Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1845-05-01 · 5 (Mai 1845) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
2 (1845)
Issue
5 (Mai 1845)
Date
1845-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2744856-2744869-2744875--0583-2745532
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Schreiben an den Herrn Lirchenrath vr. Maier in Stuttgart. Tie haben in einem Schriftchen „die erste Rabbinerversammlung und ihre Gegner" den Beruf, diese Versammlung zu vertheidigen und deren Gegner zu widerlegen, übernommen. Da ich zu den letzteren gehöre, der nach ihrem Ausdrucke „so viel Gift und Galle darüber ausgegossen, wie mir schwerlich Jemand zugetraut," so ist es ganz natürlich, daß, da Sie einmal von dem rabbinischen Judenthume absehen und sich auf das Gebiet der Schrift zurückziehen, Sie auch das jus talionis, wie es nach dem einfachen Wortlaute ausgedrückt ist, üben, und wieder auf mich „so viel Gift und Galle ausgießen, wie Ihnen schwerlich Jemand zugetraut hätte." Da haben Sie mich nun aber in eine arge Verlegenheit gebracht: das weitere Wiedervergeltungsrecht verbietet mir mein rabbinisches Judenthüm; und in demuthsvollem Schweigen ein peccavi zu erkennen geben, dagegen sträubt sich mein Bewußtsein des Gegentheils. Jndeß würde ich doch gewiß dem Schweigen den Vorzug gegeben haben; denn glauben Sie mir, es haben auch Andere ihre Berufsgeschäfte und Studien, und gehört überhaupt das Gebiet einer derartigen Polemik nicht zu den hesperidischen Gärten der Wissenschaft. Wenn ich nun aber doch das Schweigen breche, sogefchiehet es aus doppeltem Grunde: erstens zeigt sich in Ihrer Schrift keine Spur von Gemeinheit oder Denunciation. Sie haben als redlicher Mann Ihre Ansichten ausgesprochen; und obschon Sie, mit einer Heftigkeit verfuhren, die Sie um so mehr vermeiden mußten als Siediese an dem Gegner tadeln, obschon Sie einen ziemlich hohen und didaktischen Ton anschlugen, welcher Ihnen leicht den Vorwurf des Dünkels und der Vornehmthuerei, den Sie nicht ermüden mir vielleicht hundert und einmal zu machen, zuziehen könnte, so will ich über diese Aeußerlichkeiten wegsehend mich zu Ihrer bessern Seite wenden und nur auf Ihre Anmm, Zeitschrift II. 13

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.