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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1911-01-01 · 3 (1911-1912) · p. Seite 71

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
3 (1911-1912)
Article
Bericht über die Tätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden
Date
1911-01-01
Page
Seite 71 (sequence 17)
Language
German
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— 71 — der Archivinventare in unseren Halbjahresveröffentlichungen, den „Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden6 \ Diese Mitteilungen sind nicht dazu bestimmt, eine geschichtliche Zeitschrift, sondern nur das zu sein, was in ihrem Namen hegt, ein Organ, das die im Archiv geleistete Arbeit der Allgemeinheit, die einzelnen In ventare vor allem den Heimatsgemeinden ihrer Akten zuführen, ihre wissenschaftliche Ausnutzung anregen und durch die propädeutischen Behandlung ausgewählter, meist dem Zwischengebiet der jüdische und der allgemeinen Geschichte entlehnter Fragen anleiten soll. Demselben Zweck dient die Jahresbibliographie. Sie berücksichtigt nicht nur die Spezialarbeiten unseres Gebiets, sondern sucht ihren Stoff in den allgemeingeschichtlichen Arbeiten. Sie bringt damit äusserlich zum Ausdruck, worum es sich innerlich handelt: die Geschichte der Juden in Deutschland aus der organischen Bedingtheit der allgemeinen deutschen Geschichte heraus zu erfassen. Das Archiv ist ein Saqamelinstitut. Aber es greift schon mit der Wahl und Bearbeitung seiner Sammlungen weit in die wissenschaftliche Tätigkeit ein und muss überdies von sich aus der wissenschaftlichen Tätigkeit in den durch die führenden Archive festgelegten Grenzen Impulse zuzuführen suchen. Deshalb weitet sich die Frage nach den leitenden Gesichtspunkten unserer archivalischen Arbeit zu der Frage nach den leitenden Gesichtspunkten des Zweiges unserer Wissenschaft. Die Frage ist kurz diese: was bringt die Geschichte der Juden in Deutschland zum Ausdruck? Die allgemeine Geschichte ist nach den Begriffen Staat und Volk orientiert. Welche Begriffe orientieren unser Teilgebiet? Ist es als Kirchengeschichte, als Geschichte einer geistigen Bewegung mit politischen, sozialen, wirtschaftlichen Nebenwirkungen und in der äusseren Struktur als eine Summe von Gemeindegeschichten zu erf assenn? Wenn wir die Antwort von der Frage nach dem objektiven Befund abhängig machen wollten, so müssten wir bei der Verschiedenheit der über diese Voraussetzung die Köpfe und die Herzen bewegenden Meinungen und Empfindungen auf eine allgemeingültige Antwort von vornherein verzichten. Anders, wenn wir uns darauf beschränken, in der Antwort nichts als geschichtliche Erscheinungen zum Ausdruck zu bringen. Wir gewinnen dann zwar nicht den Eckstein einer geschichtlichen Theorie, wohl aber die leitenden Gesichtspunkte einer Methode. Für unseren Zusammenhang eine methodische Begriffsbestimmung, die nicht über eine Gliederung

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