Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 2 (1845)
- Issue
- 3 (März 1845)
- Date
- 1845-03-01
- Page
- Seite 98 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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98 lieber Auflösbarkeit der Eide. bei irgend einem Judenfeinde mit eueren Denunciationen schön macht, und daß ihr seine Gunst erschleichen werdet. Er saugt aus euch das Gift, ihr bleibt ihm aber die Giftpflanze, die er wegwirft, ihr entgehet seiner inneren Verachtung nicht. iVn ‘isi’wosw Noch ein Pröbchen von dem Wissen oder Wollen jenes Herrn Redakteurs will ich Ihnen hier vorlegen. Sie haben mir mit der Nr. 35 seines Blattes auch dessen früheres Blatt Nr. 34 zugeschickt. Der letzte Artikel desselben (S. 276) enthält eine Korrespondenz aus Strasburg, in welcher es heißt: „Ist Ihnen.nichtdie Schrift „„Zurufeines Christen an die Schriftsteller des französischen Volkes"" rc. zur Hand ge- „kommen, mein verehrter Herr Redakteur? Sie sollten doch kein Be- „ denken tragen, sie recht angelegentlich den Lesern dieses Blattes zu em- „pfehlen.. Nicht weil es Noch chäte, den deutschen Juden rc.... und „ich möchte daher Jedem rachen, sich mit der gedachten Schrift bekannt „zu machen, die trotz ihrer einseitigen und etwas mysteriösen Anschauung „doch durch den hohen religiösen Geist, der in ihr wehet, und den „Verfasser dergestalt erfüllt, daß er nur in und an ihm alle menschli- „chenBestrebungen beurtheilt wissen will...; aber damit ihre Leser we- „ nigstens den Geist und die Darstellung des Verfassers kennen lernen, „will ich hierher setzen, was derselbe über den Werth der Bibel sagt, „„lieberreden (so ruft er den so weltlich gesinnten Schriftstellern seiner „„Nation zu) möchte ich euch, das Buch zu öffnen, vor welchem „„Paskal, Newton und Leibnitz... ihre hohe Intelligenz ehrfurchtsvoll „„beugten.das Buch endlich, dem der berühmteste der fran- „„zösischen Autoren unserer Epoche (Chateaubriand) das verdankt, „„was es Bestes in seinen Schriften gibt, das Buch der Bücher — „„die Bibel! sie ist, und das gesteht ein Jeder, die Magna Charta „„der Rechte des Menschengeschlechts seit 18 Jahrhunderten; sollte sie „„nicht auch, seit derselben Zeit, die Hauptquelle aller guten Literatur „„sein?"" Wissen Sie lieber schlichter, aber gar nicht tief forschender Herr Rabbiner-Redakteur, welches Buch der Verfasser hier unter der Bibel versteht? Sie meinten vielleicht das, welches wir Juden mit diesem Namen bezeichnen, nämlich das alte Testament. Ein wenig mehr Aufmerksamkeit hätte Sie aber belehren können, daß der Verfasser ein ganz anderes Buch unter der Bibel meint, nämlich, was die Christen gewöhnlich darunter verstehen, das neue Testament; denn bloß dieses konnte ihm als die Magna Charta seit 18 Jahrhunderten gelten, das alte Testament ist eine Magna Charta von wenigstens 31 Jahrhunderten. — Jetzt werden Sie besser die etwas mysteriöse Anschauung der Schrift brurtheilen, und auch den hohen Geist, der den Verfasser erfüllt, würdigen können. Sie bereden also mit diesem auch