Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 10 (Oktober 1845)
- Date
- 1845-10-01
- Page
- Seite 394 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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394 Bericht über die badische Rabbinersammlung x. Wenn nun auch die Geringzähligkeit der Versammlung ihr selbst zum Motiv diente, stch vorläufig nur als vorbereitend für folgende Versammlungen zu betrachten, so dürfte doch manche Mittheilung aus ihren Verhandlungen und Beschlüssen, für welche sie den Local-Rabbiner Hrn. Traub (der auch Conferenzrabbiner des Großherzoglichen Oberrathes ist) zu ihrem Präsidenten, und die HH. FriAberger und, Lindemann zu ihren Secretairen erwählt hatte, nicht ohne Interesse sein. I. S t a t u t e n. Aus diesen sind von besonderer Bedeutung r §. 1. Die badische Rabbinerversammlung bezweckt die Förderung des religiösen Lebens, und erkennt als Mittel hierzu: Verbesserung im Cultus- und Schulwesen, sowie noch anderweitige Reformen innerhalb der Gränzen des historisch-traditionellen Judenthums. §. 2. Jeder badische Rabbiner und gesetzlich recipirte Theolog ist berechtigt, an dieser Versammlung Theil zu nehmen. Ausländische Theologen nur dann, wenn sie wirklich im Amte stehende Rabbiner oder Rabbinats-Assefforen sind. Notabilitäten der jüdischen Religionswissenschaft können, wenn sie auch kein rabbinisches Amt bekleiden, zur Theilnahme an der Versammlung eingeladen werden *). Sämmtliche Mitglieder des Gr. Oberraths können als ständige Ehrenmitglieder an den Berathungen der Versammlungen Theil nehmen. Aus §. 8. ist besonders bemerkenswerth, daß dem Gr. Oberrathe eine getreue Abschrift der Verhandlungen zur Kenntnißttahme, beziehungsweise zur Genehmigung vorgelegt werden solle. H. Beschlüsse. 1) Beim letzten badischen Landtage hatte der Bezirksrabbiner Fürst aus Heidelberg in einer kräftigen Vorstellung mehrere Mißstände in der gesetzlich bestehenden Eidesbelehrung und Eidesformel der Israeliten zur Sprache gebracht. . Es erfolgte jedoch kein erwünschtes Resultat. Die Rabbinerversammlung kam auf diesen Gegenstand zurück, und beschloß deßhalb eine geeignete Vorstellung an den Gr. Oberrath einzureichen, damit von dieser hohen Stelle aus die zu wünschenden Verbesserungen eingeleitet werden möchten. Als solche bezeichnet Fürst *) Schon für die erste Versammlung waren die sowohl mit der Wissenschaft der jüdischen Theologie, als auch mit den Forderungen der Zeit wohl betrauten Privatgelehrten, Herr Aron Fuld und Herr Beer Adler aus Frankfurt am Main, ekngeladen, und würden auch erschienen sein, wenn der Zeitpunkt der Versammlung ihnen nicht ungelegen gewesen wäre. Der Einsender.