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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1910-01-01 · 2 (1910) · p. Seite 48

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
2 (1910)
Article
Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Krotoschin
Date
1910-01-01
Page
Seite 48 (sequence 20)
Language
German
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— 48 — Finanzen erließen auf Grund der C. 0. vom 29. Aug. 1838 von dieser Summe 240 Rtlr. 9 Sgr. 10 Pf. Der Rest, 303 Rtlr. 9 Sgr. 2 Pf., wurde im J. 1855 an die Regierungs-Hauptkasse abgeführt. Noch lief aber der Prozeß über die für 1831—1833 schuldigen Judenzinsen. Das Domänenamt hatte nach der Entscheidung vom März 1844 (oben S. 46) sofort eine neue Klage gegen die einzelnen Abgabepflichtigen, und zwar in der ursprünglichen Höhe von 9 Rtlrn. von jedem Hausbesitzer, 4% Rtlrn. von jedem EinHeger, angemeldet. Nach mehrmaliger Fristverlängerung begann 1847 das neue Verfahren, das in einem langen Instanzenzuge, in welchen am 16. März 1852 auch ein Urteil des Ober-Tribunals erscheint, 1857 nur so weit gekommen war, daß das Domänenamt der Judenschaft den Vorschlag machte, statt der von den einzelnen aufzubringenden Gesamtsumme von 1548 Rtlrn. die Schuld von 1000 Rtlrn. unter sich zu repartieren und sofort zu bezahlen. Mit diesem Vorschlag brechen die Akten ab. Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Aurich. Die Judensiedelung in Aurich, der alten Hauptstadt des Fürstentums Ostfriesland, gehört zu den nicht seltenen Beispielen, in denen sich die Bildung der Gemeinde an die Privilegierung eines einzelnen Juden als Hofjude (Kammeragent, Hoffaktor, Hausjude) anschloß. In dem Privileg von 1645, in welchem Ulrich II. der ostfriesischen Judenschaft ihren 1635 ausgestellten Geleitsbrief verlängerte (Herquet a. a. O.), wird in Aurich nur dieser eine Jude, Samson Calmans, genannt. Dem entspricht es, daß Gans im Zemach David z. J. 1581 (II 62b ed. Offenbach 1768) Juden aus Emden und Norden, nicht aus der Hauptstadt Aurich, erwähnt. Auch das Privileg von 1688 erwähnt in Aurich nur den Hof juden, obwohl die Gesamtzahl der selbständigen ostfriesischen Juden inzwischen von 32 auf 59 gestiegen war. Über die Anzahl in den Jahren 1708, 1881, 1909 s. die Anlage. — Der Hofjude ist wohl ursprünglich identisch mit dem noch im Jahre 1810 in Aurich begegnenden Landesparnaß, hinter dessen Hause an der langen Straße sich bis zum Jahre 1810 die Synagoge befand. (Wiarda, Bruchstücke S. 69). Die neue Synagoge an der Kirchstraße wurde 1811 er-

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