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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-11-15 · 22 (15.11.1937) · p. Seite 392

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
22 (15.11.1937)
Date
1937-11-15
Page
Seite 392 (sequence 4)
Language
German
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392, Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden inBayern Nr/22 BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE In der zweiten OktoberhäSfte lud der Verband! und die Gemeinde München ihre Körperschaften zu edner Besichtigung und einer Einweihungsfeier ein. Im Lehrsaal der Werkstätten begrüßte Herr Oberstlandesgerichtsra't Dr. Neuaiieyer die geladenen Gäste. Gleichzeitig richtete er an' die zur Tagung der neu geschaffenen südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Lehrwerkstätten anwesenden Leiter und Mitarbeiter der auswärtigein Lehrwerkstätten eine kurze Ansprache. DipL-Inig. Rosenthal schilderte sodann idlie Aufgaben, insbesondere den Aufbau .der neuen Werkstatt, ihrer einzelnen Abteilungen und Einrichtungen. In einem (kurzen Zeitraum, vom 15. Juli bis 9. August 1937. seien die gesaimteiD Umbauten und technischen Ausstattungen hergestellt worden. Man habe einen einzigen großen ungeteilten Ranüm vorgefunden, der zweckmäßig abgeteilt und einigerdchtet werden mußte. DipL-Ing. Rosenthafl dankte allen Helfern, die mitgewirkt haben in kürzester Zeit vielleicht die modernste unter allen handwerklichen Ausbrldungsstätten ki Deutschland zu schaffen. Er 'dankte insbesondere der Reichsvertreturag, dem Verband Bayer. Isr. Gemeindein und ganz besonders den gebefreudigen Spendern. Er hob hervor, daß er bereitwilliges Verständnis und OpfenvÄgkeit für seine Aulgiaibe in allen jüdischen Kreisen gefunden habe. Es «wurde sodann eine Reihe von Werkarbeiten vorgeführt, die seit August von dein Lehrlingen, den Lehrplänen entsprechend, gemacht wurden. Die sich anschließende Besichtiigurig gab -durch Führung von Dr. lug. Cahn und DipL-Ing. Rosenthal EinMick in den Sitwi und Zweck dies Ganzen. Die hellen übersidlrtlchen Räume, die modernen Arbeitsmittel wurden allgemein bewundert. Die Werkstatt konnte dm Betrieb vorgeführt werden. Sie besteht aus -einem großen Unterrichtssaal, ferner der Tischlerei, die mit modernen Holzbearbeitunigsniaschinen und etwa 30 Arbeitsplätzen ausgestattet ist, einem Werteeugausgabe-Raum und einem eigenen Raum für die Meister. Schön und zweckmäßig ist vor allem auch die Schlosserei eingerichtet Darin sind Arbeitsplätze für zunächst 70 Schlosser und Mechanikerlehrlinge vorgesehen. Ära jedem - Werkplatz befindet sich eine lücke-nflose Werkzeugigarnitoir, die vom Lehrling selbst übernommen wird unldl die er später bei seiner Auswanderung miruimmt. Die Werkzeugmaschinen der Materialbearbeitung sind ausnahmslos in gebrauchsfertigem Zustand; eine Schmiede und_eine Autogen-Schweißered vervollständigen die vorhandene Paorikations-Ausbildungseinrichtunig. Die Nebenräume, wie Ankleideraum, Waschraum und Toiletten siraid nach zweckdienlichen! und hygienischen Gesichtspunkten einfach, aber zugleich modern angelegt. Ein freundlicher Aufenthaltsraum mit weißgedeckten Taschen und Blumen darauf, die allen Anforderungen gerecht werdende Küche runden den vorzüglichen Eindruck ab, welchem die. Teilnehmer dier Besichtigung (gewannen. Bei voller Besetzung können etwa 100 Mittagessen in den Werkstätten verabreicht werden. Um einen reibungslosen und schnellen Küchenbetrieb zu ermöglichen, sind heute schon alle notwendigem Haus- und KücnenutensLlien -vorhanden. Der Verband und die Gemeinde München haben mit ihrer Bdedersteiner Werkstatt ein ausgezeichnetes Werk geschaffen, dam alle Beteiligten, idlie 'Gemeinde München und alle süddeutschen Gemeinden, ein gutes Gedeihen wünschen. Ityce Oluöftöttunö Su^„ewttrien von Benger, Prof. Jäger, Ribana, Bleyle, Heinzelmann bei Adolpll Schlesinger, Prielmaycrstr. 12 Spezialist für Unterwüsche, Strumpf- und Strickwaren Lehrhaus der Kultusgemeinde Die .'Kurse und Vorträge über Jüdische Gegenwartsfragen werden in der zweiten November-Hälfte und dm Dezember fortgesetzt; und zwar spricht Dr. Rudolf Wassermann über: Die berufliche Umschichtung der deutschen Juden im 19. Jahrhundert. Er begiin/nt seine Vorträge am Mittwoch, den 17. November, abends 8.20 Uhr und setzt sie am folgenden Mittwoch, den 24. Nov., fort. . Hieran schließen sich die Vorträge von Professor Dr. Arthur Cohen über: Jüdische Wanderbewegung im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart am 8. und 15. Dezember zuidier gleichen Stunde. Beide Vortragsreihen sind voneinander unabhängig und können auch von solchen Teilnehmern besucht werden, die die vorhergehenden Vorträge nicht gehört haben. Mittwoch, den 24. Niotvember, und an den folgenden Mittwochen abends 9.15 Uhr setzt Dr. Benno Silberschmidt seine Vorträge über Hauptströmungen in der modernen Philosophie fort; der Besuch der Vorträge ist auch noch ab 24. November möglich; und empfehlenswert. Fortsetzung der übrigen Kurse Mach den früheren Ankündigungen: Montag, 22. Nov., abends 8.20 Uhr, Rabbiner Dr. Baerwald: König David nach den Büchern der Bibel. Dienstag, 23. Nov., abends 8.20 Uhr, Rabbiner Dr. Herbert Finkelscherer: „Jüd. ©rauchtum". Donnerstag, 25 Nov., abends 8.15 Uhr, Kapellmeister Erich Eisner: „Einführung in die Konzertmusilk". Donnerstag, abenids 8.30 Uhr, Reichenbachstraße 2/7: Rabbiner S. Wiesner: Mischna-Kurs. Alle" Vorträge finden im gemeindlichen Sitzungssaal (Herzog- Max-Straße 7) statt. Die Ausgewandertenkartei der Kultusgemeinde München ist auf die Mitarbeit aller Gemeindeangehörigen angewiesen. Die Gemeinde bittet alle, die ihre Umfrage noch nicht beantwortet haben, dies baldmöglichst zu tun. Es werden sämtliche Adressen (Inland und Ausland) von Einzelpersonen und Familien, die nach 1933 München verlassen haben, benötigt. Paul Frankenburger und Heinrich Schallt Zwei namhafte jüdische Künstler aus München, Paul Frankenburger, der viele 'Jahre in Augsburg erster Kapellmeister war, und H ei n r i ch S c h a 1 i t der uns allen noch in bester Erinnerung als Komponist und Organist der Hauptsynagoge ist, hatten bei einem Konzert nrnt Jerusalem einem Bericht der «Palestine Post» vom 18. Oktober 1937 zufolge, besondere Erfolge. Von dem neuen Werk Paul Franikenbur- Fremdsprachlcurse des Lehrhauses Ein Hnfängerkurs in Englisch von Fräulein Emmy Levyn erteilt, beginnt am Moni tag, den 2 2. Nov., abends 20 Uhr im Jugendheim, Herzog-Ruldiolf-Straße 1. > Alle Damen und Herren, die sich schriftlich angemeldet haben, sowie noch nicht angemeldete Interessenten werden gebeten, sich an diesem Abend einzufinden, da'gleichzeitig eine Besprechung über die Zeit des Unterrichts und andere Fragen stattfindet. Der Besuch dieser Stunde, ist kostenlos und unverbindlich.

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