Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Das Erfurter Judenbuch
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 37)
- Language
- German
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— 38 — Magister Elyas, Golde de Brunow,1 vre kynd und yrer bruder kind in cives facti sunt pro XL mar., que civitati persolventur.2 1371 Anno domini M0 GCC LXXIü, quando Henricus de Tanroyde et Bl-18 Conradus de Wizzense et Gerhärdus de Nedemsdorf et Hugo Brunönis mägistri consulum fuerunt,3 feria tercia post ascensionis domini.4 Item Zcacharias5 et Sadyas gener Lacus6 de domo zcu dem Paradisi dat XLVIII taln. et incepit sedere festum Jacöbi, debet dare XXIIII taln. supra festum purificationis Marie et XXIIII taln, supra festum Jacobi sequenti et1 debet dare annuatim XLVIII taln. 8 Daz metele hassen in der Cleyngasse hindir Trummestörffe, daz czinset unsern herrin mit der kemenaten sechs pfund, da Jacob von Salveld» inne wanet, der da wil czihen zu der Hemelpforten, und wanne her wedir wil czihen in daz vorgenant huz, so sal yn kein Jude nach nymant hindern, her sie dar inne odir nicht, und wenn her dar in setzet, der sal wedir uzczihen, wann her wil ane alle hindernisse und wedirrede. Johelin10 de Olmene et Richcza söcrus sua11 de domo apud Schalum de Brunow X taln^ und sie ensal nych eyn ander Jude uzymyte. 1 Golda ist die Witwe des Ebrusch v. B. vgl. Bl. 24. Ihre Söhne, Wecwyn oder "Wiclyn, Schalam und Mordechei, sind bekannt aus Erl ükb. II ni\ 701, 792 (1373—77). In nr. 989,4 (1381) wird ein Schalam, der wohl irrtümlich dort Bernow statt Brunow heisst, erwähnt. Ob hierunter der seit 1379 selbständig zinsende Sohn der Golda oder sein Namensvetter, der zum Unterschiede späterhin senior genannt wird, gemeint ist, lässt sich nicht entscheiden. 2 Magister bis persolventur nachgetragen. 3 Heinrich von Salcza und Guntherus von Frimar Kämmerer (Baurechnungsauszüge Bl. 687). 4 20. Mai. 5 Davor item Zchacarias gestrichen. 6 et Sadyas gener Lacus über der Zeile. 7 et bis taln. späterer Zusatz. 8 Der ganze Absatz von anderer Hand eingeschoben. 9 Als an dieses Haus hinten anstossend wird 1376 das vom Rate an vier genannte Juden auf Lebenszeit verkaufte Haus des Trumsdorf genannt, das zwischen dem Paradiese und dem Mühlhofe lag und früher ein Brauhaus war (Erl Ukb. II nr. 777). Die Nachbarschaft des Paradieses wird auch Bl. 39 angegeben. Die Judennamen fehlen auch bei Miiwitz Bl. 1021, als Bewohner werden für 1376 Josef von Königsbergs Witwe und ihre drei Söhne angeführt. 10 Johelin ist sicherlich identisch mit Joselin Bl. 5, 10', 16. Die hier genannte Schwiegermutter ist Richcza von Weida, vgl. Bl. KT; das hier bezeichnete Haus ist wie Bl. 16' ersichtlich, in der Nachbarschaft des Schalim von Brunow; schliesslich beträgt der Zins in beiden Fällen die gleiche Summe. Es liegt demnach ein Hör- und Schreibfehler, zum mindesten aber der letztere, vor. Welche Lesart richtig ist, lässt sich, da beide einen Sinn geben, nicht mehr feststellen. 11 et bis sua auf der folgenden Zeile.