Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Plan für die Bearbeitung eines Urkundenbuchs zur Geschichte der Juden in Deutschland im Mittelalter
Date
1913-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2821022-2821029-2821609--0533-2821649
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 4 — Ein Jahr vorher war Stobbes Buch „Die Juden in Deutschland während des Mittelalters in politischer, sozialer und rechtlicher Beziehung" erschienen, das urkundlich die erste breite Grundlage für die Behandlung unseres Geschichtsgebiets legte. Eine umfassende Urkundenausnutzung findet sich auch in H. Bresslaus Aufsätzen „Zur Geschichte der Juden in Deutschland" (Hamaskir X 1870 S. 43 f. 105 f. 127 f. XI 1871 S. 46f. 114 f. XII 1872 S. 7 f. 121 f. XIV 1874 S. 120 f.), in denen versucht wird, „eine Art von statistischer Uebersicht über die Verhältnisse der Juden in Deutschland unter den letzten staufischen Kaisern und während des grossen Interregnums zu geben". Für durchgreifende Arbeiten zur urkundlichen Grundlegung der Geschichte der Juden in Deutschland schien die Zeit gekommen, als sich 1885 die historische Kommission des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes (später historische Kommission für die Geschichte der Juden in Deutschland) bildete, mit der Aufgabe, in grossen Sammelarbeiten die Quellen für die Geschichte der Juden in Deutschland zu bearbeiten. An erster Stelle stand „die Herstellung von Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland bis zum Jahr 1273, d. h. einer chronologisch geordneten Sammlung von Auszügen aus allen Geschichtsschreibern und Urkunden, welche sich auf Juden beziehen". Unter H. Bresslaus Leitung wurde dieses Werk von J. Aronius, unter Mitwirkung von A. Dresdner und L. Lewinski und unter Heranziehung auch des rechtshistorischen, epigraphischen und numismatischen Materials, in den Jahren 1887—1902 durchgeführt und bot die Grundlage für eine gewisse Besserung in der Verwertung des urkundlichen Materials und eine Steigerung des Interesses an ihm. In der im Auftrage der genannten Kommission von L. Geiger herausgegebenen Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I 1887 untersuchten Höniger, Bresslau und Stobbe die Judenprivilegien Heinrichs IV., und fortgesetzt boten die fünf Jahrgänge dieser Zeitschrift Veröffentlichungen und Verwertungen urkundlichen Materials. Gleichzeitig erschlossen im Auftrage der Historischen Kommission R. Höniger und M. Stern ein spezielles Urkundengebiet, das lateinisch geführte, aber mit angehefteten hebräischen Urkunden versehene Judenschreinsbuch der Laurenzpfarre zu Köln, „die Beurkundung über jüdischen Grundbesitz im Bezirk der Laurenzpfarre von den 30 er Jahren des 13. Jahrhunderts bis 1347", inhaltlich sich an die voraufgehenden Eintragungen der Schreinskarten anschliessend, die für die Juden ca. 1135 beginnen und von Höniger in den Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde (I. Kölner Schreinsurkunden des 12. Jahrhunderts. Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.