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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1844-07-01 · 4 (Juli 1844) · page 3

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
1 (1844)
Issue
4 (Juli 1844)
Date
1844-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Wie soll der Religionsunterricht der israelitischen Jugend in unserer Zeit beschaffen fein? (Fortsetzung und Schluß.) Der Unterricht in der heiligen Schrift muß freilich auch vernünftig sein, wenn er erleuchten und dauernde Früchte tragen soll. Unter vernünftigem Unterricht ist aber keinesweges jenes schädliche, flache Rationalisiren verstanden, welches treulos an der Stelle des beseligenden Wortes zerstörenden Zweifel in das Herz des Schülers einschwärzt, das Wort der Schrift nach dem sogenannten Geiste der Zeit interpretirt: solches Verfahren in unserer Zeit hieße Oel in das unheilige Feuer gießen, Glauben und rechte Erkenntniß entwurzeln statt zu pflanzen. Auch hier find wir von den traurigen Folgen gar fühlbar belehrtworden. Es darf im Unterrichte der Jugend kein Zweifel an der Authentie der Bücher Mosis angeregt werden, und sei die Lösung desselben noch so gediegen; noch darf von Meinungsverschiedenheit über die Verfassungszeit derselben die Rede sein. Eben so muß der Unterricht im ungeschmälerten Glauben frei von jeder Sucht der natürlichen Erklämng der Wunder bleiben; im Gegentheil belehre man die Jugend, wie wenig wir, bei der Mangelhaftigkeit des menschlichen Wissens in den natürlichen Dingen, von welchen uns bei weitem mehr verborgen als enthüllet ist, berechtigt find, mit ungeweihetem Blicke in die heiligen Wege Gottes zu dringen und die Wunder zu profaniren. Nicht minder muß jede Anspielung auf Mythe und dergleichen in der heiligen Schrift vermieden und muß eben darum die Lectüre der Schüler sorgsam überwacht werden, daß durch eine üble Wahl der Bücher nicht der Same der Gläubigkeit im Keime ersticke. — Dagegen interpretire man, nach Anleitung der Tradition den Buchstaben der Schrift aus dem Geiste derselben, das Einzelne aus dem Ganzen und führe den Schüler bei Zeiten über den Buchstaben hinaus in den Geist der heiligen Schrift, (aber, wohl gemerkt! der heiligen Schrift, nicht in unfern Geist;) denn blinder Buchstabenglaube wird todt geboren, oder erstirbt im Kampfe mit dem Leben. Frankel, Zeitschrift. I. 10

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