Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 9 (September 1845)
- Date
- 1845-09-01
- Page
- Seite 359 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 359 ten *). V. 4 (ganz nach der Mendelsohnsschen Uebersetzung) schildert, wie die Abtrünnigen ihre eigenen Leiden selber Haufen, er aber, wenn auch ihre Huldigungen nicht achtend, ihr Unrecht dennoch»der Vergessenheit übergeben wolle. V. 5 bis Ende spricht er im Angesichte des Volkes aus, wie er nie auf seine eigene Macht baue, sondern immer Glück, Sieg und Ruhm dem göttlichen Beistände zuschreibe. 4) Eine Hauptschwierigkeit für sämmtliche Psalmenausleger war und ist der Schluß des 72. Capitels, am Ende des 2. Buches: rv&sn ■fe *p w, indem doch auch in den folgenden 3 Büchern noch viele Davidische Psalmen Vorkommen, und somit die genannten Schlußworte entweder unwahr sind, oder an das Ende aller Psalmen gehören, oder—■ zur Annahme mehrerer Sammler berechtigen. HerrMandegger sucht nun diese Schwierigkeit durch folgende Betrachtung zu heben: Das 7r. Cap. scheint von David in jenen Stunden verfaßt zu sein, da er die Kunde von der neuen Verschwörung des Adonija erfahren, und den Befehl ertheilt hatte, Salomon eiligst an den Gihon zu führen, und daselbst zum König zu salben. Ohne Zweifel aber war David, der, wie die ganze Erzählung beweist, damals auf dem Krankenlager siechte (daher immer srrnrfi), höchst unruhig und des Ausgangs ungewiß, besonders da sein erster Feldherr Ioab und der Hohepriester Ebiathar es mit Ado ni a hielten. Der gebeugte Greis konnte inzwischen selber weiter nichts thun, als zu Gott seine Zuflucht nehmen — beten (V. 9). Indessen betet hier das gesetzte Alter, man vernimmt kaum noch eine Verwünschung, sondern ein ruhiges Ergeben in den Willen Gottes, ein festes Vertrauen aufseine Hülfe leuchtet überall hervor (V. 15 bis Ende). Während dieses inbrünstigen Gebetes kommt die freudige Botschaft von der glücklich vollzogenen Salbung und Huldigung Salomons^ und da entsteht das allumfassende rraiüb (Cap. 72). Der poetische Geist nimmt hier einen unerreichbaren Aufschwung in väterlichen und königlichen Segenswünschen, er lobpreiset auch Gott, der ihm gnädig beigestanden; doch noch hat David nicht geendiget, und der junge König tritt selbst ein. Da findet nun der begeisterte und innigst gerührte Greis keine Worte mehr für die Fülle seiner Empfindungen; nur die wenigen Worte bringt er noch mit der unter dem Strome von Dankergießungen gehemmten Zunge hervor: 'isi rv&sn Run sind vollendet alle Gebete Davids.! d. h. mir bleibt nichts zu wünschen übrig!' Diese Auffassung bedarf sicherlich keiner weitern Empfehlung (?), sie spricht zu sehr an, um beanstandet zu werden. Sprachlich laßt sie sich aber auch *) Möchte nicht auch Herr Pleßner diese Deutung billigen? Siehe dessen geist- und gemüthreiche Materialen rc. 3. Band, S. 186. Der Einsender.