Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-10-01 · 7 (Oktober 1844) · p. Seite 288

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
7 (Oktober 1844)
Date
1844-10-01
Page
Seite 288 (sequence 42)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2744856-2744857-2744866--0319-2745263
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

288 Recenfioirm. Und womit wird nicht Herr H. fertig! Die jedenfalls sehr wichtige Frage über gemischte Ehen, bei der nach ihrem innern Zusammenhänge mit den heiligsten Interessen des Judenthums so Vieles zu berücksichtigen kommt, J) wird hier schnell und en passant abgethan. Ueber die Sabathfeier hat er ebenfalls sich mit Rücksicht auf das Auf- und Untergehen im Staate erklärt, und den Spruch: PVP-qS ■plSSn SfrO Sin ■püfc' ntf JJ meint er in frommer Einfalt, habe vielleicht R. Akiba im wirklichen Sinne genommen: „mache deinen Sabbath zum Werkeltag, um der Leute Gunst nicht zu bedürfen" (S. 109 und Anmerk. 77); und so werden wir selbst da wo nicht Staatsrücksichten obwalten, wohl auch die Sabbathfeier dehnen und fügen: denn wird nicht der Handwerker und der Handelsmann, den der Sabbath nicht selten genirt, sich nach obigem Satze gerechtfertigt sehen, „wenn er seinen Sabbath zum Werkeltage macht, um nicht der Leute Gunst zu bedürfen?" (Wie trefflich übrigens übersetzt nPnS b&1 „um der Leute Gunst nicht zu bedürfen;" wie human und großherzig und unendliche Deutungen zulassend!) Nun noch die Speisegesetze: „diese haben keinen polytheistischen (!) Grund. Ob sie, wie so oft behauptet worden, Polizei- und Sanitätsgesetze sind, mithin in Ansehung ihrer Gültigkeit an Verfassung, Klima ff. gebunden sind, mag hier «»erörtert bleiben." (S. 118 Anmerk.) In den Zusätzen (S. 263) weist schon Herr H. näher auf die diätetischen und moralischen Gründe hin, führt an: More Neduchim, de Wette Archäologie, Winer Realwörterbuch und Vonfoi; also auch mit diesen bald zu Ende. Bleibt doch Herrn H. das „Absolut-Religiöse," wozu er aber Wahrheit, Redlichkeit und sittliche Würde offenbar nicht rechnet, übrig! Der Leser wird das unbehagliche Gefühl, den Werken dieses Verf. noch weiter nachzugehen, mit dem Ref. theilen. Allein da die Unwahrheiten sich häufen, und der Verfasser an solchem Verfahren Gefallen findet, so muß dieses Gewebe noch weiter enthüllt und Jenen die sich von dem Gelehrtenschein, ien Herr H. geflissentlich seinem Buche gibt, blenden lassen, zur Warnung gezeigt werden, in welchen Schein sich der Verf. hüllt und was von seinem Wissen und Wollen zu halten sei. (Fortsetzung folgt.) *) Die Protokolle der Rabbinerversammlung zu Braunschweig find uns noch nicht zugekommen. Wir werden bei den Betrachtungen über die Resultate dieser Zusammenkunft auch obigen Punkt näher besprechen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.