Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 10 (15.5.1937)
- Date
- 1937-05-15
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 10 Bayerische IsraeUtische Giemeindezeitiihg Hebräische Aussprache über die Teilungspläne für Palästina Auf Einladung der Hebräischen Sprachkurse versammelte sich nach längerer Pause wieder ein Kreis von Hebräisch-Sprechenden. Nach einem einleitenden Referat von Dr. Walther Eichelberg über das Thema „Teilung Palästinas?" ergab sich eine Unterhaltung, die düe lebhafte Anteilnahme an der behandelten Frage bewies. Es zeigte sich wieder, daß eine gründliche Beschäftigung mit der hebräischen Sprache es nach einiger Zeit ermöglicht, auch bei schwierigeren Gegenständen eine Diskussion zu führen oder ihr wenigstens zu folgen. Die regelmäßige Fortsetzung dieses Chug iwri wurde beschlossen. Siaatszionistische Organisation Ortspruppe München Reichenbachstraße 27/1 r. Ein neues Hachscharahgut des Betar Die seit mehreren Monaten mit der Reichsvertretung und der Jüdischen Gemeinde Berlin einerseits und der Staatszionistischen Organisation andererseits in Angelegenheiten eines Hachscharahgutes geführten Verhandlungen haben vor wenigen Tagen zu einem positiven Ergebnis geführt. Das Hachscharahgut: PolenswerderbeiEberswalde (bei Berlin) wird ca. 40 Betarim aufnehmen können. Die Aufnahmefähigkeit dieses Gutes soll allmählich gesteigert werden. Die Arbeiten werden Mitte dieses Monats aufgenommen. Inzwischen wählen bereits die einzelnen Ortsgruppen ihre hierfür in Frage kommenden Betarim und Betario'th aus. Auch die Ortsgruppe München wird einige Betarim zur Ausbildung nach Polenswerder entsenden. » 70. Geburtstag. Am 28. Mai kann Fräulein Jeanette Hil- 1 e r (Burgstr. 3/II) ihren 70. Geburtstag feiern. Don Jizchak Abravanel Die Vorträge, die Herr Rabbiner Dr. Herbert Finkelscherer im Lehrhaus über den vor 500 Jahren geborenen jüdischen Gelehrten und Staatsmann hielt, gaben ein sehr sorgfältig erarbeitetes Bild des Lebens und der Schriften Abravanels. Gerade die Schicksale und das Denken dieses Mannes, der im Jahr 1492 bei der Vertreibung der Juden aus Spanien das Land, dem er treu und ehrenvoll in hoher amtlicher Stellung gedient hatte, mit seinen Leidensgenossen ungebrochen verließ, ziehen uns heute besonders an. Herr Dr. Herbert Finkelscherer umriß nach den vorhandenen Quellen den bewegten Lebensgang Don Jizchaks von seiner Lissaboner Heimat über seine Wirkungsstätten in Madrid und Neapel bis zu seinem Grabe in Padua. Der literarischen Tätigkeit Abravanels, seinen Bibelkommentaren, den biographischen Einleitungen dazu, vor allem seinen philosophischen und kabbalistischen Gedankengängen galt der zweite Vortrag. Auch für dieses schwierige Gebiet gelang es dem Vortragenden, die Hauptzüge des exegetischen und philosophischen Anliegens des spanischen-jüdischen Denkers dem Laien nahezubringen. Die Vorträge hätten einem viel größeren Kreis als dem, der erschienen war, die Möglichkeit gegeben, von einem gediegenen Sachkenner an einen der wichtigsten Abschnitte der jüdischen Geschichte und des jüdischen Geisteslebens herangeführt zu werden. Wir brauchen diese Art von gut vorbereiteten Vorträgen. Das Lehrhaus kann seine Aufgabe nur erfüllen, wenn sich in unserer Gemeinschaft ein Kreis findet, der gewillt ist, jenseits von Sensation und Gelegenheitsbesuchen, sich ein vertieftes Wissen um die jüdische Geschichte und um unser Schrifttum anzueignen. Die Jüdische Blindenanstalt für Deutschland e.V. legt Wert auf die Bekanintgaibe, daß die bisherigen Verkaufsvertreter, die Herren Ludwig uuid Arthur Beckar. nicht mehr als Vertreter für die Jüdische Blindenanstalt tätig sind. Aus der Gemeinde Augsburg 80. Geburtstags-Feier für Frau Bertha Heymann An dem 80. Geburtstag von Frau Bertha Heymann nahm die gesamte Augsburger Gemeinde freudigen Anteil. Wußte sich doch Frau Heymann fast zwei Menschenalter durch selbstlose Hingabe und nimmermüde Opferbereitschaft, mit der sie zu jeder Zeit und für jeden Hilfesuchenden zu finden war, die Anhänglichkeit und Zuneigung all derjenigen zu sichern, mit denen IUnser Straffalaine-Sakko Das ideale sportliche Sakko für Beruf, Sport und Reise aus einem leichten knitter- # * freien Trikotstoff. Sehr schöne Farben! 41." BAMBERGER & HERTZ Die zuverlässigen Kleiderfachleute * das Leben sie zusammenführte. Frau Heymann gehört seit 46 Jahren ununterbrochen der Vorstandschaft des Israelitischen Frauenvereins, als Leiterin des Besattungswesens an, und hat dies Amt mit vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit ausgefüllt. Zu ihrer Ehrung versammelte sich die Vorstandschaft am Vortrage ihres Geburtstages bei der I. Vorsitzenden, um in Gemeinschaft mit den nächsten Angehörigen die Jubilarin zu feiern und ihr die wohlverdienten Glückwünsche auszusprechen. Es war ein harmonischer Auftakt zum festlichen Tage. In warmen Worten der Verehrung und Dankbarkeit wurde ihrer langjährigen Verdienste gedacht, ernste und humoristische Darbietungen wechselten in bunter Folge miteinander, und nur zu schnell schlug die Abschiedsstunde, damit der Freitag Abend- Gottesdienst pünktlich erreicht werden konnte. Allen Teilnehmern wird die kleine Feier unvergeßlich bleiben. Möchte der lieben Jubilarin ein schöner friedlicher Lebensabend beschieden sein. Israelitischer Frauenverein Augsburg Im Turnsaal unserer Synagoge fand am 28. April 1937 die Mitgliederversammlung des Israelitischen Frauenvereins statt. Die Vorsitzende Fr. Clemy Heymann erstattete den Tätigkeitsbericht über die verflossenen 5 Jahre, Fr. Waitzfelder den Kassenbericht und die Gemeindeschwester Sofie Dann den Bericht über ihre vielseitige Arbeit. Punkt 2 der Tagesordnung war Neuwahl. Durch hohes Alter und Krankheit sahen sich mehrere verdiente Vorstandsmitglieder veranlaßt, eine Wiederwahl abzulehnen und leider auch unsere bewährte 1. Vorsitzende. Der Dank für die Jahre, die Fr. Clemy Heymann mit klugem Sinn und warmen Herzen, mit großem Verständnis für soziale und religiöse Pflichten den Verein führte, wurde ihr von der nunmehrigen 1. Vorsitzenden Frau Hedwig Epstein für die Vorstandschaft, von Herrn Schloß für Gemeinde und Wohlfahrts- ISRAELITISCHE KULTUS GEMEINDE MÜNCHEN LEHRHAUS | Montag, den 24. Mai, abends 8.30 Uhr. Sitzungssaal der Gemeinde, Herzog-Max-5iroße 7 Vortrag von Dr. Lotte Pulvermacher Das jüdische Antlitz in der bildenden Kunst (mit Lichtbildern) Eintritt frei. Montag, den 31. Mai, abends 830 Uhr, Sitzungssaal der Gemeinde . Vortrag von Prof. L. Basnizki - Entstehung und Aufbau unseres jüdischen Kalenders (mit Lichtbild-Erläuterungen) Eintritt frei!