Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 13 (Ausgabe B) (1937)
- Issue
- 19 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 340 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern Nr. 19 I BAMBERGER&HERTZ DIE ZUVERLÄSSIGEN KLEIDERFACHLEUTE I Staafszionistisdie Organisation Ortsgruppe München Reichenbachstraße 27/1 r. Gründung einer staatszionistischen Frauengruppe München, eine der stärksten Ortsgruppen, soll nunmehr ebenfalls auf Wunsch vieler weiblicher Mitglieder eine staatszionistische Fraueingruppe erhalten Diese wird für die Schaffung eines neuen jüdischen Frauen- und Mädcbentypus — äußerlich schlicht, innerlich gefestigt, verantwortungsbewußt, den Egoismus in sich selbst bekämpfend eintreten. Bewußte Erziehung zur politischen Reife und zur Bürgerin des werdenden Judenstaates mit verantwortungsvollen Pflichten und Volkerziehungsaufgalben werden die wichtigsten Progrämimpunkte dieser-nationaljüdischen Frauengruppe sein. Frauen und Mädchen, die die Arbeit in dieser Gruppe nicht als Vereinsmeierei betrachten, sondern gewillt sind, ihre ganze Persönlichkeit im: den Dienst der staatszionistisohien Idee zu stellen, werden gebeten, ihre Anschrift der Staatszionistischen Organisation, Ortsgruppe München, bekanntgeben zu wollen. Staatszionistische Broschüren Um weitere Rückfragen zu ersparen, weisen wir wiederholt darauf hin, daß staatszionistische Schriften, wie „Weg und Ziel des Staatszionisimus" von Hamburger, „Die Jüdische Legion;", Jabotinsfcy's „Idee des Betar" und viele andere durch die .,Ewer"-ßuchhandmng, Ottostraße 2, zu 'beziehen sinid. Der Preis dieser Broschüren bewegt sich zwischen RM. —.20 und —.50. Abonnements auf das s'aats'zionistische Organ, „Das Jüdische Volk", wenden ebenfalls dort entgegengenommen. Das Schulschiff „Sara I" in Palästina Wie bereits in der letzten Nummer des Gemeindeblattes mitgeteilt wurde, unternahm das erste jüdische Schulschiff der Marine-Schule des Betar in Civitavecchia eine Reise nach Palästina. Inzwischen ist dasselbe mit einer Besatzung von 44 Offizieren, Kadetten und Matrosen im Hafen von Haifa eingetroffen. Später lief das Schulschiff auch den Hafen von Tel-Aviv an. Im dortigen Rathaus wurde die Besatzung von Bürgermeister Rokach empfangen, der sie im Namen der Stadt begrüßte. In seiner Ansprache an Offiziere und Matrosen wies der Bürgermeister auf die Bedeutung der jüdischen Schiffiahrtsunternehmungen und der Arbeit jüdischer Matrosen hin. 70. Geburtstag Frl. Lina Bacharach beging am 29. September 1937 ihren 70. Geburtstag. Die Jufbilarin leitete nahezu drei Jahrzehnte zunächst am Krankenhaus 1. d. I., dann im Krankenhaus München- Schwaibing die Israelitische Abteilung der Küche und hat sich während dieser Zeit, weit über ihre Pflichten hinausgehend, fürsorgend all der Kranken angenommen, die arm oder einsam ihres Rates und ihrer Hilfe bedurften. Möge die Jubilarin ihr segensreiches Wirken durch einen langen und schönen Lebensabend belohnt finden! o. Rosa-Werner-Nähstube beginnt am 5. Oktober mit der Arbeit und bittet uim zahlreiche Beteiligung. f& MÜNCHEN . BRIENNFRSTJIASSE 52 KOSTÜME KLEIDER MÄSTFX PELZE AUG US TE NS TRASSE Sj Fernsprecher 58160 U.QtiiHltiU Aus der Gemeinde Augsburg Das neue Altersheim Das vor längerer Zeit von der Israelitischen Kultusgemeinde angekaufte, nahe dem Zentrum gelegene Haus mit großem Garten in der Frohsinnstraße ist nun für ein Altersheim hergerichtet, mit Warmwasserheizung, fließendem kalten und warmen Wasser in jedem Zimmer, elektrischer Lichtsignal- Leitung und allem sonstigen Komfort versehen und wird am 1. Oktober bezogen. Die Nachfrage nach den Zimmern war äußerst rege, so daß nur wenige doppel- und einbettige Zimmer noch frei sind und Interessenten sich schleunigst an die Kultusgemeinde wenden müßten, falls sie noch unterkommen wollen. Die Leitung wurde der Oberin Berta Dornacher, seit 13 Jahren Leiterin des jüdischen Altersheim in Stettin, der die besten Empfehlungen zur Seite standen, übertragen. Aus bayerischen Gemeinden Amberg. Am 19. September beging unser Vorstand Herr Landgerichtsrat a. D. Emil Bacharach unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde seinen 50. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich, welcher großen Beliebtheit sich der um unsere Gemeinde so verdienstvolle Mann erfreuen kann. Ad multos arnios. Aus der Gemeinde Bamberg. Am 24. August sprach Herr Kantor Julius Schapiro in der Z. O.-G. über die Eindrücke seiner Palästina-Reise, am 9. September Herr Rechtsrat Dr. Weiler-München vor den Körperschaften der Gemeinde über seiner Eindrücke einer Amerikareise. Im Anschluß hieran richtete der Vorstand der Gemeinde, Dr. Morgenroth, an alle einen flammenden Appell zu Gunsten der bevorstehenden Sammlung des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau. Emil Behr, Neustadt a. d. Haardt Das langjährige Tagungsmitglied des Verbands der Kultusgemeinden in Bayern sowie Mitglied des Vorstands des Verbands der isr. Gemeinden der Pfalz, Emil Behr, hat sein Amt als Vorsitzender des Synagogenrats Neustadt a. d. Haardt niedergelegt. Aus diesem Anlaß richtete der neue Vorstand des Synagogenrats Neustadt a. d. Haardt während des Gottesdienstes an Roschhaschonah folgende Worte an die Gemeinde: Herr Emil Behr hat sein Amt als Vorsitzender des Synagogenrats infolge Jiohem Alter, das ihm nicht erlaubt, die immer schwerer werdende Last der Verantwortung, die dieses Amt mit sich bringt, länger zu tragen, niedergelegt. Ein Menschenalter — 33 Jahre lang — war Herr Behr Vorsitzender des Synagogenrats. Sein Wirken war von Gott gesegnet und ist mit goldenen Lettern in der Geschichte unserer Gemeinde eingetragen. Er war ein vorbildlicher Vorstand. Uneigennützig und unparteilich und in seltener Pflichterfüllung nur das Interesse und Wohl der Gemeinde und ihrer Mitglieder im Auge, leitete er die Gemeinde. Zielbewußt, dabei selbstlos und bescheiden oft sein eigenes Ich zurücksetzend, wal'jete er seines Amtes. So konnte die Gemeinde — und sie war es auch — stolz darauf sein, einen solchen Vorstand zu haben. Und daher schenkte sie ihm ihr volltes Vertrauen, was schon dadurch zum Ausdruck kam, daß er bei jeder Wahl sozusagen einstimmig wiedergewählt wurde. Aufs tiefste bedauern wir alle, daß Herr Behr sein Amt niedergelegt hat und sich nicht bestimmen ließ, dasselbe weiter zu behalten. Der Synagogenrat mußte sich diesem unerschütterlichen Entschuß leider fügen und hat Herrn Behr in Ansehung seiner unvergänglichen Verdienste das Amt eines Ehrenvorsitzenden übertragen. Er hat ihm für alles, was er in den langen Jahren für die Gemeinde getan, herzlichst gedankt und ich bin sicher, daß Sie alle sich diesem Dank aus ganzem Herzen anschließen. (Fortsetzung auf Seite 344)