Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 11 (November 1845)
- Date
- 1845-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Lieber die Glaubenssymbole der mosaischen Religion. Von vr. I. Aub, Rabbiner. „Nur einen Schimmer laßt in's dunkle Zimmer streifen. Wer in dem Strahle will das ganze Licht begreifen." 2)ie menschliche Natur in der Durchdringung und Verschmelzung ihrer geistigen und leiblichen Kräfte, d. h. in ihrem Seelenleben, liebt und sucht die geistig-sinnliche Anschauungsweise. Die organische Verbindung zwischen Idee und Form, die Darstellung des Uebersinnlichen im Sinnlichen ist der Doppelnatur des Menschen Bedürfniß. Zur Verdeutlichung ewiger Wahrheiten sowohl, als zur Erweckung heiliger Gefühle und zur Anspornung der Willensthatigkeit bedienten sich die Menschen zu allen Zeiten des bildlichen Ausdruckes. Die reiche Bildergal« lerie von Gleichnissen und Fabeln, von Allegorien und Symbolen verdankt diesem Verlangen nach innerer und äußerer Veranschaulichung der Gedanken wie der Gefühle ihr Dasein. Durch das Bild in Wort und That wird der tiefste, allseitigste Eindruck auf das Innere des Menschen gewonnen. Die Symbolik ist daher keineswegs eine willkürliche Erfindung berechnender Klugheit, um sich des Einflusses auf das schwache Herz der Menge zu sichern, sondern sie gibt sich als ein nothwendiges Erzeugnis! der menschlichen Natur kund, deren innerste Empfindung sich in diese Darstellungsart ergießt. Nicht sowohl äußeres Bedürfniß, als innerer Drang ist des Symbols Schöpfer. Mag immerhin der Orient und das Alterthum überhaupt, durch die Herrschaft der bildenden Phantasie über den zergliedernden Verstand, im stärkeren und ausgedehnteren Maße diese Liebe zur Symbolik in sich getragen und geäußert haben: entbehrlich ward die bildliche Darstellung auch dem Occidente und dem jüngernGeschlechte nicht, und wird es auch nie werden. Denn des Menschen Natur — dieselbe zu allen Zeiten — kann nie überflüssig oder gar unangemessen finden, was sich ihr je als zweckmäßig, ja nothwendig zeigte. Zwar wechselt mit Klima, Zeit Frankel, Zeitschrift H. ’6l