Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 13 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- Seite 253 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 253 den Werdegang des jüdischen Kalenders in sehr ansprechender Form; er erklärte Mondzyklus und Schaltjahre, die „Behinderungsfälle" (Adu etc.), die Moled-Berechnungr die Regel „Ath- Basch" und alle die Grundelemente unserer Jahreseinteilung, die von der bürgerlichen wesentlich abweicht. — Die Lehrhausvorträge sind neben den Kursen Bestandteile unserer jüdischen Erwachsenenbildung. Nur wenn sich durch Kurse oder Nachbehandlung des Themas mittels eigener Lektüre eine Art Wissenssicherung erreichen ließe, kann man sich eine nachhaltige Wirkung von den Vorträgen versprechen. Sie werden vom Frühherbst an weitergeführt. 80. Geburtstag. Am 27. Juni konnte Frau Sidonie Bacharach in Stifte Kaulbachstraße 65 ihren 80. Geburtstag feiern. HU Zionistische Ortsgruppe MÜnChen Schlosser.tr. 2/1 Tel. 53 0 52 Lichtbilderabend am Dienstag, den 6. Juli 1937 Anläßlich des 40jährigen Jubliäums der Zionistischen Organisation und des Todestages Theodor Herzls findet am Dienstag, den 6. Juli 1937, 20.30 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde eine Veranstaltung der Zionistischen Ortsgruppe statt, bei der Manfred Sturmann die Ansprache hält und sie durch einen Bildstreifen „Träger des Aufbaus" erläutert. Ferner wird die neue, soeben eingetroffene Palästina- Monatsschau vorgeführt, die eine Reihe von Bilddokumenten wichtiger aktueller Vorgänge in Erez Israel zeigt. Den Begleitvortrag hält Dr. Leopold Künstler. Gäste sind herzlich willkommen. Zionistischer Gruppenverbandstag des Gruppenverbandes Bayern Bericht von Manfred Stur.mann Der Zionistische Gruppenverband Bayern hielt seinen diesjährigen Gruppenverbandstag am 20. Juni in Nürnberg ab. Die Tagung, die von fast allen Ortsgruppen und Stützpunkten zahlreich beschickt war, unterschied sich von früheren insofern, als diesmal die Fragen der praktischen und organisatorischen Arbeit zurücktraten .und mehr die der zionistischen Gesamtpolitik behandelt wurden. Der Vorsitzende des Gruppenverbandes, Dr. J. Bamberger, wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß diese Tagung im Zeichen wichtiger Entscheidungen für das jüdische Volk abgehalten würde, und daß dieser Augenblick uns besonders große Verpflichtungen auferlege. Der Vormittag war von dem umfassenden Referat Dr. Michael Traubs : „Politik und Wirtschaft in Palästina" ausgefüllt. Der Schwerpunkt für jede Entwicklung liege heute im Politischen, auch in der Wirtschaft. Die Exekutive habe es verstanden, den Jischuw durch die Fährnisse des abessinischen Krieges und die Monate der Unruhen zu führen, ohne daß der Aufbau Schaden gelitten hätte. Dr. Traub wandte sich gegen unberechtigten Pessimismus. Die Industrie arbeite nach gewissen Krisenerscheinungen ungestört weiter, obgleich es keine staatlichen Subventionen gäbe, der Export nach Syrien und dem Irak habe gute Aussichten, neue Arbeitsplätze seien erobert worden und die Tozeret-haarez-Bewegung habe an Bedeutung gewonnen und käme dem Jischuw zugute. In der augenblicklichen Situation sei eine gesunde und weitschauende Bodenpolitik von ausschlaggebender Bedeutung. Auch hier stehe die politische Bedeutung vor der des Ertrages. Es käme mehr denn je darauf an, den Bodenbesitz im ganzen Lande auszubreiten, sowie den schon vorhandenen zu ergänzen und abzurunden. Dr. Traub appellierte nachdrücklich an die P i c a, dieser lebenswichtigen Bestrebung mehr als es bisher geschehen ist Rechnung zu tragen und den Picaboden in weitestem Umfang der nationalen Arbeit freizugeben. Dr. Traub berichtete dann über die Sitzung des Aktionskomitees, erörtert den Gedanken eines jüdischen Weißbuches, behandelte umfassend die völkerrechtlichen Grundlagen des Mandates und widmete schließlich der Frage der Teilung Palästinas eine eingehende Untersuchung. Die Antwort des Jischuws auf alle die wechselnden Kombinationen in der Weltpresse sei die Besetzung neuer Siedlungspunkte gewesen. Dies spräche mehr als alles für die Haltung unserer Menschen in Erez Israel. |^AMVVVV\AA^^VUm^V\A^«M^VV^^ Hilfe und Aufbau Die an die Haushaltungen verteilten SPENDEN.BÜCHSEN werden anfangs Juli wieder geleert werden. Wir bitten die Büchsen hiefür bereit zu halten. Unsere damit betrauten Helfer werden wie biser mit einem Ausweis versehen sein und eine Liste zur Feststellung und unterschriftlichen Bestätigung des Büchsenergebnisses vorlegen. Wir bitten, der Büchsen auch weiterhin so wie bei allen Anlässen durch Spenden zu gedenken, da die vielfältigen und dringlichen Aufgaben der Fürsorge und der Auswanderung, der Berufsausbildung und der Berufsumschichtung als Aufgabebereich von Hilfe und Aufbau auch wachsende Mittel erfordern. Ivvvvvvv\aa^vvvvvvvivvvv\a/vvvvvvvvvvvvvI Nach der Mittagspause sprach Dr. J. B a m b e r g e r über „Fragen der jüdischen Schule und Erziehung". Als Leiter der jüdischen Volksschule in Nürnberg konnte der Referent aus seiner praktischen Arbeit wichtige Anregungen geben. Er forderte für den jüdischen Schulbetrieb: Hebraisierung des Unterrichts, Schaffung einer natürlichen hebräischen Sprachkultur und lebendige Palästinakunde, die für jedes Kind eine persönliche Beziehung zum Lande Israel zu schaffen vermöge. Er ermahnte alle Freunde, die jüdische Schulfrage immer wieder aufzuwerfen, denn nur die jüdische Schule, wie wir sie verlangen, ist imstande, eine gesunde jüdische Generation zu erziehen. — An die Ausführungen Dr. Bambergers schloß sich ein kurzes Referat von Herrn Harry Philipps über die Situation der jüdischen Sportvereine in Bayern, die eine besondere ist und bisher noch nicht ihre definitive und gewünschte Klärung erfahren hat. Als letzter Redner sprach Dr. Hans C a p e 11 über: „Der Zionismus vor dem XX. Kongreß und die Gegenwartsfragen des Judentums in Deutschland". Nach einem Uberblick über die Lage der zionistischen Bewegung in den Ländern der Welt wies der Redner auf die wachsende Einigkeit im Lande hin, welche die außenpolitische Schlagkraft der Exekutive günstig gefördert habe. Im zweiten Teil seines Referates beschäftigte sich Dr. Capell mit den gegenwärtigen jüdisch-politischen Fragen in Deutschland, mit den Vorbereitungen zum Kongreß und der Schekelaktion. Eine allgemeine und die Referate ergänzende Aussprache beschloß die anregende Tagung. Ein weiterer Gruppenverbandstag nach dem Kongreß zur Vorbereitung der Winterarbeit wurde in Aussicht genommen.' Aufbaumöbel, Ein- und Zweibett- COUChes sowie komplette Zimmer-Einrichtungen MÖBEL-BALLIN Theatf nerstraße 7, Eingang MaffelstraBe Billige Preise bei gediegener Quallfäi