Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1913)
- Article
- Plan für die Bearbeitung eines Urkundenbuchs zur Geschichte der Juden in Deutschland im Mittelalter
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2821022-2821029-2821609--0531-2821647- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
- 2 — sondern an der Einheit eines chronologisch geordneten Urkundenkatalogs festhalten musste. Erwägungen, die später z. T. bezeichnet werden, führten schliesslich dazu, den Regesten die Urkunden ganz oder im Exzerpt hinzuzufügen, dabei aber den Regesten in einer den besonderen Voraussetzungen und Bedürfnissen unseres Arbeitsgebiets entsprechenden Bearbeitung ihren führenden Charakter zu bewahren. Für die speziellen Bedürfnisse des Archivs kommt eine photographische Sammlung von Urkunden hinzu, welche die hebräisch geschriebenen vollständige die anderen in Auswahl umfassen und durch photographische Sammlungen zur hebräischen Paläographie ergänzt werden soll. Urkundüche Beiträge, wie sie in diessm Hefte zu erscheinen beginnen, sollen zur weiteren Ausnutzung der Urkunden anregen und anleiten. Das Erscheinen des ersten Halbbandes des Urkundenwerks, das bis in die Anfänge des 14. Jahrhunderts reichen soll, ist für den Sommer 1916 in Aussicht genommen. Im folgenden sollen die Voraussetzungen und die Methode unserer Arbeit dargestellt und dem allgemeinen Urteil unterbreitet werden. II. Die früheren Arbeiten. Eine Uebersicht über die bisher veranstalteten Sammlungen von Urkunden oder Regesten zur Geschichte der Juden in Deutschland kann mit einem grossen Namen eröffnet werden. Philipp Jaffe hat 1842 als junger Student seine literarische Tätigkeit damit begonnen, dass er in der von J. Fürst herausgegebenen Zeitschrift ,,Der Orient" (3. Jahrg. 1842 u. 4. Jahrg. 1843) zwanzig Urkunden als erste Serie einer grösseren Sammlung veröffentlichte.1) In einer kurzen Einleitung sprach er sich über seine Absicht aus: „hier teilweise den vorhandenen Urkundenschatz zu sammeln, welchen der Geschichtsforscher des Mittelalters gewiss freundlich aufnehmen wird". Er wollte gedrucktes und ungedrucktes Material mit deutscher Uebersetzung, kurzem Regest und den älteren Druckangaben bieten, serienweise und nur innerhalb der Serie in chronologischer Reihenfolge, da er fortlaufend während des Sammeins veröffentlichen wollte, vollständig, soweit es sich überhaupt um die Bekanntmachung der in Betracht kommenden Urkunden handelt, dagegen die einzelne Urkunde x) Gleichzeitig in dem Literaturblatt derselben Ztschr. 1841 nr. 42 und 1842 nr. 31 unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte im Mittelalter" zwei Abhandlungen über die Judenverfolgungen zu Beginn des ersten und zweiten Kreuzzugs.