Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1911-1912)
- Article
- Bericht über die Tätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 10)
- Language
- German
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— 64 — Es soll das Gesamtarchiv in den grossen und ruhmvollen Kreis der historischen Institute unseres Vaterlandes und vorzüglich seiner in jeder Beziehung ausgezeichnet organisierten, geleiteten und wirkenden Archive sich eingliedern. Eingerichtet und verwaltet, wenn auch in kleinerem Massstabe, nach den bewährten Grundsätzen und Gesichtspunkten der preussischen Staatsarchive, soll und wird es ein bescheidenes, aber hoffentlich nützliches Glied der umfassenden Kette der wissenschaftlich historischen Organisationen unseres teuren deutschen Vaterlandes bilden. Es wird von neuem dartun, dass unsere Glaubensgenossenschaft, von dem Geiste echter Kultur durchdrungen, sich immer bereitwillig in deren Dienst stellt, deren Aufgaben erfasst, für sie geistige und materielle Mittel zur Verfügung hat, und dass sie, ohne auf ihre durch die Jahrtausende überlieferten religiösen Ueberzeugungen zu verzichten, sich im besonderen der vaterländischen Kulturentwickelung anschliesst und unterordnet. Wir dürfen nach den bisherigen erfreulichen und ermutigenden Erfahrungen die Hoffnung aussprechen, dass dieses vielseitige und doch einheitliche Wesen unseres Instituts allerwärts anerkannt und gewürdigt werde, und so gedenken wir es weiter auszubilden und zu vervollständigen — immer in Hinblick auf die schönen und früchtbaren Ziele, die Gemeindebund, Grossloge, Grossgemeinden und Kuratorium ihm gesteckt haben, zu Ehren des deutschen Judentums, zum Dienste der Gemeinden, aber auch zum Nutzen und im Sinne der deutschen historischen Wissenschaft." Rede des Dr. E. T ä u b 1 e r. „Wenn ich das eben Gehörte vom Gesichtspunkte der im Archiv zu leistenden Arbeit zurückblickend und vorwärtsblickend zu ergänzen versuche, so wird es kein Zufall sein, dass der Rückblick nicht an'dem Masse des Ausblicks messbar erscheinen wird. Und in dem, was dieses Verhältnis erklären soll, wird zugleich die Begründung dafür liegen, dass trotz dieses Missverhältnisses die gegenwärtige Entwicklungsstufe des Gesamtarchivs die Mitte zwischen der untersten Sprosse des Rückblicks und der obersten Sprosse des Ausblicks darstellt. Das Ende bezeichnet der Name des Archivs, das ein Gesamtarchiv der deutschen Juden werden will; den Anfang in anderem Sinne ebenfalls der Name; denn an unserem Anfange war nichts als das Wort. Das Archiv wurde nicht auf einen Bestand, sondern auf