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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-10-01 · 7 (Oktober 1844) · p. Seite 274

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
7 (Oktober 1844)
Date
1844-10-01
Page
Seite 274 (sequence 28)
Language
German
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274 Recenstonerr. Hang, Ln welchem die Provinzen mit dem Hauptlande standen, nicht fühlbar, da die Juden ihre eigene Provinz fern vom Herrscherland bewohnten, und nach der Weise jener Zeit nur Tribut und militärische Dienstleistung von ihnen gefordert wurden: sie standen in demselben (ja vielleicht Ln einem noch günstiger») Verhältnisse, wie die Lydischen und Klein asiatischen Provinzen, die ebenfalls ihre innere gesetzliche Organisation nicht aufgegeben hatten. Herr Holdheim wiederholt vielmal sehr zuversichtlich: „Die aus dem Eril Zurückkehrenden haben Religion und Staat getrennt," ohne irgend einen Beweis zu führen, ohne durch eine selbstständige Begründung seine Urtheilsfähigkeit über Geschichte zu bethätigen. Dagegen liegt ein schlagender Beweis für die natürliche Entwickelung des zweiten jüdischen Staatslebens, wie wir sie dargestellt, in den Zuständen während der Makkabäer-Herrschaft. Wir finden in dieser Zeit schon das Synhedrium als die höchste Staatsgewalt dem Herrscherhause gegenüber und dasselbe beschränkend; es schützt das Gesetz, das Volksrecht vor Uebergriffen des Monarchen; die Makkabäer mußten sich durch dasselbe eingeengt und gehemmt fühlen: wie wäre es nun denkbar, daß diese selbst eine ihnen lästige Gegenmacht hervorgerufen oder auch die Entstehung derselben zugelassen hätten? Vielmehr weist die Gewalt, mit welcher dieses Institut bekleidet war, und welche es trotz der monarchischen Verfassung behauptete, darauf hin, daß schon damals seine Autorität seit lange begründet und es als höchste, heilige, unverletzliche Staatsbehörde anerkannt war. Kehren wir zu dem vom Vers, angeregten Punkte zurück. Zeihet schon seine blinde Nachbeterei ihn laut der Oberflächlichkeit, hat er den Begriff historischer Treue gar nicht erfaßt und malt in seliger Unbefangenheit die Geschichte der Vergangenheit, wie er sie wünscht, aus, ist es ihm (wie Herr Hirsch mehrfach nachweist und diese Necension darthun wird) ein Leichtes sich selbst häufig zu widersprechen und das, wofür er einige Zeilen vorher mit ritterlichem Muthe in die Schranken getreten, bald darauf selbst mit kühner Hand anzugreifen, so hat der Verf. sich zwar das Urtheil gesprochen, kann bei offenem Kampfe er nicht hervortreten, darf seine Stimme auf literarischem Gebiete nicht gehört werden; doch würde er hier nur das Loos Jener theilen, denen es nicht um Tiefe sondern um einen scheinbar glänzenden Gedanken zu thun ist. Daß aber Herr H. die Perfidie begehet mit theils falschen, theils halbwahren Sätzen seine Vorgänger zu bekämpfen, daß er das Alterthum nur mit spöttischem Belächeln bespricht und demselben jeden Unsinn aufbürdet, daß er über Glaubenslehren mit dem frivolsten Leichtsinn aburtheilt und ohne an sich selbst zur Klarheit und Einigung gekommen zu sein, die heiligsten Institutionen umzugestalten sich anmaßt, daß er gegen das Judenthum mit den feindlichsten Waffen zu Felde ziehet, es mit der erniedrigendsten Geringschätzung behandelt und dabei Offenbarung und Göttlichkeit der Gebote im Munde führt: welche frappante Erscheinung, welche bewundernswerthe Fleribilität des Charakters und des religiösen Gewissens, die nur von der edlen Ungezwungenheit, mit der Herr H. binnen

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