Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 7 (1.4.1937)
- Date
- 1937-04-01
- Page
- Seite 161 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 161 Aus der Gemeinde Augsburg Vortrag Dr. Georg Josephthal Die Zionistische Ortsgruppe in Augsburg lud die Gemeindemitglieder zu einem Vortrag des Herrn Dr. Georg Josephthal, Leiter des deutschen Hechaluz und Mitglied der Reichsvertretung, ein. Der überaus große Besuch der Veranstaltung bewies, welches Interesse den Themen seines Vortrages entgegengebracht wurde (Judenschicksal und Zionismus in der Welt, die Königliche Kommission, Recht und Duldung). Die Kundgebung war umrahmt von Liedervorträgen und einem Sprechchor, ausgeführt von den Chawerim des hiesigen Beth-Chaluz. In fesselnder Weise gelang es dem Redner, darzulegen, welche schwierigen Probleme die heutige Lage für die Juden, insbesondere für die jüdische Jugend, bringt. Kein Land außer Palästina sei gewillt, Juden aufzunehmen. In zunehmendem Maße würde es für fast alle Länder eine ökonomische Notwendigkeit, ihre Tore für jegliche Einwanderung zu schließen. Mit Nachdruck richtete der Redner einen Appell an die Eltern, ihre Kinder nicht diesen Ideen fernzuhalten. Zwar könne man nicht wie vor etlichen Jahren Palästina als das Land der Erfüllung aller Wünsche ansehen, im Gegenteil, es gehöre schon eine fest grundierte Gesinnung dazu, heute Zionist zu sein, jedoch sei dies der einzige Weg, der zu einer Lösung des Problems der Juden in Deutschland führe. Die sehr gelungene Kundgebung hinterließ allgemein starken Eindruck. Aus bayerischen Gemeinden Aus der Gemeinde Bamberg Sonntag, 7. März, abds. 8 Uhr versammelte eine Weihestunde die Mitglieder der Gemeinde in der Synagoge. Herr Rabbiner Dr. Lazarus-Wiesbaden sprach über „Alexandria-Granada-Berlin, drei Schicksalsstätten jüdischer Lebensgestaltung". Zur Umrahmung ließ Frau Ida Held-Landecker-Nürnberg unter Harmoniumbegleitung von Frl. Käthe Heilbrunn-Bamberg ihre herrliche Sopranstimme ertönen. Es war eine Stunde der Erhebung, für deren tiefes Erleben die Gemeinde aufrichtig dankbar war. Am 10. März veranstaltete der Kulturbund im großen Saale der „Weißen Taube" einen Liederabend. Frau Lisbet Dührenheimer-Mannheim erntete mit ihrer umfangreichen Mezzosopranstimme starken Beifall. Am Flügel: Ludwig Grünbäum- Nürnberg, wie stets sich feinst einfühlend als Begleiter, ganz groß in der Fantasie f-moll 49 von Chopin. Regensburg Das Programm des vom Jüdischen Kulturbund am Sonntag, den 14. März 1937, veranstalteten Konzerts bestritten Frl. Irma Stern aus München (Gesang) und die einheimische Pianistin Frau Suse Lehmann. Fräulein Stern brachte eine reichhaltige Auslese von Liedern und Arien zu Gehör. Die technisch vorzüglich durchgebildete Sängerin verfügt über ein tragendes Organ und versteht es, sowohl den heiteren, wie auch den ernsteren Kompositionen eine eigene Note zu geben, die auf tiefe Erfassung des Stoffes, schließen läßt. In Frau Lehmann am Flügel hatte die Sängerin eine verständnisvolle, anschmiegsame Begleiterin. Als Solistin hatte sich Frau Lehmann in Mozarts „Variationen in F-Dur" und in Liszts „Troubadour-Paraphrase" Werke gewählt, die vornehmlich in technischer Beziehung hohe und. höchste Anforderungen stellen. Die Pianistin meisterte ihre Aufgabe mit Viel Geschick. Aufrichtiger Beifall des zahlreich erschienenen Publikums lohnte die Künstler. Aus dem Reiche Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Es ist in Aussicht genommen, einen neuen einjährigen Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern im Anschluß an das Gymnastisch-Orthopädische Institut von Frau Alice Bloch, Stuttgart, Zeppelinstraße 32, zu eröffnen. Der Lehrgang wird von der Schulabteilung der Reichsvertretüng sowie vom Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs betreut werden. Kursbeginn: Mitte April. Schulgeld: monatlich 35 RM. Aufnahmebedingungen: Zeugnis der mittleren Reife sowie besondere sportliche Befähigungen. Frauen können nur RADIO Apparate aller Fabrikate/vom Volksempfänger bis zum Großsuper. Verkaufsübernahme gebr. Apparate. Gelegenheitskäufe MÜNCHEN 2 M MUSIKHAUS ▼ .Ii * au ~ m mm — NEUHAUSER STR. SO in geringer Zahl aufgenommen werden. Über Lehrplan, Aufnahme- und Prüfungsbedingungen gibt der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs, Stuttgart. Königstraße 82, Auskunft; es sind alle Anfragen dorthin zu richten. Es empfiehlt sich, Zulassungsgesuche unverzüglich beim Oberrat einzureichen. Toctii. Kinderiräulein p. 15. 4. od. 1. 5. nach. München gesucht. Für Hausarbeit Tagesfrau vorhanden. Off. mit. Nr. 7006 a. d. A.-A. d. Blattes. Wir suchen für unser beliebtes Mineralwasser einen in jüdischen Kreisen eingeführten VERTRETER | Gute Verdienstmöglichkeit. Evtl. Einrichtung einer Niederlage. Siegiried-Qoellel Bad-Vilbel_■ I Lehrling (auch Lehrmädchen) möglichst mit Stenographieun d Sch reibmaschinen - Kenntnissen, von größerer Anwaltskanzlei gesucht. 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