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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg · 1937-10-01 · 19 (1.10.1937) · p. Seite 341

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
Volume
13 (Ausgabe B) (1937)
Issue
19 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
Seite 341 (sequence 7)
Language
German
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JINI. Kiittiiiiiimil in Bayern (angeschlossen dem Reichsverband der Jüdischen Kulturbunde in Deutschland) Ortsgruppe Alüuclicii Anschliff: München 13, Adelheidstraße 33 Mitteilung an die Mitglieder! Diejenigen Mitglieder, welche ihre Mitgliedskarten 1937/38 noch nicht abgeholt haben, bitten wir dringend, dies bis spätestens Freitag, den 8. Oktober, besorgen zu wollen, da die erste Veranstaltung bereits Montag, den 11. Oktober, stattfindet. Ohne Vorweis der Mitgliedskarte und Eintrittskarte kann kein Einlaß gewährt werden. Mitgliedskarten, welche, bis 15. Oktober noch nicht abgeholt wurden, werden durch den Kassier mit einer Unkostengebühr von 30 Pf. zugestellt. An der Kulturbundkasse liegen Eintrittskarten für folgende Veranstaltungen auf: Konzert des Mendelssohn-Trios am 11. Oktober; Konzert der Geigerin Anni Steiger-Betzak am 10. November. An alle Mitglieder, welche München für dauernd verlassen, richten wir die freundliche Bitte, uns nebst dem Zeitpunkt ihrer Abreise auch ihren neuen Wohnsitz mitteilen zu wollen. Legende des Klanges Von Ruth Poritzky. Des Unendlichen Ruf „Es werde!" ward auf den sanften Wellen des Schalls durch die Aeonen getragen und weckte die schlummernden Kräfte des Seins zu zeugendem Leben. Stumm gehorchte das kreißende All dem allmächtigen Schöpferwort, dem einzigen Laut, der die Welt erfüllte. Der Unendliche gebot zum zweiten Male: da erklang das ewige Gebären der Welt in wundersamen Tönen, die sich dem heiligen „Werde!" vereinten auf den sanften Wellen des Schalls und durch die Zeiten strömten. Der erste Mensch vernahm die Harmonie der Sphären und goß seinen Juibelsiang hinein in die rauschenden Klangeswogen. Die zischende List der Schlangenworte aber trübte der sanften Klangwellen kristallene Helle und ein Zittern ging durch die Aeonen. Abels Todesschrei gellte klagend hinein in die erbebenden Wellen, die den Tod durch die Unendlichkeit weitertrugen. Wilde Sünde raste unter den Menschen, heulendes Gekreisch schlämmte in die verdunkelten Wellen des Schalls und füllte die Welt mit Trauer und Ekel. Der Unendliche erbarmte sich der gequälten Schöpfung und ließ die strömenden Wasser der Sintflut über die Erde brausen, daß in t ratterndem Getöße zusammenkrachte, was Menschenwahn erbaut. Den Wellen des Schalles aber ward auf Erden die Gnade des Vergehens. Nicht mehr in die Unermeßlichkeit trugen sie Klang um Klang aus M.enschenmund in ewigem Bewahren. Jubel und Gebet rannen wie Jammer Und Fluch in die stillen Meere des Vergessens. Durch die Aeonen aber hallte erneut des Unendlichen Ruf „Es werde!", und mit ihm erfüllten die ewigen Harmonien der kreißenden Welten die Sphären. Die Menschen vernahmen nicht mehr den feierlichen Gesang der Weit. In dumpfer Ahnung des Verlorenen schufen sie sich hölzernes Gerät, auf dem sie allerlei klingende Kurzweil trieben, rasch verhallendes Getön, das nicht bestehen konnte. Vergänglichkeit war in allem Menschenwerk und -wort, und ärmlich blieb der Versuch, das heilige Tönen der Welt nachzuahmen mit klapperndem Holz und Metall. Es geschah, daß ein Hirtenknabe sich versenkte in die Anbetung der erhabenen Unermeßlichkeit des Alls. Die Sonne wich dem stillen Leuchten des Mondes und der Silberflut der Sterne, Nächte wechselten mit Tagen — der Hirte schaute reglos, angerührt vom Wunder des Werde. Ihm war, als ob er danken müsse für die Gnade dieser Offenbarung; doch schal und glanzlos erschien ihm sein Gebet, matt und ohne Weihe. Da gewährte ihm der Unendliche, die Musik der Sphären zu hören. Verzückt lauschte der Knabe dem ewig rauschenden Schöpferwort des Allmächtigen. Es strömte in seine Seele und machte sie weit und hell. Und siehe: Ein zarter Widerhall klang auf in ihm: die sanften Wellen des Schalls mündeten ein in den Hirten David, und mächtig erhob er die Stimme zu wie vernommenem Lobgesang. Willig empfingen die Schallwellen Davids Lied und senkten es in die heiligen Klangwogen der göttlichen Musik. Und David kündete den staunenden Menschen die Herrlichkeit Gottes. Die hilflosen Holzgeräte der menschlichen, klappernden Kurzweil wandelten sich unter seinen begnadeten Händen zu Trägern des Sphärenklanges, und seine Stimme klingt fort in die Aeonen, die Dankesantwort des Geschöpfs auf das ewige, göttliche „Werde!"

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