Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 7 (Oktober 1844)
- Date
- 1844-10-01
- Page
- Seite 272 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2744856-2744857-2744866--0303-2745247- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
272 Allgemeine theologische Bibliographie. türkischen Justiz und das elende Treiben mancher unter rohen Völkerschaften verwettenden Diplomaten," sondern der Vorwurf, den man der jüdischen Religion machte, gefährlicher, wett er in einem uralten, weit verbreitetem Borurtheile wurzelt, machte sie zur Frage der Judenheit. Warum hat sich diese nicht eben so über die Ermordung des spanischen Consularagenten in Marokko, der doch auch ein Jude war, entrüstet? es kommen ja täglich dergleichen Beispiele türkischer Justiz vor. Wer indessen dem Gang der damaligen Ereignisse, besonders wie er sich in der Stimme der Tagesblätter hörbar machte, gefolgt ist, wird auch hier hinter den Schleier blicken können. Die Art, wie der Herausg. sich über die Spenden an das „an's Hofirtwerden gewöhnte Palästinas (S. 379) ausspricht, erinnert den Leser unwillkürlich an die Bemühungen des Gustav-Adolph-Vereins, und zeigt, wie das 1l6r> *6 crpnipnzn noch mehr als man glaubte, beachtet wird. Eben so wenig können wir dessen bei dieser Gelegenheit ausgesprochene Ansichten über Unpartheilichkeit theilen; freilich ist der „Orient" seinem Vorsatze nicht treu geblieben; mit dem Herausg. freuen wir uns, daß er sich jetzt von dieser unwürdigen Seite abgewendet. Beide Functionen der Parteilichkeit und der Schmähsucht scheint e) „der Israelit des 19. Jahrhunderts" übernommen zu haben. Neben manchen Correspondenzen, die von gewandten Mitwirkern zeugen, finden sich Aeußerungen, sowohl über jüdische Glaubensmeinungen, über geachtete Persönlichkeiten, die sich in das Feld der Gemeinheit hineinwagen. Nicht wenig befremdend ist daß G., der mit der Klage der Parteilichkeit so gern bei der Hand ist, für dieses Journal so wie für dessen Herausgeber, auf eine mit der Wissenschaft und Wahrheit schwer zu vereinigende Weise Partei ergreift, k) Die Freund'sche Zeitschrift (der Herausg. kannte damals nur das erste Heft der neuen Folge) hat aufgehört. Wenig ist über die jüd. Schulzeitung, nicht vielmehr über die hebr. Zeitschrift Zion zu sagen; den Troß bilden Sulamit, Jedidja und die Kalender; daß neben dem Klein'schen auch der gemeine (Sulzbach'sche) Breslauer Kalender der Kritik anheimfiel, ist wohl lokalen Interessen zuzuschreiben. Das vierte Heft bringt 1) den Schluß des Saalschütz'schen Aufsatzes: der Monotheismus in sittlicher Beziehung; 2) Dernburg: über ein Mscrpt. der Paris, königl. Bibl., enthaltend Halachot des Isaak b. Juda Giath. Dieser wird hier nach seinem Wirken als Talmudist (Rabbiner? S. 403), als Dichter, — sein Maamad für Jom Kippur ist ebenfalls in Paris — als Grammatiker nach Citaten vom Kimchi. Die Anmerkungen des Verf., so wie die des Herausg., unter denen wir besonders S. 409 hervorheben, machen die Abharrdlung zu einer sehr lehrreichen, erregen aber um so mehr die Verwunderung warum es den Pariser Gelehrten so selten gefällt, etwas aus dem reichen Schatz, der ihnen daselbst zu Gebote steht, mitzutheilen. 3) Geiger: Ueber den bisher unbekannten Lericographen Schimschon, dessen — nicht ganz erhaltenes — Werk sich handschriftlich im Besitz des Herausgebers befindet, mit einer Einleitung, welche die frühesten grammatischen Bestrebungen der Juden bespricht. Der Autor scheint um 1200 gelebt zu haben; zahl-