Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Der Oberlandesälteste Jacob Moses
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 18)
- Language
- German
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ten Hinderungsgründe nicht entziehen und so erklärte er sich bereit, das Amt des Oberlandesältesten für Preußen mit Ausnahme Berlins weiterzuführen. Ew. Königlichen Majestät allergnädigste Resolution vom n-ten dieses Monaths, wodurch Allerhöchstdieselben mir die nachgesuchte Erlaßung meiner Function, so weit solche meine Verrichtungen als Ober-Ältester bei der hiesigen Juden- Gemeinde betrift, zu bewilligen geruhet haben, verehre ich mit allerschuldigst submißesten Dank. Und da Ew. Königliche Majestät mein bisheriges Bestreben in Erfüllung meiner Pflicht mit allerhöchstdero huldreichen Beifall begnadigen, welches mich bewegen muß, in solchem Bestreben fortzufahren, so submittire ich auf Ew. Königlichen Majestät allerhöchsten Befehl, meiner schwächlichen Gesundheitsumstände und häußlichen Geschäfte ohnerachtet, die Function als Ober-Landes- Ältester der Judenschaften in den übrigen Städten und Provinzien ferner über mich zu behalten und wie bisher fortzusetzen, mit der allerdevotesten Versicherung, daß ich alle meine Kräfte anwenden werde, hierunter Ew. Königlichen Majestät allergnädigstes Vertrauen und huldreichsten Beifall mir führohin zu erwerben. Ich ersterbe in solcher Gesinnung mit dem allertiefsten Respekt Ew. Königlichen Majestät all er unter thänigster Der Ober-Landes-Äitester Jacob Moses. Berlin den 17. September 1782. Darauf hin wurde mit dem Datum des 27. September 1782 Jacob „von seinem officio eines Oberältesten der Judengemeine in hiesigen Residenzien dispensiret" und zur Fortsetzung seiner Funktion als Oberlandesältester „angewiesen". 1 Natürlich wurde auch die Berliner Judenschaft von der Änderung in Kenntnis gesetzt. Wenngleich von der Amtsführung des Jacob die Berliner Angelegenheiten nach seinem eigenen Wunsche ausgeschlossen wurden,2 sollte er doch auch in Berlin bei allen Sachen, die gleichzeitig auch die anderen Ju- 1) Die „Berlinischen Nachrichten" (Haude und Spener) meldeten erst am 12. Dez. 1782 (Nr. i49). „Der bisherige Oberlandes-Älteste Jacob Moses ist wegen seiner geschwächten Gesundheitszustände von seiner bisherigen Function als Oberältester der hiesigen Judengemeine dispensiret, jedoch wegen erlangter Einsicht in Juden-Sachen, auch bisher bewiesenen Application und Rechtschaffenheit, in Ansehung der Judengemeinen in denen übrigen Königlichen Provinzien und Städten als Oberlandes-Ältester bestätiget". 2) Als am 22. Okt. 1785 die Berliner Judenältesten von der Kurmärkischen Kammer aufgefordert wurden, die von ihnen auszustellenden Atteste jedesmal mit der Unterschrift des Jacob versehen zu lassen oder zu gewärtigen, daß ihnen solche als unzulänglich zurückgesandt würden, wurde Jacob auf seine Vorstellung vom 3o. Oktober von der Verpflichtung zur Unterschrift dispensiert „weil er von dem officio eines Oberlandesältesten in Ansehung der Berliner Judenschaft auf sein anhalten bereits im Jahre 1782 entlassen worden" (Reskript 2. Nov. 1785). 30