Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 1 (1844)
- Issue
- Anzeige und Prosepectus, Dezember 1843
- Date
- 1843-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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6 rung des Haltbaren als zur Aussonderung des die Reinheit des Glaubens Verunstaltenden, sowohl um der unwürdigen Antastung zu wehre» als um ihr den Boden zu entziehen, sowohl zur Befestigung und Ausdauer, als zur Beschwichtigung der Zweifel ist die Anforderung unabweisbar, über Gehalt und Unvergänglichkeit und Fortbildung des Judenthums sich in würdiger wissenschaftlicher Forschung öffentlich auszusprechen und einen Leitfaden zur Belehrung und ferneren Untersuchung darzubieten. Von diesem Gedanken angeregt, will der Herausgeber in Verbindung mit mehreren von dieser Ueberzeugung durchdrungenen Theologen eine Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums in Monatsheften eröffnen. Diese Zeitschrift setzt sich zunächst zur Aufgabe, das Judenthum nachseiner religiösen Seite vom Standpunkte der Theologie zu beleuchten und aus dem Gegebenen eine Fortentwickelung zu evolviren. Sie wird daher Aussätze bringen, die den Bildungsgang, den das Judenthum genommen, darzulegen suchen, an der Hand der Geschichte und der inner» Architektonik der jüdischen Theologie aufwärts steigen und den sparsam oder reichlich fließenden Quellen der Lehrmeinungen nachforschen. Diese Aufsätze sollen dem Leben nicht fern stehen, noch soll die Theologie, um der Beantwortung wichtiger Zcitfragen auszuweichen, sich hinter' die Wissenschaft flüchten; aber sie werden auch nicht von den Interessen der Gegenwart allein geleitet werden, da weder Religion noch Wissenschaft zu feilen Sclavinnen eines vorübergehenden Bedürfnisses sich je herabwürdigen dürfen. Ueberhaupt wird hier ein Organ beabsichtigt, in welches die verschiedenartigen Ansichten über Judenthum niedergelegt und gleichsam eine schriftliche Synode, — die vielleicht einst zu einer mündlichen führen wird, — gebildet werden soll; durch den friedlichen Gedankenaustausch werden Anregung und Verständigung genährt werden, und Resultate daraus hervorgehen, die zum gesicherten unangefochtenen Eigenthum des Lebens sich gestalten. Auf dem Wege der Forschung soll daher das Princip der Fortbildung, wie es im Judenthume involvirt ist, aufgefunden werden und hieran sich die Lösung wichtiger Zeitfragen knüpfen. Diesem gemäß werden theils einzelne Satzungen nach ihrem Einflüsse und dem nahen oder fernen Zusammenhänge mit dem Ganzen des Judenthums, nach ihrer Entstehung und Verbreitung, nach dem erlangten Ansehn und wie sie heutigen Tages in dem religiösen Bewußtsein wurzeln, beleuchtet; theils werden hervorragende Epochen, in denen dys jüdische Leben neue Gestaltungen gewann und bedeutende Uebergäng^ vorbereitete, hervorgehoben und die Forschung je nach dem Resultate der