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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1911-01-01 · 3 (1911-1912) · p. Seite 62

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
3 (1911-1912)
Article
Bericht über die Tätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden
Date
1911-01-01
Page
Seite 62 (sequence 8)
Language
German
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— 62 — samtarchiv der deutschen Juden zur Uebernahme anzubieten/' In dieser hoben Anerkennung seiner Aufgaben, ich darf wohl sagen auch des Geistes, der in ihm herrscht, und seiner bescheidenen bisherigen Leistungen hegt für das Gesamtarchiv eine bedeutsame Ermutigung, auf dem eingeschlagenen Wege fortzufahren und uns der von so kompetenter Seite ihm erwiesenen gütigen Anerkennung würdig zu zeigen. Bereits hat das Staatsarchiv in Posen solche Akten uns zugestellt. Die anderen werden folgen, je nachdem sie die periodischen inneren Ordnungsarbeiten vornehmen. Endlich danken wir aus vollem Herzen einer grossmütigen Spenderin, Frau Geh. Rat Becker, die aus Anlass ihres 77. Geburtstages ein Kapital von 10 000 M gegeben hat zu einer „Henriette Becker-Stiftung zur Erforschung der Tätigkeit jüdischer Gelehrter, Künstler, Entdecker, Erfinder, Männer der Literatur und des öffentlichen Wirkens" an unserem Archive, das hier eine neue, schöne, in den Rahmen seines Wirkens passende Aufgabe erhält. Die wachsende Ausdehnung des Archivs und seiner Bestimmungen erforderten eine Vermehrung des bei ihm tätigen Personals. Im Juni 1910 erfolgte, zunächst provisorisch, die Anstellung eines wissenschaftlichen Hilfsarbeiters. Ausserdem ist seit letztem Herbst ein älterer Student als Volontär dort beschäftigt, und die hiermit gestellte weitere Aufgabe: Heranbildung von archivalisch geschulten jüdischen Historikern und Theologen, soll auch in Zukunft systematisch betrieben werden. Liegt schon in allem dem, neben der äusseren, auch eine innere Entwickelung unseres Instituts, so hat letztere gleichfalls nach verschiedenen anderweiten Richtungen stattgefunden. Im Juni 1908 erschien das erste Heft der „Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden". Sie sind in erster Linie dazu bestimmt, die Berichte über den Fortgang der archivalischen Arbeiten aufzunehmen und das Material des Gesamtarchivs in Inhaltsübersichten bekannt zu machen. Weiterhin auch, den Mangel einer eigentlichen historischen Zeitschrift der deutschen Juden für das Gebiet urkundlicher Forschung — nicht der geschichtlichen Darstellung — zu ersetzen. Eine ständige Beigabe jedes zweiten Jahresheftes, denn für jedes Jahr sind zwei Hefte in Aussicht genommen, soll ein systematisch geordnetes Verzeichnis aller Neuerscheinungen zur Geschichte der Juden in Deutschland sein. Bisher haben die „Mitteilungen" ihren regelmässigen Fortgang genommen, unter erfreulicher Beteiligung auch auswärtiger Gelehrter.

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