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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 104

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Generaltableau betreffend die wechselseitigen Gerechtsame und Privilegie der Christen und Juden in den Städten des Königl. Posenschen Camme Departements
Date
1913-01-01
Page
Seite 104 (sequence 34)
Language
German
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IRI
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— 104 — 16. Zduny (3612 Christen, 156 Juden). II. *Peter Schnuta von Lachowa [6. September] 1637. [und ist dieses Privilegium von den Nachkommen bestätiget worden]. Verbiethet den Juden ausdrücklich in Zduny zu wohnen und sich sesshaft zu machen ♦ III. Nach und nach ist dieses Privilegium ausser Acht gekommen und durch neuere unkräftig gemacht worden. IV. Die Zunft Privilegia enthalten nichts besonderes über die Juden, im allgemeinen heisst es jedoch, dass keine Pfuscher geduldet werden sollen, so lange danach keine Juden in die christlichen Zechen ein und aufgenommen werden, sind sie Fuscher und dürfen als solche nicht geduldet werden. V. *Nach dem Privilegio vom Grafen Alexander Joseph Sulkowski [13. October] 1744 ist zweyen Juden das Ansiedelungsrecht, der Gewürz, Licht, Heering, Salz und Materialhandel erlaubt. *Nach dem Privilegio von [10. December] 1772 vom Pürsten August von Sulkowski ist den Juden noch mehr eingeräumt, indem ihnen erlaubt wird sich nach Gefallen in Zduny nieder zu lassen, eine Synagoge zu bauen und uneingeschränkten Handel zu treiben. [Anmerkung: Der Magistrat bemerkt hiebey, dass da die Juden das erste Privilegium von den nach einander folgenden Grundherrn nicht hätte confirmiren lassen, dessen Kraft erloschen sey, indem nicht zu erweisen ist, ob nicht die spätere Grund Herren diese Jura zu confirmiren verweigert haben (würden). Der in diesem Privilegio benannte Fleischer Marius (Marcus) Loebel habe auch überdies noch bey Lebzeiten seine Fleischerbanck an einen Christen verkauft und bey Tradition alle Jura competentia auf denselben resignirt.] VI. Die Juden mögen wohl schon vor Erhaltung eines Privilegii tacite geduldet worden sein1), und es lässt sich auch gegen die Rechts Gültigkeit ihrer Privilegia in so fern nichts sagen, als sie den Christen ihre Nahrung nicht schmälern. VII. Der Jude benutzt jede Gelegenheit seinen Nahrungs-Erwerb zu erweitern und daher, dass die Christen solches immer tacite zugegeben haben, kommt es, dass die Christen durch die Juden in ihrer Nahrung ausserordentlich zurückgekommen sind, besonders seit dem *) Da, wie es in der Spezialtabelle fol. 85 heisst, man dies aus der ausdrücklichen Bemerkung in dem 1. Privileg schliessen könne, dass die damaligen Juden nur darum um neue Privilegien gebeten hätten, weil ihnen ihre älteren verbrannt seien.

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