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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 34 (sequence 22)
Language
German
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selbst und der mit Strenge unternommenen Recapitulation und Erwägung der Vorfälle seines Lebens", dankte für die ihm erwiesenen Candenbezeugungen „mit den feurigsten Wünschen für den Flor seines Vaterlandes" und ersehnte sich als höchste Belohnung, daß Friedrich Wilhelm II. die Entlassungsurkunde ebenso eigenhändig unterzeichnen möchte, wie es der frühere König mit dem „Patente ala Landesoberältester" getan habe. Wenn mich auch nicht; mein 69-tes Jahr daran erinnerte, daß ich mich meinem Ziele nähere, so würde es doch weit unangenehmer die Abnahme 'meiner Kräfto thun, welche ich nach und nach wahrnehmen muß. Ich habe nunmehro seit einige dreyßig; Jahren als Armen-Vorsteher, Ältester und inclusive 17 Jahr als Landes-Ober-Ältester gedienet. Ich bin mir bewüst, daß ich alle meine Kräfte angewandt, meine Pflichten zu erfüllen, und wenn in dieser langen Reihe ,von Jahren nie der Fall eintrat, daß Ew. Königliche Majestät irgend einen der zu meinen Geschäften gehörigen, nie wieder die Fundamental - Gesetze gerichtet gewesenen Verträge oder irgend eine Betreibung eines mir aufgetragenen Geschäftes mit allerhöchstdero Unzufriedenheit oder Misbilligung bezeichneten, dagegen vielmehr bey denen in den Angelegenheiten der Judenschaf t erforderten Zeugnißen vorzüglich meine Mitunterschrift zu deren Glaubwürdigkeit erheischten, mir bey der Acquisition von Westpreussen durch den Verstorbenen Etats-Ministre von Massow die Wahrnehmung der Gerechtsame der dortigen Judenschaft ausdrücklich auftragen ließen und von mir, wie Acta bezeugen, besorgt wißen wolten, die ich auch bis jetzt bey allen die gantze Gemeinde an-j gehenden Umständen und Vorfällen besorgt habe; endlich auch auf mein Abschiedts- Gesuch vom 6-ten September 1782 mir unterm 11-ten September deßelben Jahres dero durchgängige allerhöchste Zufriedenheit mit der Verwaltung meiner Functionen zu erkennen zu geben. geruhet, dann * scheint dies 2 alles für mich dahin zu sprechen, daß mein pflichtmäßiges Bestreben nicht gantz fruchtlos gewesen ist. Diese für mich glückliche Ereigniße und verschiedene andere schriftliche Beweise von Ew. Königlichen Majestät allerhöchsten Huld und Zufriedenheit, wovon ich diesen meinen Vortrag Abschrift beyf üge, waren stets für mich die süißesteh Belohnungen in meinem öffentlichen Leben und werden ewig in meiner Familie ein Denkmahl und nach meinen Wünschen ein unfehlbares Anreitzungsmittel für meine Nachkommen bleiben, in meinen Fußstapfen zu treten und auf diesem Wege den heiligen Pflichten gegen den Staat, das allerhöchste Interesse und gegen ihre Nebenmenschen ohne Unterschied des Standes und der Religion getreu zu1.bleiben. Auch meine Nation hat es durch das gleichfalls anliegende Zeugniß anerkannt, 3 daß ich mich ihrem Wohl und ihrem Besten widmete, und es sind gewiß nicht geringe Ausgaben, welche ich theils armen Supplicanten, theils aber denen sämtlichen Westpreußischen jüdischen Einwohnern, so lange sie unter Ew. Königlichei Majestät allerhöchsten Regierung stehen, gerne aufopferte, um ihnen ihre Angelegenheiten und die Betreibung derselben erleichtern zu helfen, wozu sie l>ey ihrer Unwißenbeit gäntzlich unfähig waren, wie solches die verhandelten Acten hinlänglich beweisen. Nie habe ich an eine Erstattung gedacht. Unentgeltlich und 1) Vorl. denn. 2) Vorl. dis. 3) Vorl. anerkand. 34

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