Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Ludwig Geiger
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 3)
- Language
- German
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Ludwig Geiger hat die Begründung des Gesamtarchivs der deutschen Juden und dessen fortschreitende Wirksamkeit mit Freude begrüßt, er hat gern an der Verwaltung dieses Kulturwerkes mitgearbeitet. Das Gesamtarchiv wird das Andenken des unermüdlichen* opferwilligen Forschers stets in Ehren halten! I. Elbogen. JÄarcus Btann <&tb* g* 7* 1849, geft< 26.9* 1920* Wie kein zweiter, war Marcus Brann zur Teilnahme an der Verwaltung des Gesamtarchivs der Deutschen Juden berufen. Als dieses 1904 ins Leben trat, war er unbestritten der beste Kenner und eifrigste Bearbeiter der auf die Juden bezüglichen, in öffentlichen deutschen Archiven ruhenden Quellen. Früh waren in ihm Anlage und Neigung für das Studium der Geschichte zu erkennen, in seine Studienjahre an der Breslauer Universität fiel die Begründung des dortigen Historischen Seminars und, was für Branns Entwickelung entscheidend wurde, Grünhagens erste Vorlesungen über Diplomatik und Paläographie. Wenn er auch zunächst einigen Untersuchungen aus dem Bereich der alten Geschichte seine Kraft widmete, so verließ Brann doch rasch dieses Gebiet,, um sich ausschließlich Studien zur Geschichte der Juden im Mittelalter und vor allem in der Neuzeit zuzuwenden. Diese Interessen führten ihn mitten in die archivalischen Arbeiten hinein, und gerade darin liegt der Fortschritt seiner Leistung über die Methode seines Lehrers und Amtsvorgängers H. Grätz hinaus. So wie die Schüler Rankes das Werk des Meisters durch Begründung historischer Seminare und planmäßige Quellenbearbeitungen weiterführten, so haben Brann und seine Altersgenossen das Werk ihres Lehrers Grätz dadurch ausgebaut, daß sie den Blick auf die öffentlichen und die jüdischen Archive lenkten und das in ihnen schlummernde Material der Wissenschaft zugänglich machten. Gleich seinem frühvollendeten Freunde David Kaufmann war Brann ein unermüdlicher Schatzgräber, in den verschiedensten Gebieten zu Hause und stets bereit, den wissenschaftlichen Genossen ihre Arbeit zu erleichtern. Seine eigenen Forschungen brachten ihn früh mit der Stadt und Provinz in Verbindung, in der er den größten Teil seines Lebens ver- 106