Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1913)
- Article
- Generaltableau betreffend die wechselseitigen Gerechtsame und Privilegie der Christen und Juden in den Städten des Königl. Posenschen Camme Departements
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 19)
- Language
- German
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— 89 — Ruin der Bürger nachgelassen, z. B. das öffentliche Feilhalten des Fleisches unter ihren Lauben, der freie Einkauf allerley Victualien, des Getreides, Hüner und Gemüse, jedoch erst eine Stunde hernach, wenn sich der Markt anfängt. Desgleichen ist ihnen an Wochenmärkten der Verkauf der Tücher in ganzen Stücken und Faländschen,1) wenn solche in Lissa selbst fabricirt worden auch nach der Elle, der Einkauf des Leders, der Wolle, das Kuchenbacken, das Einbringen fremden Bieres, das Musicmachen etc. [endlich dasMäklen und als Faktor sich brauchen zu lassen] unter gewissen Einschränkungen erlaubt. VI. Wider die Rechtsgültigkeit der beiderseitigen Privilegien lässt sich nichts erinnern, in so fern nicht ein oder der andere Punkt durch neuere Bestimmungen Abänderung erlitten. VII. Beide Theile wurden vor und nach der Besitznahme bei ihren gegenseitigen Privilegien von der Grundherrschaft geschützt. 9. Opalenica (789 Christen, kein Jude). IV. wie bei 4. V. Vor circa 18 Jahren wohnten allhier einige Juden [besassen aber keine eigenthümlichen Häuser], jetzt aber nicht mehr. 10. Priment (252 Christen, kein Jude). V. Es sind hieselbst wie in allen geistlichen Städten nie Juden geduldet worden. 11. Punitz (1469 Christen, kein Jude). [II. Bemerkung. Obgleich in Punitz kein Privilegium de non tolerandis Judaeis vorhanden, so werden daselbst doch von der Grundherrschaft keine Juden geduldet.] V. Es existiren allhier keine Juden. 12. Rackwitz (1013 Christen, 105 Juden). IV. wie bei 4. V. Die Jüdischen Privilegia2) nehmen keinen Bezug auf die Christen. x) Eine in Polen stark gebrauchte Tuchgattung. Wahrscheinlich Flandrisch Tuch", wie Franz Schwartz in der Zeitschrift der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen VII S. 450 vorschlägt, cf. übrigens auch L. Lewin a. a. O. S. 165. Solohe konnte ich nicht feststellen.