Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Der Oberlandesälteste Jacob Moses
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 24)
- Language
- German
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schrieben. worden, gleichfals zu vollziehen geruhen, dann1 würde der gewagteste meiner Wünsche erfüllet werden. Ew. Königlichen Majestät empfehle ich die gantze jüdische Nation, mich und meine sämtliche Familie in allerhöchstdero ferneren Gnade und Schutz und ersterbe in tiefster Verehrung. Ew. Königlichen Majestät allerunterthänigster Knecht, Der Ober-Landes-Älteste der sämtlichen Judenschaften Jacob Moses. Berlin den 16. Juny 1792. Das Generaldirektorium wollte auch dieses Mal wie 1782 die Dienste des erfahrenen Mannes nicht ganz entbehren. Das ganze Amt beizubehalten, konnte bei dem Alter und der „zunehmenden Schwachheit" des Jacob diesem nicht zugemutet werden. Dagegen wünschte das Direktorium, daß er an der „Reform des Judenwesens", der neuen Gesetzgebung über die Rechtsverhältnisse der Juden, als Oberlandesältester teilnehme, „wozu er auch wegen seiner vorzüglichen Einsichten von der Verfaßung der Juden-Gemeinen und $vegen des Vertrauens, welches selbige in ihn setzen, mit gutem Nutzen zu gebrauchen seyn wird". Da Jacob sich nach Maßgabe seiner noch vorhandenen Kräfte zu dieser Mitarbeit bereit erklärte, wurde die Dimissionsurkunde ausgefertigt und dem Könige zum Vollzuge vergelegt. Im Begleitberichte an den König vom 7. Juli 1792 hob das Geneixaldirektorium hervor, daß Jacob „wegen des allgemein bekanten guten Rufs seiner Rechtschaffenheit und um seine Kinder und anrdre Juden dazu aufzumuntern, einen rühmlichen Abschied verdiene". Jacobs Wunsch ging in Erfüllung. Am 9. Juli kam die Urkunde „von Sr. KönigL Mayt. vollenzogen" an die Minister zurück. Sie trägt das Datum des 4« Juli 1792, da sie an diesem Tage vom Gener,aldirektorium ad regem eingereicht wurde. Der König bezeugt seine höchste Zufriedenheit über die von Jacob geleisteten, guten Dienste und die hierbei bewiesene, überall rühmlichst bekannte Rechtschaffenheit und erwartet, daß er die Geschäfte des Oberlandesältesten mit seiner Erfahrung und redlichen Betriebsamkeit bis. zur Beendigung der Judenreform fortsetze. 2 Vorl. denn. 2) Die Dimissionsurkunde wurde mit Kgl. Reskript vom 17. Juli an Jacob ausgehändigt in der Erwartung, „daß er dem Inhalt derselben in Ansehung der fortzusetzenden Arbeiten bey der Reform des Juden-Wesens ein Genüge leisten wird". Mit demselben Datum ging Mitteilung an die Behörden, sowie an dea Oberlandes-Ältesten Daniel Itzig und die Berliner Judenältesten. 36