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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1910-01-01 · 2 (1910) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
2 (1910)
Article
Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Bromberg
Date
1910-01-01
Page
Seite 12 (sequence 1)
Language
German
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— 12 — Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Bromberg. Über eine mittelalterliche Judensiedelung in Bromberg unterrichtet nur eine in Petrikau am 10. Juni 1555 ausgestellte Urkunde, in welcher Sigismund II. August der Stadt Bromberg einen vierten Markttag bewilligt, die Juden aus der Stadt verbannt und den Bürgern den kleinen Salzhandel auf dem Lande gestattet1). Obwohl dieses Privileg erst durch K.-O. vom 6. Febr. 1802 aufgehoben wurde2), lebten in Bromberg zur Zeit der preuß. OkkupiSon (1772) vier jüdische Familien und nach einer Notiz in der erwähnten K.-O. von 1802 wurde bereits durch K.-O. vom 2. Mai 1773 angeordnet, „daß die alte polnische Verfassung, nach welcher einige Städte Juden in ihrem Bezirke zu dulden nicht schuldig waren, nicht strenge Achtung verdienen solle' \ Über das Wachstum der Gemeinde s. die statistische Übersicht bei Herzberg S. 106. Die Gemeindebildung, die 1834 auf Grund der vorläufigen Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzogtum Posen vom 1. Juni 1833 in festen Rechtsformen ihren vorläufigen Abschluß fand, läßt sich bis zum Erwerb der alten Betstube in den Jahren 1815. 1817 (B 1) zurückverfolgen. Der älteste Friedhof wurde 1816 angelegt (B 16). Die Gemeinde bildete sich in allmählicher Loslösung von der zu F o r - don (vgl. A 1 u. B 16). Die Siedelung von Juden in Dörfern in der Nähe von Bromberg führte nur in Gorzyczkowo (jetzt Adlershorst) zu einer Gemeindebildung; die Gemeinde wurde aber 1834 aufgelöst3). Zu den von Herzberg 1) Privilegium de nundinis et publicis mercatibus, abschriftlich erhalten in einem im Besitze des Staatsarchivs zu Posen befindlichen Privilegienbuch der Stadt Bromberg (vgl. Warschauer, Die städt. Archive in der Prov. Posen, Leipzig 1901, S. 25); gedruckt als Anlage V zu E. Schmidts Beiträgen zur Geschichte der Finanz Verwaltung Brombergs unter polnischer Herrschaft in dem Jahrbuch des Bromberger Historischen Vereins für den Netzedistrikt 1894, S. 34 f. Der die Juden betreffende Passus auch bei Herzberg S. 4 Anm. 12. — Die in einem im Stadtarchiv zu Danzig aufbewahrten Briefe vom 1. Jan. 1525 als unter dem Schutze des Starosten von Bromberg stehend erwähnte Jüdin (Herzberg S. 3) hat wahrscheinlich in Bromberg gelebt. 2) Herzberg, S. 11. — Über das Wiederaufleben der Privilegienfrage im Jahre 1830 s. Herzberg S. 39 f. und M. Laubert, Die letzten städtischen Privilegien de non tolerandis judaeis in der Prov. Posen, Zeitschrift der histor. Gesellschaft f. d. Prov. Posen XXI 1906, S. 145 f. 3) A II unter dem 9. Sept. 1833, daß „die außerhalb der Stadt-Barrieren wohnenden (Juden) nie dazu gerechnet worden sind, vielmehr eine besondere Gemeinde auf Gorzyczkowo ausmachten".

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