Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 4 (Juli 1844)
- Date
- 1844-07-01
- Page
- Seite 167 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2744856-2744857-2744863--0189-2745130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Allgemeine theologische Bibliographie. 167 km; st. Sie werden unterstützt durch Beiträge aus anderen Gegenden und widmen ihr Leben vorzüglich dem Studium und frommer Andacht; doch da ihre Anzahl sich vermehrt und ihre Mittel (im Gegentheile) sich vermindern, so gehet M. damit um, ihnen einen Erwerbzweig für die jungen Männer vorzuschlagen, die entweder nicht Lust oder Anlagen habm, um einer heilige» Beschäftigung obzuliegen. Ich war aufgefordert worden, diesen Abmd bei der Eröffnung einer neuen Synagoge gegenwärtig zu sein; mein theurer M. wünschte, daß ich gehen soll, da überdieß auch ein altes und ehrwürdiges Sefer (eine Thora) von der Wittwe eines letzten Chacham, dem es gehörte, geschenkt wurde. Ich willigte ein, Madam S. begleitete mich. Die Synagoge war herrlich beleuchtet und geziert mit Kränzen von Lorbeerblättem. Ich hatte einen Sitz der Lade gegenüber. Nach dem Gebete ging die ganze Versammlung eine kleine Strecke nach der Wohnung der Geberin, um das Sefer abzuholen, welches R. Abr. Job unter einem weißen Baldachin trug, gefolgt von der Menge unter Gesang, Tanz, Händeschlagen und Absingen von Psalmen. Mir wurde eine Wachskerze gegeben und ich ging unter dem Baldachin, unmittelbar hinter dem ehrwürdigen Rabbi, der die hellige Rolle trug, während die Menge ihren Tanz, Gesang u. s. w. fortsetzten. Ich zitterte bei diesem neuen, überraschenden und fteudigen Vorgang, daß ich vielleicht den Baldachin mit meiner Kerze anzünden oder auf die weiße Seide Wachs tropfen könnte; Flecken davon waren schon auf dem Kleide des wohlwollenden und gutherzigen R. Job sichtbar. . Die Procession ging vor unsen» Hause vorüber, damit M. fich an dem angenehmen Anblick erfteue. Er saß beim Fenster, und war schon durch das Gejauchze und das Freudengeschrei des Volkes von der Annäherung benachrichtigt. Indem wir einige Secunden ruhten, kehrten wir auf dieselbe Weise in die Synagoge zurück, das Sefer wurde in die Lade gelegt, wobei passende Gebete abgesungen wurden, unter Begleitung von anderen Hymnen, Händeschlagen und Tanz wie vorher. Wie war ich gerührt über das Verhalten dieser Menschen, deren Freuden wie deren Betrübnisse Folgen ihrer eiftigen Anhänglichkeit sind, und deren Gebete fich nur an Gott richten. Ich empfand die Ehre von ihnen ausgezeichnet zu sein, da ich nahe an der Lade saß und die Kerze hielt. Dieser ganze Auftritt muß als die wahrhafte Freude des Gesetzes bezeichnet werden. Es war das Beseligende der Heiligkeit inmittm der tiefsten Betrübniß." Bei Gelegenheit der vorerwähnten Pläne M. fiir die Jugend wird auf einen im Anfang beigefügtrn Brief hingewiesen, den wir hier wiedergeben. „Unserm Herrn, der Krone unseres Herzens, der bei seinen tugendhaften und edlen Thaten sehr ausgezeichnet unter Menschen ist, Sir Moses Montefiore. Möge sein Licht für immer glanzen! Möge der Allmächtige es so geben. Amen. Gelobt sei unser Gott; seine Gnade ist reichlich auf