Zioa (Berlin) Kunteejs (Hebräisch) Wochenblatt der „ Achdut Haawqode" in Palistina ,Dos arbeitende Erez Isroel* (jiddisch) Monatsschrift des Verbandes Poale Zion, „Der jynger jydischer Kämpfer" (Jiddisch) Jugendzeitschrift der Poale Zion in Amerika. Die jiddische Arbeiterjugend (jiddi&ch) Jugend-Organ der Poale Zion in Polen, Sämtliche Zeitungen sind durch die Administration „Unsere Tribüne** zu beziehen,. hei tafe maß vat Aar gia he&i den (MO iual der rifTÖ' öiQ «be 2feil ■tfer Sez mtr war «uJBi Äer fea& ieet iter 'frix ,«090 für blik IteaJ wtj fca i fcreo Cfele ist fttrt «oht Si f 9i EtgtAttynoCT, Verlegt/, HeawwflRbietr und veraatwartüfibar Rjftdakteur: Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraß© 19/10. — Druck: „Adria" Wien, II., Taborstraöe 52 B.

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