Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1937
- Issue
- 4 (15.5.1937)
- Date
- 1937-05-15
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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10 Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Nr. 4 Mitarbeit Die Jüdische Sohuilzeitung bringt in einem „Rechenschaft" überschriebenen Leitartikel u. a. folgernde Ausführungen, die sich mit -den von uns in dem Artikel „Mitarbeit" vom 16. Februar ausgesprochenen Gedanken ^vollinhaltlich deckejn. Man könnte hier ohne weiteres überall neben „Jüd. Scfoulzeitung' „Mitteiltingen des Jüd. Lehrervereins für Bayern" setzen. „Ales ist schon dagewesen" und überall ist's dasselbe! Viel" leicht ist dieser Aufruf Dr. Brauns einmal der Überlegung und des Nachdenkens wert — und vielleicht führt das Nachdenken doch endlich einmal zur Tat! Die Schriftleitung. Es . gibt eine nicht kleine Zahl von Kollegen, die das Verbandsorgan nicht halten. Zuweilen wird es aus Bequemlichkeit unterlassen. Man bestellt nicht gern bei der Post oder beim Verlag das Blatt weil es ein wenig umständlich ist. Zuweilen aber liest man es nicht, weil einem dieser oder jener Beitrag nicht gefeiten, oder weil der Schriftleiter einen Aufsatz zurückgewiesen hat. Zuweilen weiß man nicht einmal von der Existenz der Schu'lzeitung. Wir wollen nicht im einzelnen diese Gründe untersuchen. Wir wollen nur eines sagen: dfie Leser unseres Blattes mögen beurteilen, ob und inwieweit es sich bemüht, den Aufgaben gerecht zu werden, die heute an ein pädagogisches Blatt gestellt werden müssen. Sie mögen dann aber, wenn sie der Meinung sind, es lasse nach dieser Seite hin zu Wünschen übrig, an die eigene Brust klopfen und sich eingestehen, daß sie selber Schuld idtaran mittragen, wenn manches ungesagt geblieben ist. Kein Schriftleiter kann allein eine Zeitung gestalten; und selbst wenn er es könnte,' wäre es wicht gut wenn es geschähe. Nur in einer Vielfalt von Stimmen geht Leben von einem Organ aus, das die Mannigfalt der Fragen einfangen möchte, die. heute uim Erziehung und Unterricht (kreisen. Aber auch abgesehen von dieser wichtigen Seite der hier erörterten Angelegenheit darf die Bitte an alle Leser wiederholt werden, (bei jeder sich bietenden Gelegenheit neue Bezieher unseres Verbandtsorgans zu werben. Wenn alle Kräfte sich regen, dann kann unser Organ sehr wohl der schwierigen aber dankbaren Aufgabe gerecht werden. Sammlerin und Verbreiterin aller werthaltigen pädagogischen Erkenntnisse zu sein, sowie aller Anregungen im Hinblick auf Lehrerbildung und Fortbildung und Schulpolitik. Ausbildung von Sportlehrern Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Es ist in Aussicht genommen, einen neuen einjährigen Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportliehrerfrf im Anschluß an das Gymnastisoh-Orthopädisohe Institut von Frau1 Alice Bloch, Stuttgart-W.. Zeppelfinstraße 30, zu eröffnen. Der Lehrgang wird von der Schulabteilung der Reichsvertretunig sowie vom Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs betreut werden. Kurs-Beginn: Mittel April, Schulgeld: monatlich RM. "35.—. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der mittleren Reife sowie besondere sportliche Befähigunigen. Frauen können nur in geringer Zahl aufgenommen werden. Über Lehrplan. Aufnahme- und Prüfungsbediingungen gibt der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs. Stuttgart, Königstraße 82, Auskunft; es sind alle Anfragen dorthin zu richten. Es empfiehlt sich, Zulassungsgesuche unverzüglich beim Oberrat einzureichen. .(Unliebsam verspätet) Vereinsmitteilungen 1. Personalien. In tiefste Trauer versetzt wurde die Familie unseres Vereinsmitgliedes, des. Seminarlehrers S. Steinhäuser. In der Blüte der Jahre wurde ihm der einzige, hoffnungsvolle Sohn, Schüler des Würzburger Seminars, durch den Tod entrissen. . Wir drücken dem schwergeprüften Kollegen und seiner Gattin unser innigstes Beileid aus. Dem Verein sind beigetreten: Steinhäuser in Obbach und Fritz L.evy in Augsiburg. Am 1. April wurde Kollege Ludwig S t e i n-Berolzheiim zum Leiter der JüdischeM Volksschule in Fischach ernannt. im den ersten Tagen des Mai wandert Kollege Ludwig St einberger - Bad' Kissingen nach U.S.A. aus. Wir wünschen dem scheidenden Kollegen alles Gute. Die Stelle* "Bad Kissingen soll, wie wir hören, nicht mehr besetzt werden. t,y 2. Lesebuch. Vom Reichsverband der jüdischen Lehrervereine erfahren wir, daß die Arbeiten am Lesebuch für das 5. und 6. Schuljahr rüstig vorwärtsschreiten. 3. Lesebogen. Die Lesebogen der Ortsgruppe Berlin des jüdischen Lehrer-Verbandes in Preußen sind 'im Druck. Es ist zu hoffen, daß diese als zusätzliche Lesestoffe, die bereits ministeriell genehmigt sind, auch bei1 uns verwendet werden können und den Kollegen im beginnenden Schuljahre willkommen sein werden. Sämtliche Zuschriften betr. Lieferung von Probenummern sowie Bestellungen sind direkt an den Verlag der Jüdischen Schulzeitung, Fa. Julius Neubauer, Ludwigshafen am Rhein, Schulstraße 14, zu richten. Es sind erschienen: Lesebogen 1: ab 4. Schuljahr. Lesebogen 2: Mittelstufe (5. und 6. Klasse). Lesebogen 3: Oberstufe (6. und 7. Klasse). Lesebogen 4: Oberstufe (7. und 8. Klasse). Lesebogen 5: Oberstufe (8. und' 9. Klasse). Der Lesebogen kostet 25 Pfg. Der Verlag wünscht, daß mit der Bestellung auch gleichzeitig der dafür entfallende Betrag auf das Postscheck-Konto Israel. Gemeimdeblatt. Karlsruhe-Bd. Nr. 80 051, eingezahlt wird. 4. An der jüdischen Volksschule in Mittelsinn wunde das 8. Schuljahr eingeführt 5. Veränderungen im Reichsverbande der jüdischen Lehrervereine. Der Verein jüd. Lehrer der Provinz Brandenburg hat sich am 31. Dezember 1936 nach 40jährigem Bestehen aufgelöst da seine Mitgtliederzahl auf 8 Personen zusammengeschrumpft war. " 1 i Y'*-\\ Im Januar d. J. trat Kollege Dr. Julius Höxter, Frankfurt am Main, der uns allen durch seine Quellenbücher und Zeittafeln bekannt geworden ist, vom der Leitung der Vereinigung israel. Religionslehrer in Frankfurt a. M., die er 34 Jahre lang in vorbildlichster Weise wahrgenommen hatte, zurück. Sein Nachfolger wurde Studienrat Dr. M. S a 1 o m o n. Julius Hörter wurde zuim Ehrenvorsitzenden ernannt. 6. Wohnungsänderungen. Der Verbandsvorsitzende Dr. Heinemann Stern wohnt jetzt Berlin-Friedenau, Varzinerstr. 22. M. Steinhardt ist nach Dresden. Weißer Hirsch, Kirchbachstraße 16, verzogen. München, den 10 .April 1937. M. Rosenie 1 d. M. Ad 1 e r. Einzahlungn im Februar—März 1937 > Von: Frank. TreUchtlingen 7.50; Tannenwald, Aschaffenburg 1-0 —; Schloß Asohaffeniburg 15.—; Lion, Grünsatdt 16.—; Adler, Nürnberg 15.—; Rose. Hörstein 3.75; Haymann, Rodalben 12.50; Köstrich, Ühlfeld 7.50; Wahler. Neustadt 15.—; Brückheimer, Marktbreit 15.—; Gönrager. Zirndorf 15.—; Schmid, Würzburg 10.—; Lamm, Pirmasens 15.—: Eldod, Höchberg 5.—; Hellmanin, München 7.50: Strauß, Weiden 15.—; Martin. Haßloch 10.—; Bliumenthiail I. Würzburg 10.—; Blumenthal II. Würzburg 10.—; Gutmann. Schnaittach 6.—; Blum. Nürnberg 15.—; Hönlein, Nürnberg 15.—; Oppenheimer. Fürth 15.—;*Strauß, Frankfurt 12.—. Würzburg, den 4. April 1937. . M. Hell man n. Zweite Palästinareise für Lehrer Die Jüdische Schulzeitung teilt mit: An der Sonderfahrt nach Palästina, die eine Anzahl von Lehrern und Lehrerinnen, im Frühling 1936 untenniommen haben, konnten sich viele wegen der Schwierigkeiten der Devisenbeschaffung'nicht beteiligen. Es soll.nunmehr im März 1938 eine zweite Lehrerreise nach Palästina unternommen; werden. Der Plan wird deshalb schon jetzt bekanntgegeben, weil die finanzielle Vonbereitung frühzeitig beginnen muß. Die Kollegen und Kolleginnen, die sich an der Sonderfahrt zu beteiligen wünschen, werden gebeten, dies dem Schriftleiter der Jüdischen Sohulzeitung mitzuteilen. Nichtlehrende anzumelden ist zwecklos, es sei denn, daß es sich um Ehefrauen! handelt. Die Anmeldung geschieht unverbindlich für beide Teile. Nähere Informationen werden auch diiesesmal zu gegebener Zeit in der Jüdischen Schulzeitung erfolgen. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München