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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1914-01-01 · 5 (1914) · p. Seite 4

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
5 (1914)
Article
Das Erfurter Judenbuch
Date
1914-01-01
Page
Seite 4 (sequence 3)
Language
German
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— 4 — Das Format ist Folio, der Schreibstoff wie bei den Freizinsregistern Pergament. Die Handschrift zählt 69 Blätter. Acht bilden in der Regel eine Lage, doch sind nicht alle gleichmässig erhalten. Eine Untersuchung führte zu folgendem Ergebnis1: Bl. 2—3' (2); 4—4' (1); 5—5' (1); 6—6' (1); 7—13' (8—l)2; 14—21' (8); 22—29' (8); 30—37' (8); 38-45' (8); 46—54' (8+1)3; 55—62' (8); 63—69' (8-1).3 An zwei Stellen finden sich Ansätze zu einer Blattbezeichnung innerhalb der Lage durch kleine lateinische Buchstaben in der rechten Seitenecke.4 Die Schrift ist die allgemein übliche gotische Kursive. Pur wenige Ueb er Schriften und Namen ist die gotische Minuskel (spätere Buchschrift) verwandt. Das Buch weist wechselnde Hände auf.5 Nirgends hat sich ein Schreiber genannt, doch sind uns aus anderen Quellen die obersten Ratschreiber dieser Zeit bekannt.5 Ob sie selbst oder einer ihrer Unterschreiber die Feder führten, wissen wir nicht. Anfangs dachte man wohl an eine saubere Führung entsprechend den anderen Stadtbüchern, liess darum Platz für ein unausgefüllt gebliebenes Rubrum, schrieb Initialen, verwandte für Köpfe und Ueberschriften, wie , schon erwähnt, die Minuskel und zog saubere 1 Die ersten Zahlen geben die fortlaufende Zählung der Blätter, die letzte, eingeklammerte, die Anzahl der zusammenhängenden Blätter an. 2 Das zweite Blatt fehlt. 3 Das erste Blatt fehlt. 4 BL 46—49 und 63—64. Da 63 und 64 die Blattbezeichnungen c und d tragen, so muss die nach Anm. 3 anzunehmende Lücke am Lagenanfang mindestens zwei Blätter betragen. 5 Nachdem bis 1351 magister Eckehardus nachweisbar dieses Amt bekleidet hatte, führte 1369 ein ungenannter Stadtschreiber, der gleichzeitig Propst des Severistiftes war, die städtische Buchführung (Erf. Ukb. II nr. 644). Da jedoch 1386 und 1387 (a. a. 0. nr. 937 und 948) von einem Vermächtnis Heinrichs von Dasela, eines Kanonikus der Severikirche und obersten Stadtschreibers Erfurts, die Rede ist, so ist der Schluss wohl erlaubt, dass sein Name einzusetzen ist. Zum mindesten folgt daraus, dass ein Geistlicher dieser Kirche (vielleicht auch mehrere) in den ersten Jahrzehnten die Geschäfte der Ratskanzlei führte. Vielleicht ist es die gleiche Feder, die gleichzeitig die Grundzinse von S. Severus einträgt. Die Schrift ähnelt sich in "beiden besonders in den Eintragungen der ersten Jahre. 1376—1399 ist dann Härtung Gernod, Kanonikus von Fritzlar, Schreiber des Rates (a. a. 0. nr. 775, 785, 793, 942, 963, 971, 1023, 1039, 1129). Gleichzeitig wird 1387 Dietrich Härtung (a. a. 0. nr. 951), für das Ende der in Frage kommenden Zeit 1396—1416 Johannes von Apolda (a. a. 0. nr. 1096 und Magd. Staatsarchiv Erfurt XLVII nr. 10 u. 11) als Protonotarius genannt.

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