Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 9 (September 1846)
- Date
- 1846-09-01
- Page
- Seite 322 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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322 Zur Geschichte der Juden in Polen. wohlwollende Worte. Ostrowski erließ eine Proclamation an die Juden, in welcher er ihnen Hoffnung auf eine erträglichere Stellung gab und seinen ganzen Einfluß anzuwenden versprach, um ihr Schicksal zu verbessern. Allein da der Diktator kein Vertrauen zu den Kräften der Nation hatte, da er die Revolution durch Unterhandlungen mit dem russischen Kaiser beendigen wollte, so hielt er alle alten Gesetze hoch und wagte nicht, irgend eine Aenderung daran vorzunehmen. — Die Manifestation des Generals Ostrowski blieb inzwischen doch nicht ohne Erfolg. Kaum hatte er die Juden aufgerufe», als eine große Anzahl junger Israeliten sich unter sein Commando stellte und viele Freiwillige Dienste in der Befreiungsarmee nahmen. Der gute Wille der polnischen Juden ihrem Vaterlande zu dienen, so wie ihre Hoffnungen sind in einer Adresse auögedrückt, die sie dem Obercommandanten der Nationalgarde überreichten. Dieses wichtige Aktenstück ist zu finden in Ostrowski's, während der Auswanderung veröffentlichtem Werk: ken- »Les snr la reforme des Israelites. Wir geben diese (etwas schwülstige) Adresse wörtlich wieder r „Der Fortschritt des Lichts, der sich allenthalben kundthut, leuchtet -mit noch höherem Glanze in Polen, das ehemals den andern Nationen zum Muster diente (?). Wir haben hiervon einen der evidentsten Beweise: die Aufmerksamkeit, die man auf die Anordnungen und Gesetzgebung hinsichtlich der Juden in Polen verwendet. Alle von Vorurtheilen.freien Polm suchen die Ungerechtigkeiten gut zu machen, die mit einer liberalen Regierung nicht übereinstimmen. Nach den Schatten, die durch so lange Zeit die traurige Vergangenheit bedeckt haben, öffnet sich eine glänzende freudenerregende Zukunft durch einen wahrhaften Freund der Menschheit. Das israelitische Volk war in der Mitte gerechter (!) und ungerechter Demüthigungen, die noch dauern und deren Opfer es ist, auf dem Punkte, in eine des Menschen unwürdige Trostlosigkeit (Stumpfheit) zu verfallen. Allein es hört dich, es siehet dich, o ehrwürdiger großer Bürger! Du bist ein wahrer Freund des Lichts und der Humanität, von denen auch die Vertreter des polnischen Volkes belebt sind. Du reichst uns im Angesicht der Welt deine väterliche Hand. Wir, die wir diesem Volke angehören und nun die Ehre haben, Gliederder Nationalgarde zu sein, wir werden stets das Andenken an den 24. dieses Monats aüfbewahren; eines Tages, an welchem Eure Ercellenz gewürdigthat, uns Ihre herzliche Stimme vernehmen zu lassen und im Namen der Regierung die frohe Hoffnung für die Zukunft unserer Glaubensgenossen uns mitgetheilt. Die Dankbarkeit, diese Veredlerkn der Bürgertugenden, legt uns die treffliche Pflicht auf, mit der ganzen Aufrichtigkeit unserer Seele Dir, würdiger und erleuchteter Pole! als unse-