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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · p. Seite 200

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
Seite 200 (sequence 42)
Language
German
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200 Bericht über Synagoge und Schule. Mit diesen Worten glauben wir genug angedeutet zu haben, um den Weg zu bezeichnen, der nach unserer schwachen Meinung aus dieser Wüstenei zu einem frucht- und segensreichen Garten führen könnte. Aber eben so wenig wie die Schuld der Verwahrlosung Einem Menschen zuzuschreiben ist, wie es häufig aus Liebe zur Bequemlichkeit geschiehet, so wahr es vielmehr ist, daß Alle Schuld daran find, die dieser Vernachlässtgung Jahre lang müßig zugesehen haben, alle Familienväter, besonders die stch gern die Frommen nennen und doch so schön ihr Gewissen einzuschläfern verstehen, wenn es sie mahnt an das Wohl ihrer Söhne und Töchter zu denken, die stch mit einem Men Seufzer beruhigen, wenn sie sehen, daß ihre Kinder die Bahn verlassen, die sie und ihre frommen Väter gewandelt, — eben so wahr ist es auch, daß hier nicht Einer helfen kann, daß Alle zusammentreten müssen, in denen das Gefühl für Judenthum noch wach ist, Alle ihren Rath, ihre Kräfte und wenn es Roth thut auch ihre materiellen Mittel vereinigen, um wieder aufzurichten, was sich täglich und stündlich dem gänzlichen Untergange naht. Wohl wissen wir's und vertrauen auf Gott, der uns und seine Lehre Jahrtausende hindurch erhalten hat, daß die Juden und das Judenthum nicht verloren gehen werden; denn „mein Geist der auf dir ruht und meine „Worte die ich dir in den Mund gelegt, sie werden nicht weichen von dir „und deinen Nachkommen von nun an bis in Ewigkeit, spricht der Herr," — aber, wir wiederholen es, für uns, für unsere Zeit, für unsere Kinder und Enkel geht Wort und Geist verloren, wenn das Wort nicht gelehrt, der Geist nicht geweckt und gekräftigt wird, um beharrlich den Stürmen zu widerstehen, die von allen Seiten auf uns eindringen. Darum ergehet denn zum Schluß unser Wort an Alle und Jede, denen es Ernst ist mit uns und unserem Glauben, sich nicht irre machen, sich nicht abhalten zu lassen hervor zu treten mit aller Kraft die ihnen zu Gebote steht und sei sie noch so schwach; hervorzutreten, um in Rede und Schrift das Wort zu führen, um aufzufordern und herbeizurufen jeden Gleichgesinnten, sich mit ihnen zu vereinigen zur Bewerkstelligung des großen Baues. Druck der Teubner'schen Officin in Dresden.

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