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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-08-01 · 8 (August 1845) · p. Seite 320

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
8 (August 1845)
Date
1845-08-01
Page
Seite 320 (sequence 34)
Language
German
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320 Allgemeine theologische Bibliographie. wichtigen. Punkt bildete in diesem Bestreben der Streit über den gekommenen oder zu erwartenden Messias; waren die Juden nur darin einverstanden, so ließ man ihr Gesetz gern gelten, dem man stch ja selbst näherte. Es standen sogar häufig christliche Messiasse zur Erlösung und Bekehrung der Juden auf. — Unter diesen Umständen unternahm , es der oben genannte Brett, wie unser Verfasser mit großer Wahrscheinlichkeit vermachet ein englischer Missionär, das Märchen zu erfinden und wie absichtslos unter andern Notizen hinzustellen, daß er nämlich im 1.1650 einem großen Judenconcile in Ageda Ln Ungarn (einem erdichteten Orte) beigewohnt, ip welchem von etwa 300 Rabbinen aus allen Weltgegenden debattirt wurde, ob der Messias schon gekommen, und wer er sei. Es hätten sich viele der Meinung hingegeben, daß Jesus der Messias sei. Da aber die Juden nun auch die Anordnungen Christi lernen wollten und deßhalb sich die Belehrung von 6 vom Pahste gesandten römischen Geistlichen erbaten und erlangten: wären sie durch die abgöttischen katholischen Lehren, wie Brett behauptet, dermaßen abgeschreckt wordeü, daß sie hinfort nichts mehr vom Christenthume zu wissen verlangten. Dieß Alles ist sehr ausführlich und drollig in dem Berichte beschrieben. Der schlaue Brett wollte einen dreifachen Zweck mit dieser frommen Dichtung erreichen. Indem er die gewöhnlichen Bekehrungsgründe den Rabbinen in den Mund legt und Jesus als Messias in dem Concile anerkennen läßt, glaubt er den Juden zu imponiren und den Bekehrern Much einzuflößen, während er das Mißlingen den angeblichen katholischen Geistlichen beilegend dem Katholicis.mus einen gewaltigen Hieb zu versetzen meint. Er schmeichelt bei dieser Gelegenheit den Engländern, daß sie die geeignetesten und das meiste Vertrauen genießenden Judenbekehrer wären. Es verräth aber die fingirte Erzählung so viel Unkenntniß der Sache, . enthält so viel Unsinn und Widersprüche, daß der Betrug auf der Hand liegt. Dieß das Object vorliegenden Schristchens, das große Belesenheit und Gründlichkeit zeigt, manche belehrende Notiz enthält, jedoch durch eine prunksüchtige Notenmanie so entstellt wird, daß der Tert in vielen kaum zur Sache gehörigen Notizen und Subnotizen sich verliert und der Leser mit den Noten wirklich seine liebe Noch hat. Es wäre überhaupt wohl angemessener, statt bei jeder Einzelnheit einen Wust von Notizen wörtlich zu citiren, lieber zu Ende die Quellen im Allgemeinen anzugeben. Der Schluß von S.49 an enthält eineErpectoration gegen die vorjährige Rabbinenversammlung und den Berliner.Reformverein, in welcher wir, ohne im Entferntesten Panegyriker Jener sein zu wollen, doch die Gründlichkeit des Gelehrten und die Bescheidenheit des jungen Mannes vermißten. Ob der Verfasser klug gehandelt, in der Widmung den anspruchlosen würdigen Rabbinen, Herrn Oettinger, der nie nach dem Lobe der Oeffentlichkeit gestrebt, so geräuschvoll und pomphaft derselben vorzuführen und ihn den ver-

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