Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 8 (August 1845)
- Date
- 1845-08-01
- Page
- Seite 304 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Uebet die Zeit der Entstehung des SynhedrinS. demselben Institut angehören, das von Nehemia bis zu den letzten Zeiten des zweiten Tempels in Wirksamkeit geblieben, nur daß es während dieser Zeit seine Verfassung und seine Namen, je nachdem derDrang der Zeit, die Umstände-und die Herrschaft der Völker, unter die, oder mit denen die Juden in Verbindirng kamen, darauf instuirten, auch mehrmals geändert hat, und dies durch folgende Betrachtung. Die Tradition berichtet uns von einer Synode, bestehend aus 120 Mitgliedern, unter welchen alte und mit prophetischem Geiste begabte Männer, die die Gebete der 18 Sprüche in-uas rasa (Megila 17 b) und andere Gebetformeln (dort 25») eingeführt und angeordnet, den Grund zum Midrasch und der Halacha gelegt (Talmud Jerusch. Schkalim 18 b), kurz die Würde des ganzen mosaischen Gesetzes wieder hergestellt (Joma 69 b) haben sollen *). Diese Anzahl von 120 vornehmen Männern ließe sich auch, nach einem etwas tiefem Blick in den Bericht Nehemias (daselbst Cap. 8, Cap. 9 und Cap. 10), ohne Schwierigkeit in den, dem von Nehemia geschlossenen neuen Bunde anwesenden und denselben-mit unterfertigenden, und den (daselbst 8, 7) den Esra während seines Vortrages unterstützenden Personen auffinden und Nachweisen. Denn dem ganzen Inhalte nach waren es unter den Unterschriebenen zuerst die Vornehmsten der 24 Classen der Priester, dann auch jene der Leviten (die auch, wie Nehemia 12, 13—22. 24 berichtet wird, unter dem Priester Jojakim nach derselben Einrichtung bestanden, wie sie der Chronist sl. Chron. 24] beschreibt), und dann erst die Vornehmen der Israeliten, die als die Repräsentanten des Volkes den neuen Bund im Namen Aller und für Alle bestätigt haben, da wir unter den Priestern schon 22 ohne denHohen-Priester un- *) $laä) einet wahrscheinlich fälschlichen Leseart in Midrasch Tanchuma (Beschalach) wird dieser Synode sogar eine Emendation mehrer Stellen der heiligen Schrift zugeeignet; allein in diesem Midrasch finden fich sonst auch häufige Jrrthümer in Beziehung aus den Bibeltert; wir heben nur vorläufig folgende zwei hervor. 1) In der Erklärung des Cap. 35 des 1, B. M. wird dort angenommen, daß Jakob erst nach dem Tode Rachels seine Leute zum Zuge nach Beth-El aufgefordert, und die ganze Stelle so behandelt, als wenn der Vers (das. 19) im n»ni vor dem Vers 2 ima ija apa^ 'im'l stünde. 2) Zu Par. gleich im Anfänge wird dem Jehuda der Vers ims iiin in den Mund gelegt, den aber 1. B. M. 42, 37 Reuben und nicht Jehuda gesprochen. Dieß mag hinreichen, um die Ungewißheit und die Unstcherheit der dort recipirten Lesearten darzuthun. Uebrigens wollen noch einige nachtalmudische Gelehrte auch den Daniel unter die 120 rechnen, dem aber die angeführte Talmudstelle (Joma 69b), wo diese Synode tiefer hinabgesetzt wird, deutlich widerspricht.