Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 12 (Dezember 1845)
- Date
- 1845-12-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Lieber die Glaubenssymbole der mosaischen Religion. Von vr. I. Äub, Rabbiner. (Schluß.) S2Bte die Wahrheit, daß Ein Gott die Welt aus Nichts erschaffen, sie erhalt und regiert, das wichtigste Dogma in der geoffenbarten Lehre Gottes ist, so ist der Sabbat als das Symbol, durch welches der Israelit zu diesem Dogma sich bekennt, seinen Glauben an diesen Einen lebendigen Gott bezeugt, das wichtigste Ceremonialgesetz in der Religion Israels. Daß die Welt weder ein Werk blinden Zufalls ist, noch eins eiserner Nothwendigkeit, sondern ein freiwilliges Erzeugniß Gottes, zu einem bestimmten Anfänge ins Dasein gerufen, und das Gott, wie und weil er es erschaffen, auch erhält *6 rmi nais* rnna inn (Jes. 45, 13.), soll durch die Sabbatfeier von dem Israeliten vor aller Welt bezeugt werden. Der Sabbat, der Tag der Ruhe, ist der gesegnete und geheiligte Tag, welcher, wie kein anderer Tag, diese Offenbarungslehre von Einem, persönlichen in-, über- und außerweltlichen Gott predigt; der kund thut, daß Gottes freier Wille die Welt, welche kein Werk der Emanation, kein nothwendiger Typus von Urideen ist, erschaffen habe. Denn eben dieses freie Schließen, Beendigen des Schaffens, daß nicht mehr neue Gebilde entstanden, daß der Schöpfung Halt geboten wurde, indem der Schöpfer sprach: bis hieher und nicht weiter, das ist es, was den Menschen zu der Erkenntniß bringen muß, daß Gott Herr der Welt ist, der, wann und so lange er wollte, sprach: es werde. Die Ruhe am siebenten Tage giebt ein stärkeres Zeugniß von der selbstständigen Persönlichkeit Gottes, von seinem freien Schaffen und Walten, als die Schöpfungen der sechs Werktage. Es zeigt daher von einer traurigen, seichten Auffassung der Sabbatsidee, diesen Tag, wo nicht gar zu Frankel, Zeitschrift II. 34