Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Das Erfurter Judenbuch
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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— 69 — Samsam de Halle de domo Kesselborn dant1 II talenta consules. BL45 2 Anno domini M GCC LXXXVIII, quando Hermannus Huttener, 1388 Theodericus Hundolf magistri consules fuerunt cum aliisz sociis* eorum, tunc recepti sunt in cives, qui infrascripti5 sunt primo. Item Frydil Hellers brudir receptus est in civem; dedit L sexag. Item Michel von Elrich receptus est in civem pro VIII sex. cum filio suo Vifelman. Magister Ysag de Halle et Michahel de Nuwestat recepti sunt in cives vigilia assumcionis Marie* pro V sexiagenas. Finke de Blicherade receptus est in civem in die sancti Severi1 pro VI sexiagenos et XV grossen. Bl.468 9 In deme jare, als man zcalte noch Cristi gebort tusint drehundirt 1389 nuen und achzcig jar und er Henrich ern Bruns, er Jacob Osilhouf, er Hermann von Eczilbech und er Henrich von Totilstete ratismeistere^ er Albrecht von Waldinrode, er Wetige von Tanheym, er Johannes Walter und er Henrich von Scolen, die vire von der gemeynde,10 mit andirn oren kumpan am rate sassin, du obirquamen unse hern die fünf reten eyntrechticliche, daz vortmer dyhein Jude zcu Er ff orte sulde eristen knechte, meide edir ammen zcu gesinde haben.12 So sulden ouch alle Juden zcu Erfforte stifeln tragen und mentile mit witen hoibitfenstirn und lange hüte ane kogeln edir lange kogiln ane hüte poben den mentiln, die obir 1 dant statt durchstrichenem dat ad. 2 Schrift wie Seite 68 Anm. 12. 3 Vgl. S. 68 Anm. 8. 4 Buchstabenbestand scoeiis. 5 in über der Zeile. 6 14. Aug. 7 22. Okt. 8 Bl. 45? unbeschrieben. 9 Andere Hand. lü Die sogenannten Vierherren, deren Einsetzung (1283) zwar bekannt, deren stadtpolitische Bedeutung aber noch wenig erforscht ist; vgl. Kirchhoff, Die alt. Weistürner d. Stadt Erfurt S. 239/40. 11 Es war Sitte, bei wichtigen Beschlüssen ausser den „am rate sitzenden Kumpanen" auch die Eäte der vergangenen vier Jahre, also alle Consularen zusammenzurufen (Kirchhoff S. 240). Über den gleichen Brauch in Naumburg siehe Anzeiger f. d. Kunde der deutschen Vorzeit XIII S. 130. 12 Dieses ihnen zur Zeit Heinrichs IV. im Gegensatz zur Kirche zugestandene Recht (Aronius, Eegesten zur Geschichte der Juden in Deutschland nr. 168 u. 171,9 an letzter Stelle mit der ausdrücklichen Erklärung: nec hoc contradicat episcopus vel aliquis clericus) wird ihnen später auch von den weltlichen Gewalten genommen. Über hierauf bezügliche Beschlüsse des rheinischen und schwäbischen Städtebundes vom Jahre 1387 siehe Süssmann, Die Judenschuldentilgungen unter König Wenzel S. 90 Anm. 1.