Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern und die Kultusgemeinden München, Augsburg, Bamberg, Würzburg
- Volume
- 13 (Ausgabe B) (1937)
- Issue
- 19 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 337 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/10638461-10638480-2728094--063-2744738- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rawicz 1× ep/1048078
OCR text
Jüdisches Gemeindeblatt für den Verband der Kultusgemeinden in Bayern 337 DIE NEUE AUFGABE Erlösung des Bodens von Obergaliläa Die Wirklichkeit von morgen Neue Siedlunsen für jüdische Massen KEREN KAJEMETH LEJISRAEL (Jüdischer Nationalfonds E. V.) Ortskommission MÜNCHEN, Schlosser str. 2/1 Telefon 53052 . Postscheck Nr. 10121 Nr. 19 Rassiche Gliederung der Schüler und Schülerinnen deutscher Staatsangehörigkeit rassische Gliederung jüdisch jüdisch mischblütijr zusammen Berechtigte öffentliche höhere Schulen 583 201 784 Berechtigte private höhere Schulen 359 124 483 Nichtberechtigte 'höhere Sohulen _ 23__11_34 Zusammen 965 336 1301 Für die aufgeführten indischen Schüler und Schülerinnen der berechtigten höheren Schulen läßt sich einie genaue. Angabe über die Anahl der Knaben und Mädchen machen. Trennung nach Geschlechtern auf berechtigten höheren Schulen 1. Knabenanstalten Knaben Mädchen Summe öffentliche Schulen 344 11 355 Private Sohulen 154 80 2134 Zusamen 498 91 589 Mädchenanstalten öffentliche Schulen Private Schulen ~ 241 148 241 148 — 389 389 Zusammenfassung (Knaben- und Mädchenschulen) Öffentliche Schulen Private Sohulen Berechtiigte höhere Schulen 344 154 252 22S 596 . 3S2 insgesamt 498 480 978 Um einen Überblick üfer die Anzahl der jüdischen Schüler und Schülerinnen (jüdische Reiigioinszugehörigeit) auf nichtiüdvschenSchulen zu bekommen, müssen wir die jüdischen Schüler und Schülerinnen der Jüdischen Realschule in Fürth (private berechtiigte höhere Lehranstalt) mit einer Schülerzahl von 202 (Schuljahr 1936) im Abzug bringen. a) Zahl der jüdischen Schülerinnen) auf allen höheren Schulen 998 b) Zahl der jüdischen Schüler (innen) auf jüdischen höheren Sohulen (Fürth) _202 a) minus b) 796 Zahl der jüdischen Schüler (innen) auf niehtjüdiischen höheren Schulen c) Zahl aller Schüler(innen) auf allen höheren Schulen 82 671 d) Zahl aller Schülerinnen) auf jüdischen höheren Schulen _202 c) minus d) 82 459 Zahl aller Schüler(innen) auf nicht]üdisohen höheren Schulen Ergebnis B: Unter 89 469 Schüler (.innen) auf nicht jüdischen höheren Schulen waren im Schuljahr 1936 796 jüdische Schüler und Schülerinnen 0,96% (1935: 1,5%). Vergleich mit dem Deutschen Reich Unter 685 388 Schülern und Schülerinnen auf nichtjüdischen höheren Schulen des Deutschen Reiches waren im Schuljahr 1936/37 5599 Schüler und Schülerinnen jüdischer Refcgionszu'gehörigikeit, das sind 0,8% oder 8 unter 1000! Die jüdische Legion im Kampf für Palästina Zum 20. Jahrestag ihrer Gründung Eine kurze Geschichte der Jüdischen Legion von Karl Rawicz Vor einigen Wochen jährte sich zum 20. Male der Gründungstaig der Jüdischen Legion. Nur allzu schnell hat die jüdische. Welt dieses Ereignis in der Geschichte der jüdischen Neuzeit vergessen, obwohl die Legion hervorragend beteiligt war an der Erlangung jener Rechte, die dem Judentum als Volk seit 1917 von der europäischen Völkerfamilie eingeräumt wurden. Für den Legionsigedanken warben zunächst Vladimir J a - b o t i n s k y und' Jos er Trump eldor .unter den von den Türken aus Palästina vertriebenen Juden in Alexandrien, mit der Absicht, «in Kampibataillon zu gründen, welches ausschließlich an der Palästina-Front Verwendung finden sollte. Nach vielen Verhandlungen wurde im April 1915 eine >aus 600 Mann ber stehende Freiwilligentruppe gebildet. Diese Truppe, genannt „Zion Mule Corps" (Zionistisches Mauleselkorps) war eine selbständige Formation mit eigener Fahne (Magen David). Nach vielen Enttäuschungen und schweren Verlusten wurde es im März 1916 wieder aufgelassen. Da das „Zion Mule Corps" ganz anderen Zwecken zugeführt wurde, als seine Begründer geplant hatten, kann es noch nicht als „Jüdische Legion" angesehen werden. Es half jedoch den Weg zur Schaffung der tatsächlich kämpfenden Jüdischen Legion ebnem, und deshalb kommt dem Korps in diesem Sinne historische Bedeutung zu. Jabofeinsky gab die Forderung einer Jüdischen Legion, die als Kampftruppe an der Eroberung und Besetzung Palästinas teilnehmen sollte, nicht auf. Unüberwindlich schienen die Hindernisse, die auf diesem Wege lagen. Große Schwierigkeiten bereitete insbesondere die britische Regierung. Die zionistische Führerschaft rückte noch im Jahre 1915 von Jabotinsky und) seinen Plänen ab. Seinen Anstrengungen gelang es jedoch, durch 'Anknüpifiumg von Beziehungen zu britischen Staatsmännern, und Politikern iund durch unermüdliche schriftliche und; mündliche Propaganda, die Schafiung des Jüdischen Regiments .im Jahre 1917 zu erwirken!. Col. Patterson 'führte ihn Februar 1918 dias erste Bataillon der Jüdischen Legion, die „Judeans", an die Palästina-Front. Der Legion gehörten zunächst die Überreste des „Zion Mule Corps" an, zu denen die Freiwilligen aus dem Lon- Kein Gemeindemüglied ohne die blaue Karte für Hilfe und Aufbau