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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-06-01 · 6 (Juni 1846) · p. Seite 240

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
6 (Juni 1846)
Date
1846-06-01
Page
Seite 240 (sequence 42)
Language
German
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240 Zur Wissenschaft de- JudenthumS. „Dein Ruhm, -einer Allmacht Pracht erfüllt die Welte« der Erde, Eerschallt vom Himmel Gericht, da banget schweigend die Erde. Es stürmt heran der Tag des ZornS, es dröhnen die Tiefen der Erde. Der Posannen gewaltiger Hall ergehet und mahnet die Erde. „Heil dem Frommen!" ertönt's im Jubel von Erde der Erde. Schauer und Schrecken und Grauen und Angst verwirren die Erde, Stehest du aus zum Gericht zu strafen die Grenzen der Erde.' „Bahnet, ebnet den Weg!" ruft's zitternd empor von der zitternden Erde. Herrlicher, Mächtiger, du antwortest mit mildem Tone der Erde, Warum banget das Land? O jauchzet Tiefen der Erde! Mögen sie's sehen, erkennen, daß er ist König der Erde, Wie sie im Himmel ihn preisen, so loben ihn seine Geprüften auf Erde« '." Sehr nett ist das für den Abend des Versöhnungstages gedichtete Lied vo« R. Isaak beu Jehuda ibn Giat (p. 56). Die Taube sucht, da schon sich neigt der Tag, De« Schatten Gottes sehnsuchtsvoll am Abend. Sie schaut hinaus und sieh! schon schweigt der Tag, Sie nimmt zum. Nest das Gotteshaus am Abend. Aus tiefem Schmerz ries sie den ganzen Tag: O stund' ich ans! Wie langsam schleicht der Abend. Der Gnadestrom ergeuß! Schon fleucht der Tag, Der Liebe Füll gewahr uns heut am Abend. Des Flehens Ruf, das fie gereicht den Tag, Vernimm! — Sie stand vor dir von früh bis Abend. O nah erbarmend uns! fortffeucht der Tag, Scho« dehnen sich die Schatten bang am Abend. Aufmerksam mache ich die Leser ferner auf die Gedichte Jehuda Haltewi's, die im historischen Theile von S. 291. an mitgetheilt sind, namentlich auf die Sehnsucht «ach Jerusalem, die schon von Zedner früher eben so schön übersetzt ward. Was die Form betrifft, in der der Verfasser die Gedichte übersetzt hat, so ist seine Anziehung des Herder'schen Wortes (p. 225 Note) unpassend „der Knittelvers sei der deutsche Herameter", denn dieses Anschmiegen an orientalische Formen und Spielen mit Reimen hat ebensowenig vom deutschen Knittelvers als dem griechischen Herameter. Zuletzt seien noch die Worte von Prescoit citirt, die er in einer Note von den spanischen Dichtern sagt: „The beautiful lament, which the royal psalmist has put into the raouths of his countrymen, when commanded to sing the songs of Sion in a stränge land, cannot be applied to the Spanish Jews, who far from hanging their harps upon the wiljoyvs pourd forth their lays with a freedom and vivacity, which may be thougt to savour xnore of the modern troubadours than of the ancient Hebrew minstrel.“ ' Berlin. . Selig Cassel. Druck der Teubner'schen Officln in Dresden.

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