Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 2 (Februar 1846)
- Date
- 1846-02-01
- Page
- Seite 48 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Zur Geschichte jüdischer Zustände in der Pyrenäischen Halbinsel ,c. in Portugal gesammelt sind. — Sehr kärglich ist die Ausbeute, die man aus jüdischen Autoren für diese Partie der jüdischen Geschichte gewinnt, und selbst van der literarischen Wirksamkeit jüdischer Portugiesen ist weniger bekannt geworden, als es sich vielleicht gebührt. Manches dürfte aus einer Analogie mit den Zustanden der Juden in Spanien mehr geschloffen, denn erkannt werden. Das Letztgesagte gilt ausschließlich für die älteste Zeit bis in das elfte Jahrhundert. Daß in Spanien zeitig, vielleicht schon wahrend der Römerherrschaft Juden waren, ist als sehr wahrscheinlich zu betrachten, wenn auch die Erzählungen von Einwanderungen der Juden schon zu Zeiten des ersten Tempels, die sich bei jüdischen, christlichen und moslemischen') Autoren finden, in das Reich der Fabeln zu verweisen sind. Wenn aber — worüber historisch anerkannte Nachrichten vorliegen — zur Zeit der Westgothenherrschaft die Juden schon in großer Anzahl vorhanden waren, so ist kein Grund, anzunehmen, daß in den westlichen Ländern, die später den Namen Portugal erhielten")^ memschast mit denen, welche der herrschenden Religion angehörten,, bekleideten. Portugal, das einen ansehnlichen Theil Spaniens ausmachte, wurde auch von Juden bevölkert; sie erhielten sich in allen Umwälzungen, die das Land erfuhr, dienten ihm als gute Einwohner mit den Früchten ihres großen GewerbfleißeS und Handels und vermehrten durch ihre Reichthümer den Einfluß, den diese Nation spater im übrigen Europa, in Afrkca und Asien hatte" u. f. w. — Obgleich als guter Katholik die Bekehrung der Juden zur alleinseligmachenden Kirche wünschend, spricht er sich doch mit großer Entrüstung über die Gewaltmaßregeln, dir von der spanischen und spater der portugiesischen Negierung zur Erreichung dieses Zweckes getroffen wurden. — Dasselbe Lob der vorurtheilslosen Behandlung gebührt dem Portugiesen Antonio Ribeiro dos LantoS, Verfasser einer Abhandlung „äa litteratura sagrada dos Judeos Portuguezes desde os primeiros tempos da Monarquia ate os fins do seculo XV." in beit Memorias de litteratura portugue?a publicadas pela Academia real das sciendas de Lisboa Tomo II. Lisboa 1792. p. 236 ff. u. p. 354 ff. Obgleich diese Resultate dieser,- mit nicht viel Kritik aus Juchasin, Schalschelet, Wolf u. s. w. compilirten Abhandlung nicht gerade bedeutend sind, sein Bericht (p. 237.), daß die spanischen Juden ihre Söhne schon zu den Zeiten der Amaraim nach Asien schickten, um Talmud zu lernen, sowie daß ein R. Judas „aus der Schule der Geonim" über die Ursachen, daß das Meer das Land nicht überschwemme, geschrieben, auch ein Lericon'der arabischen Sprache verfaßt und viele arabische Bücher in'S Hebräische übersetzt — Chajudsch?—, nicht viel Glauben beanspruchen kann, höchstens der letztere Theil für die Geschichte der jüdischen Typographie in Portugal interessant ist, so verdient doch der Verfasser die Anerkennung, daß er die jüdische Literatur nicht durchforscht, um die Juden zu beschimpfen oder zu bekehren; vielmehr ist ein gewisser Nationalstolz sichtbar, wenn er von gelehrten Juden spricht, die aus seinem Vaterlande hervorgegangen. 1) S. Lemke, Gesch. Spaniens I, p. 410. u. 422. Anm. 3. 2) Der Umfang des ehemaligen Lnfitanien's entspricht nicht ganz dem des