Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2821022-2821033-2822054--0963-2822098
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

reu vollendeten öffentlichen Geschäfte wegen drei Regenten und deren Ministerio bekannt und schätzbar ward, so wie er von seiner Nation und von vielen andern Menschen und Familien, denen er mit rastloser Tätigkeit in ihren Verlegenheiten zu Hilfe eilte, dankbar verehrt wird". 1 „Hoch klingt das Lied vom braven Mann", dessen Name neben den eines Friedrich des Großen und eines Generals von Zieten gestellt wird. Seine edle der Witwe von Seelens bezeigte Menschlichkeit blieb zudem nicht vereinzelt Schon die obige Lebensbeschreibung hebt hervor, daß der genannte Philanthrop vielen andern Menschen und Familien mit rastloser Tätigkeit in ihren Verlegenheiten zu Hülfe eilte. Als er starb, wurde ihm nicht nur seine „vorzüglich ausgezeichnete" amtliche Tätigkeit, sondern auch sein „musterhaftes" Privatleben öffentlich von nicht jüdischer Seite nachgerühmt. Ich kenne im 18. Jahrhundert außer Moses Mendelssohn keinen deutschen Juden, dem wie Jacob Moses nach seinem Ableben eine solche ehrende Würdigung wie die folgende in der Tageszeitung zu teil wurde. Die „Berlinischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen, im Verlage der Haude und Spenerschen Buchhandlung" melden in ihrer Nr. 8 vom Dienstag den 19. Januar 1802: „In der Nacht vom i4-ten auf den i5-ten dieses Monats entschlief an einer Entkräftung in seinem eben vollendeten 78-ten Jahr der Königl. Pr. beständige Ober- Landes-Älteste sämtlicher wohllöbl. Judenschaften in den Preuß. Landen, Herr Jacob Moses allhier. Nach einer vieljährigen, höchstrühmlichen Amtsführung als Ältester der wohllöbl. Berlinischen Judenschaft, durch welche derselbe sich zugleich dem hochpreißl. Königl. Pr. General-Directorio rühmlich bekannt machte, ward er im Jahre 1775 von Sr. Majestät dem höchstseligen König Friedrich dem 2-ten glorreichen Andenkens zum beständigen Ober-Landes-Ältesten ernannt. Schon vorher hatte derselbe seine IlandlungSgeschäfte nach und nach eingeschränkt, um mit ungetheilten Kräften seinen Amtsgeschäften obliegen zu können. Jetzt stellte er solche völlig ein und gab sich seinem neuen ehrenvollen, doch schwierigen Berufe ganz hin. Welches unverkennbares, großes Verdienst sich derselbe um die sämtlichen wohllöbl. Judenschaf ten in den Königl. Preuß. Landen in diesem vielumfassenden Wirkungskreise erwarb, davon sprechen vielfältige Thatsachen, sowie das bei der im Jahre 1792 zunehmenden Alters halber von demselben erfolgten Niederlegung der Ober-Landes-Ältestcn-Steile von Sr. Maj. des höchstseeligen Königs Friedrich Wilhelm in den gnädigsten und ehrenvollsten Ausdrücken ihm ertheilte Belobungsschreiben von seiner musterhaften Verwaltung derselben zeugt. Allein nicht bloß sein öffentliches Leben ists, wodurch der Selige sich so vorzüglich auszeichnete und 1) Mir wäre der Bericht unbekannt geblieben, wenn nicht Landshuth in seiner hdschr. Sammlung der Berliner Grabschriften (Bibliothek der Berliner jüdischen Gemeinde) zu Nr. 621 auf ihn hingewiesen hätte. Siehe auch Jahrbücher der preußischen Monarchie 1798 11,438. 15

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.