Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- 3 (Juni 1844)
- Date
- 1844-06-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Aeber die projectirte Nabbinerversammlung. Das Judenthum hat bei seiner doppelt langen Wanderung durch Raum und Zeit, bei seinem Durchgänge durch die merkwürdigsten Phasen, von denen die Geschichte zn erzählen weiß, manche neue Gestaltungen angenommen, hat auf manche Lebenserscheinungen, auf neu auftauchende Begriffe und Vorstellungen horchend, fie in sein Bereich hineingezogen, war bestrebt die äußeren Erscheinungen mit seinen Elementen zu verschmelzen, in ste den belebenden Odem der Religion zu hauchen, und durch diese geistige Wiedergeburt, durch die Wiederverjüngung auf heiligem Boden sie zu seinem Eigenthume umzuschaffen. Man hat von mancher Seite heftigen Tadel gegen dieses Verfahren erhoben, dem Audenthume zum Vorwurfe gemacht, daß es seine Originalität aufgegeben und, mit fremdartigen Bestandtheilen geschwängert, seinem ursprünglichen Zustande sehr unähnlich geworden sei; als wenn die Formen allein das Wesen der Religion bildeten, die religiösen Bedürfnisse an eine Art der Manifestation für immer gefesselt wären? In einer solchen Abgeschlossenheit liegt Erstarmng, die abgegrenzte, undehnbare Form gerinnt im Laufe der Zeit zur gefrornen Eismasse, die sich zwischen dem Gefühle und der Erhebung zu Gott lagert, und an der jeder freundliche Strahl des Glaubens abprallt. Weil das Judenthum von einem lebendigen Geiste gettagen wurde, weil dieser nicht in der Form so eingeschlossen war, daß er über die Kruste nicht hinauszuragen vermochte, darum bleiben die jeweiligen ftonunen Bedürfnisse ihm nicht fremd, reinigte und läuterte er sie an seinem Feuer, daß selbst aus der Asche des Aberglaubens, wenn das Zeitalter sich zu ihm hinneigte, der entstellte, bessere Gehalt als verjüngter Phönix hervorging: er stieg zu den Schwächen des Menschen herab, sonderte in dem Schmelztiegel des Göttlichen die Schlacken aus und behielt das Edlere, das Hinneigen zu Gott, zurück.— Aber es konnte dieser Geist sich nur mit dem als Höheres Geahnten, mit dem religiösen Frankel, Zeitschrift, l. 7