Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1911-1912)
- Article
- Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Soest
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 16)
- Language
- German
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- 41 — Interesse der Arbeiten des Gesamtarchivs und der Ausnutzung seiner Bestände, nochmals zu betonen, dass sich für so weitgehende Unterscheidungen innerhalb des Mitgliederbestandes nach Art und Anlass ihrer Zusammensetzung das Material, das sie ermöglicht, nur in den Akten der Gemeinden findet. IL Die Organisation der Gemeinde vor der Erlangung der Körperschaftsrechte. Über die Anfänge der Organisation finden sich Notizen, 1831 von dem früheren Vorsteher M. Elias verfasst, in dem Faszikel über die Armenunterstützung (E 2), weniger umfangreiche, aber früher, im Jahre 1816, niedergeschriebene von demselben Verfasser in dem Faszikel über Synagogenbauten (B 2b), daselbst weitere Notizen von demselben Verfasser aus dem Jahre 1819 und von dem Lehrer D. Lichtenfels ,,Einige historische Nachrichten den Bau der hiesigen Synagoge betreffend" vom 30. Mai 1822. Die drei Aufzeichnungen in dem Faszikel B 2b sind durch den Synagogenbau, u. z. durch die Bitte um Veranstaltung einer Kollekte im Jahre 1816, um Genehmigung des Ankaufs eines Hauses im Jahre 1819 und durch die Einweihung der Synagoge im Jahre 1822 veranlasst. Viel zufälliger und eigenartiger ist der Anlass für die Aufzeichnungen aus dem Jahre 1831. In diesem Jahre kam es zu einem Konflikt zwischen der jüdischen Gemeinde und der Direktion des Armen- und Waisenhauses. Die Direktion dieses Instituts wies eine von der jüdischen Gemeinde überreichte, durch Kollekte zusammengebrachte Gabe zurück, da der christliche Armenfonds von dem israelitischen als getrennt erachtet werden müsse. Die Angelegenheit wuchs sich zu einem Rechtsstreit aus, in welchem ausser den Fundations- und Stiftungsbestimmungen und den gesetzlichen Vorschriften auch die Frage nach dem Bestand einer eigenen israelitischen Armenkasse und der früheren Beteiligung der Juden an den allgemeinen Armenkollekten für die Entscheidung in Betracht kam. In diesem Zusammenhange veranlasste der Ober Vorsteher Hellwitz den früheren Vorsteher Marcus Elias zu einer Berichterstattung über die älteren Gemeindeeinkünfte und ihre Verwendung. Dieser Bericht enthält Angaben über die ersten Ansätze einer Organisation der Gemeinde, welche über den Einzelfall hinaus in gewissem Umfange als typische Erscheinung Interesse beanspruchen dürfen.