Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 5 (August 1844)
- Date
- 1844-08-01
- Page
- Seite 203 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine theologische Bibliographie. 203 aber wie man auch über Steinheim's Kriterium der Offenbarung urcheile, so wird Zeder darin mit ihm übereinstimmen, daß das geoffenbarte Judenthum einen außerweltlichen, persönlichen, über der Natur stehenden Gott mit einer von den Gesetzen der geschaffenen Natur unabhängigen Freiheit, welche die sich selbst genügenden Hegelianer lächerliche Willkür nennen, erheischt, und daß diese Annahme von der gesunden Vernunft, die nicht von dogmatischer Philosophie irregeleitet ist, kein Jdentistciren des Zudenthums mit der Unvernunft genannt werden kann; daß also der Gottbegriff der Offenbarung nicht mit den verschiedenen austauchenden philosophischen Systemen wechseln darf, daß endlich die menschliche Vernunft wohl den Gottbegriff zu prüfen, aber keinesweges als Architekt sich einen solchen aus eigener Kraft zu bilden fähig ist. Wir verweisen in dieser Beziehung auf vorliegendes Buch S. 42—45. So wie aber der geoffenbarte Gott ein bestimmter ist, so ist es auch das geoffenbarte Gesetz, und ist es Verrath an demselben, es durch willkürliches Allegorisiren und Symbolisiren der Auflösung preis zu geben. Wir können hier nicht umhin die Worte unseres Vers. S. 117, anzuführen: „Man hat es in neuesten Zeiten vorgezogen, wieder in die ältesten „Fußtapfen eines alerandrinischen Asterphilosophen, des Philo, zu treten, „und unsere geoffenbarte Lehre in eine beliebige Schelling'sche oder Hegel'sche „Philosophie, je nach dem Alter, dem Geschmack oder den zufälligen Neigungen „unserer neuen Philo's, umzuwandeln. . . Dichtet unseren unschuldig „naiven Vorfahren keine Schelling-Hegel'sche Weisheit an; lehrt nicht, daß „unsere Ahnherren, die noch keine Ahnung von solcher Tiefe und Vertiefung „des Gedankens, wie ihr sie besitzt, und wie ihr sie verkündigt, gehabt, schon „all jenen Denkkrimskrams der modernen Philosophie in jenen Urkunden „haben niederlegen wollen, den ihr gewaltsam hinein und dann wieder heraus- „demonstrirt! Die unschuldig reine Gotteslehre ist euern subtilen Verkehrt- „heiten eben so fremd, wie sie den heidnischen Verunreinigungen durch den „alerandrinischen und neuplatonischen Aberwitz fremd gewesen, und allem „zukünftigen Zusatze von philosophisch-mythologisch-unedlem Metalle un- „zugänglich bleiben wird." Man vergleiche damit, was der Redacteur dieser Zeitschrift in seinem Aufsatze über die Rabbiner-Versammlung' in dieser Beziehung (S. 90 ff.) geschrieben. Wir gehen nun zu den andern drei Abschnitten, der eigentlichen Biographie selbst über, und unterscheiden die selbstständigen Abhandlungen, die der würdige Steinheim eingeflochten, von dem aus dem Tagrbuch Büdinger's mitgetheilten. Unter erstern bezeichnen wir als besonders interessant und höchst beherzigenswerth: §. 1. Abschnitt III. „der Werkeltag und der Sabbath," wo die stillwirkende veredelnde Macht des Judenthums unter einer unscheinbaren, dem Uneingeweiheten verächtlich scheinenden Außenseite meisterhaft geschildert ist. Nicht minder zeichnet sich §.4 : „Die Mütter in Israel" aus, durch die Darstellung des würdigen Berufes der Frauen im Judenthume, in Vergleich mit denen der griechischen, sowie t rrch Auseinandersetzung des wichtigen